Wermelskirchen: Gelungene Crossover-Funk-Party mit Psycho Sexy

Konzert im Wermelskirchener AJZ Bahndamm : „Psycho Sexy“ - Song-Premiere auf Crossover-Funk-Party

Ein bisschen melodischer Punkrock mit Ska-Einflüssen – das könnte als Auftakt für eine zünftige Crossover-Funk-Party ganz prima funktionieren. Deswegen durfte sich die Hückeswagener Band Big Stroke als Anheizer für die Red-Hot-Chili-Peppers-Tribute-Band „Psycho Sexy“ am Freitagabend im AJZ Bahndamm folgerichtig schon über jede Menge guter Stimmung im Publikum freuen.

Der ungehobelte Sound des Quartetts machte jede Menge Laune, ging direkt in die Beine und gefiel mit dezenter Broilers- oder Bad-Religion-Schlagseite als melodischer Appetithappen vor dem schwergewichtigen Hauptgericht, das kurz nach 22 Uhr die Bretter betrat. Mit „Du bist Punkrock“ feierte sogar ein brandneuer, durchaus hymnenhafter Big-Stroke-Song seine Live-Premiere.

Ein wenig faltig sah es zwar aus, das rot-silberne Backdrop, das sich „Psycho Sexy“, das Quartett aus dem Rheinland, an den Bühnenhintergrund gehängt hatte. Aber weder die Red Hot Chili Peppers, deren erste musikalische Gehversuche 1983 begannen, noch ihre Epigonen aus dem Rheinland, die erst 20 Jahre später starteten, waren noch ganz taufrisch. Davon war aber absolut nichts mehr zu merken, als die Band mit „Can‘t Stop“ in ihren Set einstieg. Zuvor hatten die Anwesenden auf Bitten des AJZ-Teams mit einer Schweigeminute des bei einem Unfall am vergangenen Wochenende tödlich verletzten jungen Mannes gedacht. Die Aktion kam gut an.

Ihre Hochzeit hatten die Original-Peppers um Sänger Anthony Kiedis und den quirligen Bassisten Flea fraglos in den 1990er Jahren. Das hinderte Psycho Sexy indes nicht daran, auch neuere Tracks wie „Dark Necessities“ oder „The Zephyr Song“ zu spielen, die beim Publikum sehr gut ankamen. Der Vierer   machte auf der Bühne ordentlich Alarm, so dass die eine oder andere gesangliche Ungenauigkeit verzeihbar war. Zumal die Band sich nach einer kurzen Aufwärmphase auch hörbar eingegroovt hatte.

Der Sound im AJZ war prima, nicht zu laut, aber doch ordentlich drückend. Und auch wenn wohl keiner einen lebendig gewordenen Flummi wie Flea nachahmen konnte, wenn das immer hochoriginelle Gitarrenspiel eines John Frusciante wohl nur von diesem authentisch reproduziert werden konnte, und ein Anthony Kiedies eben nur von einem Anthony Kiedis so richtig gut gesungen werden konnte, machte das doch richtig viel Spaß, was Psycho Sexy ablieferten.

Warum der Gitarrist dann aber plötzlich „Don‘t Look Back In Anger“ von Oasis alleine anspielte, ehe die Band in das brachiale „Suck My Kiss“ vom ewigen Chili-Peppers-Überalbum „Blood Sugar Sex Magik“ einstieg, ließ sich nur mit dem absoluten Willen zum größtmöglichen Kontrast erklären. Amüsant war es allemal. Eine knappe halbe Stunde hatte es also gedauert, und dann war man endgültig in der Welt von Red Hot Psycho Sexy angekommen. Dann hatten sich Band und Publikum aufeinander eingegroovt, dann zündete jeder weitere Song.

Nach leichten anfänglichen Startschwierigkeiten war das also eine überaus gelungene Crossover-Funk-Party, die Psycho Sexy da am Freitagabend gemeinsam mit dem Publikum feierten.