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Wermelskirchen: Gedenken in den Hüppanlagen und in Wellerbusch

Gedenken zum Volkstrauertag : Mahnung zum Frieden am Volkstrauertag

In den Hüppanlagen und in Wellerbusch gedenken Politiker, Feuerwehrleute und Vertreter der Kirchengemeinden der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Bürgermeisterin Marion Lück meint es ernst. Sie spricht frei und ruft die Menschen zum Frieden auf. „Ich bitte Sie alle: Lassen Sie uns gemeinsam für die Demokratie einstehen“, sagt sie, während der Herbstwind durch die Hüppanlagen fegt. „Lassen Sie uns durch Worte und Taten zeigen, dass wir es ernst meinen mit dem Frieden“. An ihrer Seite stehen am Sonntagmorgen ihre beiden Vertreter, Stefan Leßenich und Norbert Galonska. Pfarrer Volker Lubinetzki und Bläser des Posaunenchores sind ebenfalls bei der kleinen Gedenkstunde dabei – zu der in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht öffentlich eingeladen worden war. Frieden und Freiheit sei für viele Menschen heute selbstverständlich, erinnert die Bürgermeisterin vor dem Mahnmal. Aber: „Es mehren sich die Stimmen, die den Hass schüren, ihnen dürfen wir nicht zuhören, sie dürfen wir nicht zulassen“, sagt Marion Lück, „diese Stimmen scheinen zu vergessen, welches Leid dieser Hass schon verursacht hat“.

Fast zeitgleich gedenken ein paar Kilometer weiter die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr aus Eipringhausen gemeinsam mit Vertretern der Evangelischen Kirchengemeinde der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Zuvor haben sie auf der Wiese am Gemeindehaus Eipringhausen Gottesdienst gefeiert. Am Mahnmal in Wellerbusch erklingen dann ebenfalls Trompetentöne, und Pfarrer Manfred Jetter erinnert an die Toten der Weltkriege, an die Opfer des Nationalsozialismus und an Menschen, die an aktueller Gewalt in der Welt leiden. Sein Mahnen klingt ganz ähnlich wie das in den Hüppanlagen: „Wir müssen in unseren eigenen Herzen Frieden finden, um ihn in den Familien, Städten und der Welt zu leben“, sagt er. Und auch Pfarrer Jetter ist besorgt, wenn er den Blick auf aktuelle politische Entwicklungen wirft: „In Nullkommanichts fallen Demokratien zusammen“, sagt er, „dann treffen Machtstreben, Nationalismus und Narzissmus aufeinander. Wir müssen wachsam sein“. Der Mensch werde dem Menschen wieder zum Wolf – „im Schafskleid einer Partei und im Wolfspelz bei Aufmärschen“. Der Blick zurück bleibe wichtig, damit sich Geschichte nicht wiederhole. „Und der Blick in die Bibel bleibt wichtig“, sagt Jetter und zitiert: „Friede sei mit euch!“

In den Hüppanlagen und in Wellerbusch erklingen schließlich die Klänge der Posaunen und Trompeten – während Feuerwehrleute und Politiker, Vertreter der Kirchengemeinden und ganz vereinzelt auch aus der Bürgerschaft den Blick auf die Kränze richten und leise den Frieden feiern.