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Wermelskirchen: Erzbistum sagt Messen ab, evangelische Gottesdienste finden noch vereinzelt statt.

Corona-Krise : In den Kirchen herrscht Ausnahmesituation

In vielen heimischen Kirchen blieben die Glocken am Sonntag still. Nachdem das Erzbistum Köln am Samstag entschieden hatte, alle Feiern von Gottesdiensten einzustellen, wurden auch die Messen in St. Apollinaris und St. Michael kurzfristig abgesagt.

„Dadurch soll die Verbreitung des Coronavirus gebremst und Gottesdienstbesucher sollen geschützt werden“, informierte die Gemeinde in Wermelskirchen. Die Regelung des Erzbistums gilt vorerst bis zum Karfreitag, auch alle anderen Veranstaltungen der katholischen Kirchengemeinde werden bis zum 31. März abgesagt, die Katholische Bücherei schließt bis Karfreitag.

Währenddessen treffen in der Evangelischen Kirche die Presbyterien die Entscheidungen für ihre Gemeinden selbst. Die Landeskirche in Düsseldorf versorgt ihre Gemeinden regelmäßig mit Empfehlungen. Auch Superintendent Hartmut Demski hat den Gemeinden empfohlen, Gottesdienste abzusagen. Die Entscheidungen treffen aber die jeweiligen Gemeinden selbst – solange es kein Verbot der Städte für öffentliche Veranstaltungen gibt. „Für uns ist das ein schwieriges Spannungsfeld“, sagt Demski, „uns fällt es sehr schwer, Gottesdienste und Veranstaltungen aufzugeben. Auf der anderen Seite sind wir uns der hohen Verantwortung bewusst, die Infektionsgefahr zu vermindern.“ In diesem Spannungsfeld fielen die Entscheidungen in den Gemeinden für den gestrigen Sonntag unterschiedlich aus. Der Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hilgen-Neuenhaus entschied: „Gerade in der Not benötigen Menschen Raum zu Gebet und Gottesdienst. Wir möchten diesen anbieten.“ Alle anderen Veranstaltungen in der Gemeinde allerdings werden abgesagt, Nachbarschaftshilfe angeboten. Die Kirchengemeinde in Wermelskirchen überließ die kurzfristige Entscheidung den Pfarrern und beteiligten Presbytern: In Hünger, Tente, Unterburg und Eipringhausen fielen die Gottesdienste aus. Der Taufgottesdienst in der Stadtkirche fand statt.

Am Freitag wird das Presbyterium in Wermelskirchen entscheiden, wie es mit Gottesdiensten und Veranstaltungen weitergehen wird – bereits ab Dienstag ist ein Krisenstab im Einsatz. „Kirche und Religion haben viel mit sozialen Kontakten und gemeinschaftlichem Leben, Singen und Beten zu tun“, sagt der Superintendent, „innerhalb weniger Stunden haben wir das von 100 auf Null runterfahren müssen.“ Nun sei es wichtig, Möglichkeiten der Gemeinschaft zu finden.

Sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche verweisen auf Gottesdienste im Fernsehen und Radio. „Vielleicht werden wir auch Möglichkeiten finden, Online-Modelle anzubieten“, sagt Demski. Ratsam sei es, sich regelmäßig auf den Internetseiten über neue Beschlüsse und Ideen zu informieren.