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Wermelskirchen: Gemeinden starten die Aktion „Nur Mut!“

Aktion in Wermelskirchen : Gemeinden starten die Aktion „Nur Mut!“

Ein ermutigendes Zeichen in schweren Zeiten wollen die christlichen Gemeinden in Wermelskirchen, Dabringhausen, Dhünn und Hilgen-Neuenhaus setzen. Sie rufen eine Aktionsreihe ins Leben – und laden zum Mitmachen ein.

In den Schaufenstern der Telegrafenpassage soll den Wermelskirchenern bald ein Lachen begegnen. „Es wird Zeit, wieder die Menschen hinter den Masken wahrzunehmen“, sagt Timo Pickhardt, Pastor der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Dabringhausen, „ein Lächeln hat immer eine individuelle Geschichte.“ Um das Lachen und den Mut zum positiven Denken wieder in die Stadt zurückzubringen, hat die Ökumenische Werkstatt – in der viele evangelische, katholische und freikirchliche Gemeinden aus Wermelskirchen, Dhünn, Dabringhausen und Hilgen-Neuenhaus Hand in Hand arbeiten – eine neue Aktionsreihe ins Leben gerufen. Sie heißt: „Nur Mut!“

Der Auftakt der Reihe macht das Foto-Projekt „Hinter jeder Maske steckt ein Lächeln“. Alle Wermelskirchener sind eingeladen, zu zweit in die Kamera zu lachen und sich fotografieren zu lassen. Dafür haben die Gemeinden Fotografen mit ins Boot geholt, Jugendliche, die das Projekt begleiten und vom 17. bis 20. Februar Termine auf Markt- und Kirchenplätzen festgesetzt. Familien, Jugendliche, Erwachsene und Senioren sind dann gleichermaßen eingeladen, sich fotografieren zu lassen und Teil der Ausstellung lachender Gesichter in den Schaufenstern der Telegrafenpassage zu werden. Darüber hinaus sollen die Bilder auch in anderen Schaufenstern in Wermelskirchen, Dhünn und Dabringhausen gezeigt werden. „So ein Lächeln löst positive Reaktionen aus“, sagt André Frowein, „und die wünschen wir uns für unsere Stadt.“ Und auch Nicola Brinkmann, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats in St. Michael, glaubt an die Kraft der Fotos: „Das macht etwas mit einer Stadt, wenn einem die Menschen entgegenlachen.“

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In den vergangenen Monaten habe vor allem der Diskurs in der Corona-Krise die Stimmung geprägt, es sei Stillstand spürbar, sagt André Frowein. „Wir haben überlegt, was wir beitragen können, um gegen diese Stimmung zu wirken“, ergänzt er. Und weil christlicher Glaube vom Anbeginn seiner Geschichte etwas in Bewegung gesetzt habe, hoffe man darauf, mit der Aktionsreihe nun auch Raum für neue Hoffnung und neuen Mut geben zu können, sagt Arne Clemm, Pastor im „Treffpunkt Hoffnung“.

In diesem Zeichen realisiert der Ökumenische Arbeitskreis auch die anderen Projekte der Aktionsreihe: Mit einer Postkartenaktion wollen die Gemeinden die Menschen einladen, sich gegenseitig ermutigende Botschaften zu schicken. „In der Stadt werden kleine, kostenlose Kartensets ausliegen“, erzählt Katja Burger von der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus. Auf vorbereiteten Postkarten können die Wermelskirchener dann selber kreativ werden – und einen kurzen Gruß, ein nettes Wort verschicken.

Pünktlich zu Ostern startet dann der Mutmacherweg. „Damit knüpfen wir an den Weihnachtsweg an“, sagt Nicola Brinkmann, „damals waren so viele Menschen auf den Beinen und haben in der Stadt die Krippen entdeckt.“ Dieses Mal entstehen in Zusammenarbeit mit vielen Kreativen, Vereinen und Gruppen bis Ostern kleine Kunstwerke, die dann an verschiedenen Stationen in der Stadt gezeigt werden und Antworten auf die Frage bieten: „Was macht dir Mut?“ Familien, Kinder und Erwachsene sind ab Ostern eingeladen, eine Rallye auf dem Mutmacherweg zu unternehmen. Flyer liegen ab Gründonnerstag in den Kirchen, Gemeindehäusern und im Einzelhandel aus.

„Es ist kein Zufall, dass unsere Aktionsreihe in die Passionszeit fällt“, sagt auch Antje Hedke, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen. In der Geschichte um Jesus Leidenszeit und Auferstehung stecke für Christen viel Ermutigung und Hoffnung. Und genau die wünsche sich die Ökumenische Werkstatt auch für die Menschen in der Stadt.

Dafür ziehen viele christliche Gemeinden nach verschiedenen Aktionen der vergangenen zwei Jahre erneut an einem Strang: „Jede Gemeinde für sich hat verstanden, dass wir ähnliche Herausforderungen haben“, sagt Timo Pickhardt. In der Werkstatt komme man zusammen, um gemeinsame Lösungen zu suchen.“ Dieses Signal wünsche sich das große Team auch für die Gesellschaft. „Zusammen können wir so viel erreichen“, ist sich Arne Clemm sicher, „wenn wir Unterschiedene annehmen, über sie hinwegsehen und das Gemeinsame suchen. Nur Mut.“