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Wermelskirchen: Gottesanbeterin im Garten - Insekten erhalten Einzug in Region

Insekten in Wermelskirchen : Gottesanbeterin im eigenen Garten gefunden

Ein Wermelskirchener hat eines der Insekten bei sich zu Hause entdeckt. Solche Sichtungen kommen in der Stadt vielleicht bald öfter vor. Denn die Tiere könnten Einzug in die Region erhalten.

Der eine findet sie faszinierend, der andere ekelerregend – und es könnte sein, dass sie in der Region bald öfter vorkommen. Der Wermelskirchener Christian Tissot freut sich wie ein Kind: „Ich war ganz begeistert, als ich die Gottesanbeterin in unserem Garten gesehen habe“, erzählt er. „Davon habe ich schon immer geträumt, so ein Insekt einmal in echt zu sehen.“ Zuerst entdeckt habe sein Sohn das Tier, so der zweifache Vater.

Mit seiner Begeisterung habe er die Kinder angesteckt. „Wir waren dann alle ganz aufgeregt“, erzählt er. Ungefähr acht Zentimeter groß und hellgrün sei das Insekt gewesen. „Sie sehen aus wie Aliens“, sagt Tissot schmunzelnd. Er interessiere sich schon immer sehr für Gottesanbeterinnen und habe schon viel über sie gelesen. Doch was zu tun ist, wenn man eines der Insekten auf dem eigenen Grundstück findet, wusste er nicht. „Ich habe erst gedacht, dass sie vielleicht irgendwo ausgebüxt ist. Aber wo man sich dann meldet: Keine Ahnung. Ich wollte nur, dass sie überlebt.“ Er habe sich schließlich entschlossen, das Tier ganz vorsichtig einzufangen und zu seinem Nachbar zu bringen. Denn dieser habe einen weitaus größeren und grüneren Garten.

Damit habe Christian Tissot nichts falsch gemacht, erklärt Hans-Joachim Schatz vom NABU Rhein-Berg-Kreis. „Im Normalfall reicht es aber vollkommen aus, einfach nichts zu tun und die Gottesanbeterin gewähren zu lassen“, so Schatz. Sie steht in Deutschland unter strengem Naturschutz. „Und gefährlich sind Gottesanbeterinnen keineswegs, nur für andere Insekten“, sagt Schatz. Er habe selbst vor Jahren bereits eine solche Beobachtung in Burscheid machen können – sei dabei aber zunächst von einem eingeschleppten Exemplar ausgegangen. „Es ist aber nun so, dass die Tiere im Oberrheingebiet schon seit längerer Zeit anzutreffen sind. Ob das Auftreten dieser, in unserer Region neuen Art, Einfluss auf die heimische Ökologie nehmen wird, bleibt abzuwarten“, sagt der NABU-Experte.

Wahrscheinlich ist, dass sich Gottesanbeterinnen oder Fangschrecken, wie sie auch genannt werden, durch die Klimaverschiebung immer weiter nach Norden ausbreiteten. Ihren Ursprung haben die Tiere im Mittelmeerraum. „Auch wenn momentan Beobachtungen im heimischen Garten noch sehr selten sein dürften, sollten wir davon ausgehen, dass dies in Zukunft des Öfteren der Fall sein wird“, erklärt Schatz.

Christian Tissot würde sich über erneuten Insekten-Besuch freuen.