Bildung in Wermelskirchen Gesamtschule erreicht die Minimal-Vorgabe der Bezirksregierung

Wermelskirchen · Am Dienstagabend, 24. Januar, kurz nach 18 Uhr steht fest: Die neue weiterführende Schulform in Wermelskirchen kann gegründet werden. 100 gemeindeeigene Kinder haben sich angemeldet, weitere Anmeldungen sind möglich.

 In der Phase der Bewerbung der Gesamtschule hatte das Koordinationsteam unter anderem mit Ansteckbuttons darauf hingewiesen, dass auch an dieser Schulform das Abitur absolviert werden kann.

In der Phase der Bewerbung der Gesamtschule hatte das Koordinationsteam unter anderem mit Ansteckbuttons darauf hingewiesen, dass auch an dieser Schulform das Abitur absolviert werden kann.

Foto: Stephan Singer

Die Ziellinie ist erreicht. Die Gesamtschule Wermelskirchen kann aus der Taufe gehoben werden. Genau 100 Anmeldungen von Kindern aus Wermelskirchen liegen am Dienstagabend, 24. Januar, um kurz nach 18 Uhr im Anmeldebüro am Schulstandort Weyersbusch/Wirtsmühle vor – damit sind die „magischen“ 100 Anmeldungen von gemeindeangehörigen Jungen und Mädchen erreicht. Diese Marke musste geschafft werden, so die Anforderung der Bezirksregierung Köln.

Als ein Social-Media-Post des offizielle Internet-Auftritts zur Bewerbung der Gesamtschule Wermelskirchen bereits 24 Stunden zuvor verkündete, „Heute haben wir die 100 geknackt“, schien diese Vorgabe auf den ersten Blick bereits erfüllt. Allerdings: Zu diesem Zeitpunkt fehlten noch einige Anmeldungen, wie die Nachfrage unserer Redaktion bei der Stadtverwaltung ergab. Demnach lagen am Dienstagnachmittag, 24. Januar, 93 Anmeldungen von Kindern aus Wermelskirchen zur Gesamtschule vor. Weitere Anmeldungen stammen von zukünftigen Gesamtschülern aus Nachbarstädten.

Der Erste Beigeordnete Stefan Görnert (l.) und Andreas Voß, Amtsleiter für Schule und Bäder im Amt für Jugend, Bildung und Sport.

Der Erste Beigeordnete Stefan Görnert (l.) und Andreas Voß, Amtsleiter für Schule und Bäder im Amt für Jugend, Bildung und Sport.

Foto: Kathrin Kellermann

Keinen Zweifel daran, dass die benötigten 100 Anmeldungen von gemeindeeigenen Kindern zusammen kommen, hegten der Erste Beigeordnete Stefan Görnert und der Amtsleiter für Schule und Bäder beim Amt für Jugend, Bildung und Sport, Andreas Voß, wie sie im Gespräch mit unserer Redaktion betonten: „Das vorgezogene Anmeldeverfahren läuft noch bis Freitag, 27. Januar.“ Gleichzeitig stellten Görnert und Voß fest: „Bei der magischen Zahl von 100 handelt es sich um eine Minimal-, nicht um eine Maximalvorgabe. Wir nehmen natürlich mehr als 100 Kinder auf.“ Niemand solle jetzt meinen, er könne sein Kind nicht mehr zur Gesamtschule anmelden.

Der Erste Beigeordnete Stefan Görnert, in dessen Dezernat das Schulressort fällt und dem Bürgermeisterin Marion Lück die Verantwortung für den Entstehungsprozess der Gesamtschule Ende August 2022 nach Unstimmigkeiten öffentlich zugewiesen hatte, beschrieb das weitere Vorgehen: „Sobald die 100 Anmeldungen zur Gesamtschule von Kindern aus Wermelskirchen vorliegen, werden wir das der Bezirksregierung Köln melden. Wir gehen davon aus, dass das am Montag, 30. Januar, geschehen wird.“ Danach werde die Bezirksregierung tätig, blickten Stefan Görnert und Andreas Voss aus: „Es wird eine kommissarische Schulleitung eingesetzt – die kann auch die zukünftige sein, aber das ist nicht zwingend.“ In einem weiteren Schritt schreibe die Bezirksregierung dann die Stellen für die Lehrer aus.

 „Wir haben die 100 geknackt“ hieß es auf Social Media.

„Wir haben die 100 geknackt“ hieß es auf Social Media.

Foto: Stephan Singer

„Das erfolgt entsprechend der Schülerzahl“, erläuterte Stefan Görnert, der im Moment davon ausgeht, dass bei einer Zahl von insgesamt 100 Schülern die Gesamtschule am ersten Schultag am 7. August diesen Jahres mit vier Klassen, also vierzügig, startet. „Je nachdem, wie viele Schülerinnen und Schüler aus anderen Kommunen hinzu kommen, ist auch eine Fünfzügigkeit möglich.“ Eine Sechszügigkeit oder mehr zu Beginn des Schuljahrs 2023/24 schätzte Stefan Görnet als unwahrscheinlich und unrealistisch ein: „Die würden wir am Schulstandort Weyersbusch/Wirtsmühle auch nicht unterbringen können – aber so viele Schülerinnen und Schüler haben wir gar nicht, als dass das zustande kommen könnte.“

Nach den erfolgten Ausschreibungen und Stellenbesetzungen komme im Frühsommer erstmals die Schulkonferenz zusammen, um die Vorbereitungen für die Gesamtschule umzusetzen, skizzierte der Erste Beigeordnete, der ausdrücklich erläuterte: „Welche Ausrichtung die Gesamtschule haben soll, wird dabei noch nicht endgültig festgelegt.“ Denn: „Das pädagogische Konzept macht die Schulkonferenz mit Beteiligung der Eltern – also logischerweise zu Beginn des Schuljahrs 2023/24.“ Dabei kläre sich beispielsweise die Frage, ob eher Schwerpunkte bei den MINT-Fächern oder bei Sprachen gesetzt werden.

Dadurch entstehen laut Stefan Görnert und Andreas Voß keinerlei Nachteile: „Die Stufe der fünften Klasse ist eine Fortsetzung der Grundschule. Die Spezialisierung der Schülerinnen und Schüler startet ab der siebten Klasse. Damit ist also Zeit vorhanden, um die Ausrichtung der Gesamtschule festzuschreiben.“ Auch wenn die Neu-Gründung einer Schule eher selten sei, wisse die Bezirksregierung um die Belange der Gesamtschule, zeigten sich Stefan Görnert und Andreas Voß überzeugt.

Torsten vom Stein, Wermelskirchener Lehrer und emsiger Botschafter für die Gründung der Gesamtschule, deutete im Gespräch mit unserer Redaktion an, dass er seinen Hut in den Ring um die Schulleitung werfen wolle. Derzeit bilde er sich entsprechend fort.

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