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Wermelskirchen: Förderverein Kindertagesstätte Jörgensgasse gegründet

Kita-Förderverein an der Jörgensgasse gegründet : Die „Reste-Rampe“ verteilt „Bonbons“

Die Städtische Kindertagesstätte an der Jörgensgasse ist im vergangenen Jahr von Null gestartet. Nun wollen die Eltern mithelfen und haben einen Förderverein gegründet.

Von Null an einen schönen Kindergarten machen. Dieser Prozess läuft in der Städtischen Kindertagesstätte Jörgensgasse (einst in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt und dann eiligst von der Stadt reaktiviert, um Plätze zu schaffen) seit dem 1. August vergangenen Jahres.

Nach der Eingewöhnungsphase ihrer Kinder wollen sich nun auch die Eltern in diese Entwicklung einschalten und haben dazu einen Förderverein gegründet, der der Einrichtung vor allem mit finanziellen Mitteln helfen soll. „Als wir mit unseren Kindern hierher kamen, gab es sehr wenig – lediglich Räume mit Tischen und Stühlen. Aber wir haben ein engagiertes, tolles Team vorgefunden, das bis zum Jahresende 150 Prozent gegeben hat, um den Kindergarten ins Rollen zu bringen. Jetzt wollen wir etwas zurückgeben“, zeigen sich die Mütter, die die Initiative zur Vereinsgründung ergriffen haben, im Gespräch mit unserer Zeitung einig.

„Wir verteilen die Bonbons“, sagt Katja Berkenberg, Vorsitzende des frisch gegründeten Fördervereins, lachend: „Die Stadt muss als Träger bezahlen, was sie bezahlen muss.“ Aber, so stellt Melanie Burghoff fest: „Die Stadt macht noch lange nicht alles.“ Anfangs habe es in der Kita  gerade einmal drei Bücher und fünf Autos gegeben. Und das Sandspielzeug befände sich in einem desolaten Zustand. Deshalb wolle der Förderverein in Zukunft bei der Anschaffung von vom Erzieherteam als sinnvoll eingestuftes „Spielzeug oder pädagogisches Material“ (Bianco Born) helfen. Ebenso sei schon jetzt die Ausstattung eines Kreativraums angedacht. „So etwas ist halt nicht zwingend notwendig, aber mehr als wünschenswert. Für diese Dinge machen wir uns stark“, unterstreicht Katja Berkenberg.

Der Förderverein hat aktuell knapp 25 Mitglieder, die Eintragung beim Amtsgericht läuft und eine Steuernummer ist zugeteilt. „Somit können wir schon Spendenquittungen ausgeben“, sagt die Vorsitzende. Mit Festen für die Kindergartenkinder und deren Familien oder Aktionen wie Waffelbacken wollen die Initiatorinnen die Kasse klingeln lassen und auf den Förderverein aufmerksam machen.

Nicht ganz frei von Zynismus stellen die Mütter fest: „Wir sind die Reste-Rampe.“ Und meinen damit, dass sie zu denen gehören, die in 2018 erst kurzfristig einen Kindergartenplatz und das nicht in der Wunscheinrichtung bekamen. „Wir sind über den Platz für unsere Kinder froh“, sagt Melanie Burghoff. Sie denkt jedoch auch an die noch suchenden Eltern: „Was ist mit den anderen 160? Die Stadt hat aus dem vergangenen Jahr offenkundig wenig gelernt. Wo sind denn die versprochenen zusätzlichen Gruppen?“