Wermelskirchen Freude des Publikums sorgt bei ihr für Gänsehaut

Mein Instrument und ich Nadine Weyer : Freude des Publikums sorgt bei ihr für Gänsehaut

Der Grundstein für die Gesangskarriere von Nadine Weyer wurde im Karneval und in dem Hauptschul-Bandprojekt „CCP“ gelegt.

Singt Nadine Weyer bei einem ihrer Auftritte den Melissa Etheridge-Hit „Like the way I do“, dann geht sie „ab“. Das wissen nicht nur diejenigen, die das schon als Zuschauer erlebt haben, sondern sagt die 38-Jährige Wermelskirchenerin aus Dabringhausen-Grunewald auch selbst. Der Dawerkuser Karneval hat Nadine Weyer, die für ihren druckvollen Gesang und ihre energiegeladenen Auftritte bekannt ist, von Kindesbeinen an zum Gesang gebracht, inzwischen gehört Nadine Weyer zu den wenigen „Goldkehlchen“ in Wermelskirchen, die sich mit professionellem Gesang ihren Lebensunterhalt verdienen. Neben Solo-Auftritten und Studio-Gesang gehört Weyer zum Kreis derjenigen, die für Auftritte diverser Coverbands gebucht werden, mit „Popsofa“ hat sie ein eigenes Coverband-Projekt. Dazu steht sie im Trio „Beer Bitches“ an der Seite von keiner Geringeren als der Kölner Erfolgscomediantin und Sängerin Carolin Kebekus.

Die bei alteingesessenen Wermelskirchener Musikfans unvergessene Formation „Constant Changing People“ (CCP) aus dem Musikprojekt vom damaligen Hauptschullehrer Willi Mergler war es, dass der Musikerkarriere von Nadine Weyer das Fundament gab. Nach dem noch eher unbedarften Auftritten des Mädchens aus der Grunewalder Tanzgarde im Karneval folgten die ersten großen Auftritte außerhalb der Narrenzeit für Nadine Weyer mit 14 Jahren. „Das Singen im Karneval hat mein Vater angeregt. Ich habe es von Anfang an geliebt und bis heute durchgezogen“, berichtet Nadine Weyer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Noch im Juli trat Nadine Weyer (rechts) gemeinsam mit ihrer Band "Popsofa" und Gastsaengerin Jeanne Altfeld, die ebenfalls aus Wermelskirchen stammt, beim Dabringhausener Dorffest auf. Vor Auftritten vor heimischem Publikum sei sie immer besonders aufgeregt, sagt die 38-Jaehrige. Foto: Stephan Singer

Musikalisch war Nadine Weyer stets, spielte in Kindes- und Jugendzeiten Trompete. „Mit 16 habe ich damit aufgehört, weil es mir nicht mehr cool erschien. Heute denke ich: Hätte ich mal besser weitergemacht“, erinnert sich die Sängerin, die gerade ihren Geburtstag feierte, und Parallelen zum Gesang sieht: „Das Trompete-Spielen trainiert die Atemtechnik.“ Einen Nutzen zieht Nadine Weyer ebenso aus ihrem Beruf als Logopädin: „Unheimlich gut für die Stimmbeherrschung.“ Logopädie-Ausbildung und -Studium sei teuer gewesen, beides habe sie sich mit Gesang finanziert: „Ich wollte einen Beruf als Rückgriff haben. Für den Fall, dass die Musik nicht mehr läuft.“ Aber bislang lief und laufe es für den Lebensunterhalt mit dem Gesang gut.

Waren es früher ein bis zwei Konzerte, die Nadine Weyer an einem Wochenende mit Bands absolvierte, hat sie ihre Aktivitäten heutzutage „etwas verlagert“: „Aktuell mache ich mehr die gesangliche Begleitung von beispielsweise Hochzeiten und Studio-Arbeit.“ Der Grund: Vor zweieinhalb Jahren ist Nadine Weyer die Mutter einer Tochter geworden – entsprechend koordiniert sie Termine: „Ich gucke, dass es passt.“ Und weiter: „Wenn eine Tournee mit den ‚Beer Bitches‘ ansteht und über ein paar Wochen mehrere Konzerte aufeinander folgen, ist das natürlich intensiv.“ Besonders, weil Ehemann Christoph Weyer bei „Beer Bitches“-Konzerten die Gitarre spielt: „Dann müssen Omas und Opas oder Geschwister die Babysitter sein. Allerdings bin ich viel abends weg und dann schläft unsere Tochter in ihrem Alter eh.“

Übung sei als Musiker wichtig, meint Nadine Weyer: „Aber ich habe es von klein auf gemacht und fließen lassen.“ Das Trompete-Spielen habe genauso geholfen wieviele Tipps von Willi Mergler. Als Profi achte sie darauf, Erkältungen oder andere Belastungen für die Stimmbänder zu vermeiden: „Im Auto fahre ich ohne Klimaanlage. Wenn ich ein tolles Lied höre, gröle ich nicht lauthals mit. Ansonsten singe ich mich vor Auftritten noch nicht mal ein.“ Dass sie ein Talent für Musik und „Musik im Blut“ habe, glaubt Weyer sehr wohl: „Die Fähigkeit, Töne richtig zu hören, ist mir bestimmt in die Wiege gelegt worden.“

Ein breit gefächerter Musikgeschmack stehe für ihr genau breit gefächertes Repertoire, beschreibt sie: „Ich höre selbst nicht mehr viel Musik, weil ich viel Musik mache.“ Spaß und Motivation gebe ihr die Reaktion des Publikums: „Wenn die Zuhörer ihre Freude haben, dann kriege ich Gänsehaut – egal, welchen Song ich gerade singe.“ Und das könne auch eine Oma sein, für die Nadine Weyer einen Schlager singt.

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