Wermelskirchen: Glühweinduft unterm nassen Tannenbaum

Bergische Weihnacht in Wermelskirchen : Glühweinduft unterm nassen Tannenbaum

Hunderte Besucher kamen am Wochenende zur Bergischen Weihnacht – vor allem in den Regenpausen. Sie freuten sich über Geselligkeit, Musik und Kunsthandwerk. Am späten Sonntagnachmittag wurde es dann voller.

Emilia (7) und Giulia (5) stehen vor den Printen. „Die mit Schokolade“, sagt die Fünfjährige. Und als Harald Heidbüchel den beiden Mädels und ihrer Mutter eine Kostprobe reicht, sind die drei überzeugt und suchen sich eine der vielen, kleinen Printentüten aus, die Heidbüchel aus der Printenbäckerei seiner Familie in Aachen mit zum Weihnachtsmarkt gebracht hat. Während Emilia und Giulia umdrehen und das kleine, nostalgische Karussell unterm Weihnachtsbaum ansteuern, bietet Heidbüchel dem nächsten Besucher eine Kostprobe an. Vergessen ist der rumpelige Startschuss zu der Bergischen Weihnacht am Freitagabend – als es nicht aufhören wollte zu regnen, die jungen Bläser aus Dabringhausen zwar im Trockenen auf der Bühne saßen, ihre Eltern unterm Tannenbaum aber ganz schön nass wurden. Da sahen Aussteller und die Verantwortlichen des Marketingvereins „Wir in Wermelskirchen“ schon ihre Felle davon schwimmen.

Aber am Samstag ist die Stimmung bestens. Es ist trocken und die Wermelskirchener und ihre Gäste nehmen sich Zeit für eine Runde über den kleinen Weihnachtsmarkt – nicht zuletzt, weil am Nachmittag der Nikolaus und Hans Muff auf der Bühne zu Gast sind. „Die Stimmung heute ist schön“, sagt Steffi Schüller, „gut, dass das Wetter mitspielt.“ Vertreter des CVJM und der Evangelischen Kirchengemeinde haben gemeinsam eine der kleinen Holzhütten bezogen. Sie verkaufen Kartoffelbrot und Tassen, erklären den Besuchern den Zweck einer Orgelpfeifenpatenschaft und laden zum Probieren und Verweilen ein. Der Erlös kommt zur Hälfte dem Jugendfreizeitpark und zur anderen Hälfte der Sanierung der Orgel zugute. „Es ist schön, hier mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt Steffi Schüller, „und uns ist es wichtig, als ein Teil dieser Stadt wahrgenommen zu werden und mitzumachen.“

Gleich nebenan sitzen Clarissa Stöckermann und Carolin Prümm in ihrem kleinen Holzhaus. Seit fünf Jahren kommen sie mit Papeterie und Selbstgemachtem aus Stoff zur Bergischen Weihnacht. „Hier ist es so schön gemütlich und familiär“, sagt Clarissa Stöckermann, „man kennt sich und kommt nicht nur zum Futtern.“ Tatsächlich ist es für viele ein großes Wiedersehen unterm Weihnachtsbaum: Es duftet nach Glühwein, der Posaunenchor Tente spielt weihnachtliche Melodien und Vereine, Kunsthandwerker und Gastronomen ziehen für die Besucher an einem Strang. Das Bühnenprogramm fällt musikalisch aus, dazu finden Besucher kleine Kunstwerke aus Holz ebenso wie Selbstgemachtes aus Stoff – Schals, Kleidung, Mützen.

Und wer einmal auf alte Bekannte gestoßen ist, bleibt häufig in einer munteren Runde für einen heißen Becher Glühwein oder Kaffee zusammen. „Unser Weihnachtsmarkt macht einfach Spaß“, sagt dann auch Sandra Hokkeler vom Ski Club. Gemeinsam mit Vereinsmitgliedern backt sie die heiß begehrten Crepes. Es sei gut, hier Präsenz zu zeigen und mit den Besuchern zu plaudern. Und weil sie am Morgen im Sozialen Netzwerk noch darauf hingewiesen hat, dass auch glutenfreie französische Pfannkuchen gebacken werden, kommen viele Besucher gezielt zum Stand. Allerdings stehen auch die anderen Köstlichkeiten des Marktes hoch im Kurs – zum Beispiel Currywurst und die Hotdogs der Jugendlichen aus dem Juca.

Am Sonntag sah es anfangs gar nicht gut aus: Regen sorgte für einen (fast) leeren Markt; als es am Nachmittag trockener wurde, kehrten die Besucher für einen Bummel über den Markt und durch die offenen Geschäfte zurück.