Entwicklungs- und Handlungskonzept in Wermelskirchen Stadtplaner sieht nach wie vor „gute Chancen“ für 70-Prozent-Förderung

Wermelskirchen · Im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr skizziert Stadtplaner Hans-Joachim Hamerla vom ASS-Büro die Schritte zum Geld für die Entwicklung des Rhombus-Innovationsquartiers.

Blick auf das Rhombus-Areal an der B 51. Die ersten Bagger für das „Innocationsquartier“ sollen in 2026 rollen.

Blick auf das Rhombus-Areal an der B 51. Die ersten Bagger für das „Innocationsquartier“ sollen in 2026 rollen.

Foto: Stephan Singer

Nach wie vor habe die Stadt Wermelskirchen „gute Chancen“ für eine 70-Prozent-Förderung im Rahmen der Entwicklung des Rhombus-Areals. Das sei nicht selbstverständlich, betonte Stadtplaner Hans-Joachim Hamerla vom ASS-Büro in Düsseldorf, das sich mit der Verwaltung und in deren Auftrag um das Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEHK) kümmert. „Das Landesministerium hat andere Schwerpunkte und neue Städtebau-Förderrichtlinien zum 1. Juni 2023 in Kraft gesetzt“, erläuterte Hamerla auf der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr: „Diese Vorgaben ändern den Prozess ganz gravierend, die Rahmenbedingungen sind jetzt einfach anders.“

Anders sei nunmehr geregelt, dass es für Förderungen von Städtebaumaßnahmen einen Erst- und einen Fortsetzungsantrag geben müsse. Das habe auch Vorteile, denn: „Nach bewilligtem Erstantrag folgt eine Auszahlung, so dass weitere Planungs- und Vorbereitungskosten nicht mehr vorgestreckt werden müssen.“ Aber: „Der Erstantrag muss jetzt deutlich weiter vorbereitet sein und ab der Stellung des Fortsetzungsantrags sind keine Änderungen der Planung mehr möglich.“

Im Wermelskirchener Fall sei der Grundförderantrag für die Maßnahmen des IEHK bereits bewilligt – der Jugendfreizeitpark schon umgesetzt. Weiterhin dazu gehören der erste und zweite Bauabschnitt der Hüpp-Park-Umgestaltung und die Rhombus-Areal-Entwicklung. Einen Erstantrag müsse Wermelskirchen trotz der Vorgabenänderung nicht mehr stellen, beteuerte Hans-Joachim Hamerla: „Wir sind eindeutig mittendrin.“ Deshalb müsse eine „Überleitung“ her.

Diese „Überleitung“ birgt ein handfestes finanzielles Interesse, denn: Erfolgte der Grundförderantrag noch zu Zeiten, in denen städtebauliche Maßnahmen mit 70 Prozent der Kosten gefördert wurden, gelten nunmehr 50 Prozent. „Unser übergeleiteter Antrag ist ein Erstantrag, der vorhandene Maßnahmen aufgreift. Wir werden also in den Antrag aufnehmen, dass wir 70 Prozent bekommen“, skizzierte der Stadtplaner gegenüber dem Ausschuss das Vorgehen. Das biete große Vorteile, müsse aber bewilligt werden.

Hamerla schätzte ein, dass rein rechnerisch auf den Hallenbad-Neubau im Zuge der Rhombus-Entwicklung rund sieben Millionen Euro an förderfähigen Kosten entfielen als Anteil für soziale und energetische Maßnahmen sowie den städtebaulichen und architektonischen Mehrwert. „Durch diese Entscheidung für den Hallenbad-Standort auf dem Rhombus-Gelände kommt das Bad in die Förderkulisse – diesen Vorteil hätten wir an anderen Standorten nicht, weil es nicht in eine städtebauliche Maßnahme eingebettet wäre“, beschrieb Hans-Joachim Hamerla: „In Abstimmung mit Bezirksregierung und Land sehen dafür gute Chancen.“ Die Bagger für das „Innovationsquartier Rhombus“ könnten seiner Einschätzung nach ab Mitte 2026 rollen.

Bis dahin gelte es einen straffen Zeitplan zu beachten, sagte der ASS-Chef. Derzeit laufe die Erstellung eines städtebaulichen Gesamtkonzepts – das werde im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr im März 2024 vorgestellt. Die Qualifizierung der Hochbau-Maßnahmen entlang der B 51 müsse bis Juli 2024 erfolgt sein, genauso die öffentliche Fuß- und Radweg-Verbindung zwischen Rhombus und Innenstadt in Form eines Steges über die Dellmannstraße. Der Grund: Die Antragstellung muss bis Ende 2024 erfolgt sein. „Die Bauleitplanung mit Änderung des Flächennutzungsplans und Erstellung eines Bebauungsplans muss sofort starten. Das Ziel sollte sein, damit Ende 2024 fertig zu sein, spätestens aber im August 2025“, blickte Hans-Joachim Hamerla aus.

In einer „groben“ Kostenschätzung für den „übergeleiteten Erstantrag“ summierte Hamerla eine Summe von zuwendungsfähigen Kosten von insgesamt 27,7 Millionen Euro auf. Darunter fallen der Grunderwerb des Rhombus-Teilstück durch die Stadt für 750.000 Euro, der Abbruch und die Entsorgung des Altbestandes mit 3,5 Millionen Euro, die Erschließung der öffentlichen Plätze auf dem Areal mit 2,7 Millionen Euro, die Quartiersbegegnungsstätte als außerschulischer Bildungsstandort mit zwölf Millionen Euro oder auch die nach Bauordnung notwendigen Stellplätze mit 1,6 Millionen Euro.

Dazu kommen demnach 1,5 Milionen und eine Millionen Euro für die beiden Hüpp-Park-Bauabschnitte sowie Kosten für Projektsteuerung und Koordination von 165.000 Euro. Die angestoßenden IEHK-Maßnahmen addierten sich so zu 34,8 Millionen Euro inklusive Baukostensteigerung von sieben Prozent pro Jahr. Bei einer 70-Prozent-Förderung erhalte die Stadt Wermelskirchen 24,4 Millionen und müsse 10,4 Millionen Euro an Eigenanteil (30 Prozent) aufbringen.

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