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Wermelskirchen: Genug Arbeit für Erzieher während der Corona-Krise

Erzieher während der Corona-Krise : „Für Kita-Mitarbeiter ist genügend Arbeit vorhanden“

Die Notbetreuung wird von verhältnismäßig wenigen Eltern in Anspruch genommen. Die Erzieher sind trotzdem im Einsatz.

Lehrer versorgen ihre Schüler momentan mit Lernstoff und treiben die Digitalisierung von Unterrichtsmaterial voran. In Kindergärten ist das schwieriger – schließlich kann der Fokus der spielorientierten Betreuung nicht plötzlich auf selbstständiges Lernen verschoben werden. Womit also beschäftigen die jeweiligen Arbeitgeber die Erzieher der Wermelskirchener Kindertagesstätten während der Corona-Krise?

„Zunächst müssen wir die Betreuung der Kinder von Eltern in systemrelevanten Berufen jeden Tag aufs Neue sicherstellen“, sagt Barbara Frank, pädagogische Leiterin im Amt für Jugend, Bildung und Sport. Obwohl sich die Inanspruchnahme der Notbetreuung in Grenzen hält (wir berichteten), stünden die Erzieher der acht städtischen Kitas auf Abruf bereit. Mitarbeiter, die älter als 59 Jahre alt sind oder unter chronischen Erkrankungen leiden, werden dabei nicht eingesetzt.

Warum trotz der geringen Zahl an zu betreuenden Kindern teilweise verhältnismäßig viele Erzieher eingesetzt werden, erklärt Reinhold Feistl, Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK): „Wir versuchen, die Gruppeneinteilung weiterhin aufrechtzuerhalten, um den Kindern nicht alles an Gewohnheiten zu nehmen.“ Trotzdem sei auch im Wermelskirchener Kindergarten und Familienzentrum Wunderwelt auf der Berliner Straße, dessen Träger das DRK ist, die Situation täglich eine andere. „Es gibt viele verantwortungsvolle Eltern, die die Betreuung selbst sicherstellen – genauso gibt es aber auch Menschen unter den Eltern, die in dieser Krise für uns alle da sein müssen: Pfleger, Ärzte, Supermarktmitarbeiter und viele mehr“, erläutert Feistl. Gerade in diesen Berufen seien kurzfristige Einsätze keine Seltenheit – und damit auch eine spontane Betreuung der Kinder notwendig. „Arbeit ist genügend da“, resümiert er.

Diese Meinung teilen auch Träger anderer Wermelskirchener Kitas, wie die evangelischen Kirchengemeinden in Wermelskirchen, Dhünn und Dabringhausen. Im Schutz gefährdeter Mitarbeiter sind sich alle einig, in der Dabringhausener Kindertageseinrichtung werden nach Möglichkeit sogar schon die Mitarbeiter jenseits der 50 von der Notbetreuung befreit. „Diejenigen, die jetzt zuhause sind, überarbeiten Konzepte und erstellen Material für zukünftige Projekte“, berichtet Pfarrerin Elke Mielke. Auch Verwaltungsaufgaben würden anfallen, sagt Pfarrer Reinald Rüsing. „Die Verträge für das neue Kindergartenjahr stehen an, außerdem gibt es in einigen Bereichen viel nachzuarbeiten.“

Sorgen um Kurzarbeit müsse sich vorerst niemand machen – im öffentlichen Dienst sei das generell nicht vorgesehen, erklärt Barbara Frank. Auch die anderen Träger berufen sich auf die Zusage des Landes, die Kosten für den Monat April zu übernehmen. „So lange sind wir ein stabiles Unternehmen“, sagt Reinhold Feistl, „und wir wollen hoffen, dass das reicht.“