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Wermelskirchen: Friedel Burghoff tritt für die CDU in Dhünn an

Politik in Wermelskirchen : Friedel Burghoff tritt für die CDU in Dhünn an

Dem Wechsel des politischen Urgesteins zurück zur CDU sei kein Streit mit dem Bürgerforum vorausgegangen, betonen CDU und Büfo. Die Entscheidung zur Kandidatur habe er sich nicht leicht gemacht, so Burghoff.

Die Nachricht überraschte viele: Das politische Urgestein Friedel Burghoff ist wieder Mitglied der CDU. Der 87-Jährige verlässt vor dem Beginn der „heißen“ Phase des Wahlkampfs zur Kommunalwahl im September das von ihm mitgegründete Bürgerforum (Büfo). Burghoff gehört ab sofort zur Stadtratsfraktion der Christdemokraten, er nimmt sein mit Büfo errungenes Ratsmandat von dort mit. Es ist der zweite Wechsel eines Stadtratsmitglieds von einer Fraktion zu einer anderen in diesem Jahr: Ratsfrau Heike Lehmann war zum Jahresende aus der CDU ausgetreten und zum 1. Januar in die SPD eingetreten.

„Böses Blut“ mit dem Büfo, mit dem die CDU die parteilose Bürgermeisterkandidatin Marion Lück unterstützt, gäbe es nicht, hatten Burghoff und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Stefan Leßenich sowie der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Klicki am Dienstagabend nach der Sitzung des CDU-Stadtverbandsvorstands einmütig betont.

Ein Rückblick: Einst hatte Friedel Burghoff, der im Herbst vor 55 Jahren in den Kreistag gewählt wurde, kurz darauf dem Dhünner Gemeinderat angehörte und seit 1975 nach der Gemeinde-Gebietsreform im Wermelskirchener Stadtrat sitzt, die CDU verlassen. Er hatte eine Fehlentscheidung getroffen und die Verantwortlichen darum gebeten, diesen Fehler nicht zu wiederholen. Dieser Bitte war die CDU nicht gefolgt. 2003/04 gründete Friedel Burghoff das Büfo, das dann den damaligen Bürgermeister Eric Weik mittrug.

Im tiefsten Herzen sei er immer ein Christdemokrat geblieben, sagte Friedel Burghoff am Mittwoch im Gespräch mit dieser Redaktion. „Die christliche Grundlage ist das Wichtigste“, sagt Burghoff. Die Entscheidung über eine Rückkehr zur CDU habe er sich nicht leicht gemacht. Nachdem die CDU ihn angesprochen hatte, ob er zurückkehren und kandidieren wolle, habe er erst einmal mit seiner Familie gesprochen. Einige rieten ihm ab, andere meinten: „Mache es. Wenn meine Frau noch leben würden, stünde bestimmt die eine oder andere Reise an.“ Er fühle sich fit genug für eine Kandidatur und über seine Triebfeder, politisch aktiv zu bleiben, fügt er hinzu: „Es gibt doch nichts Schöneres als anderen zu helfen.“

„Ich war sehr überrascht, dass Friedel Burghoff geht. Aber es gab vorher keine Querelen, keinen Streit zwischen uns“, betont Oliver Platt, Fraktionsvorsitzender des Büfo, auf Nachfrage dieser Redaktion. „Eigentlich sollte ihm der Ehrenvorsitz und ein Mandat als sachkundiger Bürger angeboten werden. Burghoff ist eine politische Legende“, so Platt. Weil auch andere ältere Fraktionsmitglieder des Büfo nicht mehr kandidieren wollten, habe er um neue Mitglieder geworben, um das Büfo neu aufzustellen. Inzwischen habe er 15 neue Mitglieder gewonnen.

Die vor Jahren aufgerissenen Gräben seien inzwischen zugeschüttet. „Die CDU hat sich in dieser Zeit ja auch erneuert“, sagte Christian Klicki am Dienstag. Er gestand ein, dass es bereits im Sommer 2019 erste Gespräche zur Rückkehr von Friedel Burghoff in die CDU gegeben habe. „Seither hat es bestimmt sechs oder sieben Gespräche gegeben, Friedel Burghoff sollte Zeit zur Entscheidungsfindung haben – bei der CDU ist ob seiner Rückkehr die Stimmung gut“; berichtete Stefan Leßenich. Und Christian Klicki fügte an: „Friedel Burghoff hat Wissen, Erfahrung und kennt Zusammenhänge. Er kann den Rücken stärken, wenn einmal der Wind stark von vorne bläst.“

Am Freitag, 28. Februar, will der Dhünner CDU-Ortsverband Friedel Burghoff als Stadtratskandidaten für den Wahlbezirk 19 (Ortskern Dhünn) nominieren, damit er entsprechend vom CDU-Stadtverband gewählt wird, kündigte der Vorsitzende des Dhünner Ortsverbandes Holger Kowalewske an: „Wir von der Dhünner CDU sind froh, dass Friedel Burghoff wieder zurück ist.“

Auf der Agenda für Dhünn stehen in den Augen von Friedel Burghoff der Ausbau von Fahrradwegen, damit auch Rad fahrende Berufspendler besser und sicherer auf den Straßen unterwegs sein können, und der Bau des Kunstrasenplatzes für den SSV Dhünn. Friedel Burghoff war 26 Jahre Vorsitzender des Vereins. KOMMENTAR