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Wermelskirchen: Garten besser nicht zu gründlich aufräumen

Naturschutz in Wermelskirchen : Garten besser nicht zu gründlich aufräumen

Naturschützer bitten um Unterstützung, um Igel und Insekten über den Winter zu bringen. Dafür sollte der Garten nicht allzu akribisch von Laub befreit werden. Auch der Rasen sollte nicht vollständig kurz gemäht werden.

Die Gartenmöbel verschwinden unter großen Planen, die Stauden werden zurückgeschnitten, der Rasen gekürzt und das Laub eingehakt: „Für uns ist es typisch, den Garten winterfest zu machen“, sagt Ulrich Schott von der Wermelskirchener Ortsgruppe des Bergischen Naturschutzvereins. Er plädiert dafür, den Tieren zuliebe vor dem Winter im Garten nicht zu gründlich aufzuräumen.

„Die Tiere haben natürlich nichts von nassen Laubhaufen“, sagt Schott, „aber der Igel sucht sich zum Beispiel für sein Winternest Blätter und Reisig, damit er es gepolstert und warm hat.“ Wer dem Laub also jetzt im Herbst nicht zu akribisch zu Leibe rückt, hilft damit dem Igel, über den Winter zu kommen.

Von November bis März hält der Igel für gewöhnlich Winterschlaf – allerdings solle sich niemand wundern, wenn er auch im Winter mal einem Igel begegne, betonen die Experten vom Igelzentrum. Gelegentlich wechselt ein Igel seinen Winterschlafplatz, vor allem dann, wenn sein altes Winternest zerstört wurde. „Wer den Igeln dabei helfen will, einen Platz für den Winter zu finden, kann noch mehr tun, als nur Blätter und Reisig im Garten anzubieten“, sagt Schott. Eine kleine Kiste etwa kann dem Tier helfen, seine höhlenartige Unterkunft für die kalten Monate zu bauen.

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Übrigens könnten auch andere Tiere die Hilfe des Menschen für die Wintermonate ganz gut gebrauchen, sagt Ulrich Schott. Blindschleichen und Ringelnattern zum Beispiel graben sich unter Laub ein. „Und auch die Insekten müssen irgendwie über den Winter kommen“, sagt Schott. Deswegen empfiehlt er bei Möglichkeit, eine Ecke im Garten vor dem Winter nicht zu kurz zu mähen. Wer den Insekten schon während des Sommers ein reichhaltiges Buffet biete, der könne ihnen mit höherem Gras auch einen Platz zum Überwintern ermöglichen. Gleiches gilt für Stauden: „Die sollten vor dem Winter nicht geschnitten werden“, sagt Schott. Samenreste in vertrockneten Blütenständen seien wichtige Nahrungsquellen für die Tiere im Winter. Stauden, die im Herbst stehen geblieben sind, können dann nach den Frostmonaten zurückgeschnitten werden. „Dann sieht der Garten zwar nicht so ordentlich aus, wie wir es oft gewohnt sind, aber er bietet viel Raum für Winterschlafplätze“, erinnert der Naturschützer.