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Wermelskirchen: Fotograf verschenkt 300 Köln-Kalender an Kunden des örtlichen Buchhandels

Für Kunden in Wermelskirchen : Fotograf verschenkt 300 Kalender

Holger Klaes ist Fotograf und Verleger. Seit 2015 gibt er Kalender heraus – die sich bisher überraschend gut verkauft haben. Nur Exemplare mit Motiven von Köln sind noch viele übrig. 300 Stück verschenkt Klaes nun an Kunden des örtlichen Buchhandels.

36 unterschiedliche Kalender hat der Fotograf und Verleger Holger Klaes dieses Jahr für 2021 herausgebracht. Mit Fotos von verschiedenen Städten, Regionen und Themen. „Fast alle meine Kalender habe sich super verkauft“, sagt Klaes zufrieden. „Das habe ich ehrlich nicht erwartet.“ Er habe einige Kalender bereits dreimal nachdrucken lassen – nur von den Broschürenkalendern mit Fotografien aus Köln seien noch rund 750 Exemplare im Verlag übrig. Und damit hat Klaes etwas Besonderes vor.

Die Broschürenkalender würden meist von Touristen gekauft, erklärt Holger Klaes, es seien aber viel weniger Leute als sonst unterwegs gewesen. Köln Touristik habe beispielsweise im letzten Jahr etwa 450 Stück verkauft, dieses Jahr weit weniger als hundert. In der Bahnhofsbuchhandlung seien statt mehr als 300 Stück weit weniger als 50 verkauft worden. Der Verleger aus Wermelskirchen bliebe somit auf mehr als der Hälfte dieser Kalender sitzen, da noch einige hundert nicht verkaufte Exemplare aus dem Barsortiment remittiert werden. Deshalb hat er beschlossen, die Reste an seine treuen Buchhändlerkunden in Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen zu verschenken, die die Kalender wiederum an ihre Kunden kostenfrei weitergeben sollen.

 Holger Klaes verschenkt Exemplare dieses Broschürenkalenders an Kunden des örtlichen Buchhandels.
Holger Klaes verschenkt Exemplare dieses Broschürenkalenders an Kunden des örtlichen Buchhandels. Foto: Holger Klaes
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Mit der Aktion möchte Klaes Danke sagen. „Ich finde es toll, dass die Kunden mir und dem stationären Buchhandel die Treue halten“, so Klaes. Er verkauft seine Kalender zum Großteil über letzteren, vom Online-Handel ist er kein großer Fan und betreibt daher keinen eigenen Internet-Shop. „Auch wenn Leute bei uns anrufen und Exemplare direkt bestellen wollen, verweisen wir immer auf den nächsten Buchladen.“

In Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen sei die Auflage zwar nie besonders hoch, dafür aber konstant. Und die Kalender verkaufen sich immer gut, so der 59-Jährige.

Die Verschenk-Aktion des Fotografen soll am Montag starten. Buchhandlungen in den drei Städten erhalten von Holger Klaes jeweils 50 der Broschürenkalender mit Motiven aus Köln, diese sollen dann an die Kunden verschenkt werden. „Die ersten 50 Kunden, die etwas während des Lockdowns in den Läden kaufen, bekommen einen Kalender gratis zum Einkauf dazu. Unabhängig vom Einkaufswert“, erklärt der Fotograf. In Wermelskirchen gibt es die Druckwerke in den Buchhandlungen Alpha, Marabu, Siebel und van Wahden. „Ich bringe die Exemplare selbst in die Läden“, sagt der Fotograf. „Die Buchhändler finden die Idee toll und haben sich sehr gefreut“, sagt Klaes.

Der Fotograf kommt eigentlich aus Wuppertal, aufgewachsen ist er in Radevormwald. „Wermelskirchen ist seit knapp 20 Jahren meine Wahlheimat“, verrät er. Fotografie ist schon immer seine Leidenschaft. Da er sich nicht nur damit über Wasser halten könne, habe er zusätzlich einen Werkzeugbetrieb. „Aber das Fotografieren ist für mich extrem wichtig“, sagt Klaes. „Die Honorare sind jedoch dermaßen verfallen, dass ich nicht ausschließlich davon leben kann.“

Neben Kalendern mit Bildern von großen Städten wie Köln oder Düsseldorf macht er auch Fotos in vielen Regionen mit Schwerpunkt im Rheinland. Den Wermelskirchener Kalender gibt es seit 2015, die Kalender von Hückeswagen und Radevormwald wurden nur ein Jahr später zum ersten Mal gedruckt. Seit 2016 betreibt Holger Klaes eine eigene Bildagentur in Hünger. Um Wermelskirchen habe er davor fotografiemäßig immer „einen Bogen gemacht“, wie er zugibt: „Ich dachte, hier gäbe es keine schönen Motive.“ Als er dann aber beschlossen hat, auch für die Stadt einen Kalender zu produzieren, habe er Wermelskirchen ganz neu entdeckt. „Man befasst sich dann unheimlich viel mit dem Ort“, erzählt er.