Wermelskirchen: „Förderbedingen für sozialen Wohnungsbau sind schlecht“

Bauherren in Wermelskirchen erhält geringere Fördersätze : „Bedingungen für Sozialwohnungen sind schlecht“

Die beiden Neubauprojekte des Bauvereins sind frei finanzierte Objekte. Die Zinsen sind niedrig, allerdings steigen die Baupreise rapide an. Martin Lambotte, geschäftsführender Vorstand, spricht von jährlich acht bis zehn Prozent.

Seinen Statuten entsprechend versucht die Wohnungsgenossenschaft, dennoch bezahlbaren und gepflegten Wohnraum anzubieten. Auf sozialen Wohnungsbau, also auf öffentlichen geförderten Wohnraum für Menschen mit schmalerem Budget, verzichtet der Verein. „Das lohnt sich nicht, weil die Förderbedingungen für Wermelskirchen schlecht sind. Wir würden draufzahlen“, resümiert Lambotte. Außerdem sei der Verwaltungsaufwand höher.

Der Grund: Wermelskirchen sei in die Fördergruppe 3 eingestuft, Burscheid zum Beispiel in 4. Während der Förderbetrag hier bei 1750 Euro pro Quadratmeter liege, fließen in der Nachbarkommune 1950 Euro, rechnet Lambotte vor. Und während der Tilgungszuschuss hier 15 Prozent betrage, werde in anderen Städten 25 Prozent gewährt. Für die Sozialwohnungen dürfen in Wermelskirchen 5,70 Euro, in Burscheid 6,20 Euro pro Quadratmeter genommen werden. Günstig wohnen kann man in Wohnungen des Bauvereins trotzdem. Der Löwenanteil des Bestandes stamme aus den 50er und 60er Jahren. Mieter älterer Wohnungen zahlen ab 5,25 Euro pro Quadratmeter Kaltmiete, wobei alle Wohnungen Wärme gedämmt seien, einen Balkon haben und über eine Gaszentralheizung beheizt werden. Lambotte: „Fast jeder zweite eingenommene Euro fließt in die Instandhaltung.“