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Wermelskirchen: Füße in den Eifgenbach als Abkühlung gegen die Hitze

Hitzewoche : Wo und wie man sich in Wermelskirchen abkühlen kann

Es ist heiß, das Dabringhausener Freibad ist noch geschlossen. Doch es gibt andere Möglichkeiten, seinem Körper eine Pause vom Sommerwetter zu verschaffen.

Auf einmal ist die Sonne weg. Gerade noch prallten die warmen Strahlen unerbittlich auf die glänzende Stirn und ließen den Schweiß – nach der Autofahrt ohne Klimaanlage – wie einen Bach den Rücken hinunter laufen. Doch dieser Bach versiegt trotz der Mittagshitze glücklicherweise Stück für Stück. Was dafür sorgt, ist ein anderer Bach: der Eifgen.

„Bei diesem Wetter ist es empfehlenswert, sich in Waldgebieten am Wasser aufzuhalten“, sagt Ilona Weyer, stellvertretende Pressesprecherin des Wupperverbandes, im Gespräch mit unserer Redaktion. „In der Nähe von Gewässern ist es tendenziell kühler“, sagt Weyer. Dass sie damit recht hat, zeigt der kurze Ausflug zum Eifgenbach. In ein paar Minuten ist man von der Innenstadt am Wanderparkplatz unterhalb des Haus Eifgen. Nach wenigen Schritten empfangen einen die grünen, Schatten spendenen Blätter der Bäume. Und dort, direkt am Wanderweg, ist auch schon die erste Stelle, an der man bis an, oder eher in den Bach gehen kann. Der erfahrene Spaziergänger weiß, dass es davon im weiteren Verlauf mehrere gibt. Schuhe und Socken ausgezogen und mit den nackten Füßen ins kalte Flussbett. Von dort aus lässt es sich ein paar Meter durch den Fluss waten, die kleinen Steinchen kratzen leicht unter den Fußsohlen. Ein größerer Stein dient als Hocker, während das Wasser um die Knöchel wirbelt.

Ein erfrischendes Fußbad, das so zu Hause kaum möglich gewesen wäre – das Nass im Eifgen ist schließlich deutlich kühler als „Kraneberger“. Das gilt im Übrigen nicht nur für das Wasser. In der zubetonierten, asphaltierten Innenstadt trocknete die Luft wie ein gefühlter Wüstenwind noch Lippen, Mund und Kehle aus. Aber hier direkt am Wasser lässt die sanfte Brise den Schweiß auf der Stirn langsam trocknen.

Verboten ist das das Abkühlen in Bächen und Flüssen laut Wupperverband zwar nicht – allerdings auf eigene Gefahr. So lange nur die Füße im Wasser sind, ist die gering. Etwa in der Dhünn gibt es aber auch tiefere Stellen, in denen man baden oder zumindest planschen kann. „Fließgewässer erfüllen nicht die Anforderungen der EU-Richtlinie an Badegewässer“, sagt Weyer. Das Problem: Weil das Wasser im Gegensatz zu stehenden Gewässern ständig im Bewegung ist, gibt es keine aktuellen Untersuchungen zur Sauberkeit. „Außerdem wird in Bäche und Flüsse gereinigtes Abwasser eingeleitet“, sagt Weyer. Bis zu 90 Prozent der im Abwasser vorhandenen Bakterien und Viren werden durch den Klärprozess entfernt, doch eine gewisse Restmenge könne noch enthalten sein. „Dessen muss sich jeder bewusst sein, der in Flüssen badet.“

Wer dieses Risiko nicht eingehen will, dem bleibt die Fahrt ins Freibad. Im Remscheider Freibad Echbachtal kann bereits gebadet werden, genauso an der Bevertalsperre in Hückeswagen. Das Freibad in Dabringhausen eröffnet seine Saison erst am 12. Juli. So lange ist die einzige Schwimmöglichkeit auf Wermelskirchener Stadtgebiet noch das Quellenbad. Ob das Becken mit bis zu 29 Grad Celsius aber wirklich zur Abkühlung taugt, muss jeder selbst entscheiden.

Wasser ist bei den hohen Temperaturen nicht nur von außen schön, sondern vor allem für innen wichtig. Wer sich zu viel in der Sonne aufhält und zu wenig trinkt, dem droht ein Hitzschlag (siehe Infokasten). Deshalb decken sich die Wermelskirchener schon seit Ende vergangener Woche fleißig mit Flüssigkeit ein. Das berichtet Tobias Reuber, Mitarbeiter des Trinkgut Getränkemarkts, im Gespräch mit unserer Redaktion. „Es wird auf jeden Fall mehr Wasser gekauft als vorher“, sagt Reuber. „Wir haben sogar schon eine Nachbestellung aufgegeben.“

Auch im Eiscafe Cordella kommen viele Menschen auf der Suche nach ein bisschen Kälte vorbei. „Besonders in den Abendstunden. Nachmittags, wenn es richtig heiß ist, sind es eher weniger als sonst“, sagt Inhaber Giorgio Barazzuol. Dann würden auch eher Kaltgetränke als Eisbecher bestellt.

Eine andere, unverhoffte Möglichkeit zur Abkühlung findet sich im Supermarkt. Denn zwischen den Kühlregalen ist es wie in einem arktischen Kurzurlaub. Einem Mann in Hemer (Märkischer Kreis) war das am vergangenen Wochenende immer noch nicht kalt genug: Er zog sich in der Tiefkühlabteilung komplett aus und musste des Marktes verwiesen werden. Solange es diesem Mann in Wermelskirchen niemand gleichtut, haben die Supermärkte bestimmt nichts dagegen, wenn sich die Kunden etwas länger am Kühlregal aufhalten.

Wir berichten im Liveblog, wie die Hitzewelle die Region trifft.