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Wermelskirchen: Erweitere Galerie im „Bergischen Löwen“

Blickpunkt Wirtschaft in Wermelskirchen : „Bergischer Löwe“ bald mit großer Galerie

Der neue Inhaber Lars Röntgen baut das altehrwürdige Gebäude um. Der Restaurantbetrieb soll nach Abschluss der Arbeiten im Februar wieder starten. In Zukunft soll die Außengastronomie auf dem Markt besser zu bedienen sein.

Seine Lage am Markt ist exponiert, das Gebäude ist eines der ältesten und schönsten in Wermelskirchen – nicht umsonst steht der „Bergische Löwe“ unter Denkmalschutz und ziert als Motiv zahlreiche Postkarten, Gemälde oder Zeichnungen. Nichtsdestotrotz ist das Gebäude zurzeit eine Baustelle: Im Inneren „drehen“ Inhaber Lars Röntgen und von ihm beauftragte Handwerker das altehrwürdige Haus auf „Links“, seit Ende August ist das von dem gelernten Koch betriebene Restaurant geschlossen, um die von ihm lang ersehnten Umbauten durchzuführen. Die zwischenzeitliche Hoffnung auf eine Wiedereröffnung noch vor Weihnachten hat sich allerdings längst zerschlagen, wie Lars Röntgen im Gespräch mit unserer Redaktion sagt: „Ich rechne im Moment mit einer Fertigstellung und Eröffnung im Februar 2020.“

Die jetzigen Umbaumaßnahmen habe er schon immer machen wollen, erzählt Lars Röntgen. Der 50-jährige Koch war bis Ende vergangenen Jahres Pächter des Hauses, das bis dahin in Besitz der Stadt Wermelskirchen war. Im Januar diesen Jahres kaufte Röntgen das Haus, in dessen Obergeschoss-Wohnung er auch wohnt. Damit wurde der Weg für die Umbaumaßnahmen frei, denn zuvor konnte und wollte die Stadt als Vermieter die von Röntgen angestrebten Arbeiten angesichts des Haushaltssicherungskonzeptes nicht finanzieren. Im November 1996 startete Lars Röntgen den Restaurantbetrieb „Bergischer Löwe“ und kann auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken, denn seine gehobene Küche erfreut sich großer Beliebtheit, was unter anderem an den vielen Fragen nach einem Wiedereröffnungstermin sowohl bei Lars Röntgen als auch in unserer Redaktion erkennbar ist.

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„Für mich war nach dem Kauf des Hauses, der formell letztlich im September abgewickelt war, klar: Ein Aufschub der Arbeiten macht es nicht besser“, stellt Lars Röntgen seine Sicht der Dinge klar: „Hauptsache es passiert etwas. Ich bin froh, dass jetzt endlich aufgebaut wird – bisher hatte ich seit Mitte September eigentlich nur abgerissen.“ Mindestens acht Tonnen Material habe er mit Containern abtransportieren lassen. Wer den „Löwen“ zuvor kannte und sich nun auf der Baustelle umsieht, kann komplett durch das Gebäude sehen: Wände sind eingerissen, das Fachwerk-Ständerwerk sorgt nach wie vor für Charme. „Ich möchte einen möglichst offenen Raum, ein offenes Entrée“, beschreibt Röntgen.

Unmittelbar hinter dem Haupteingang vom Markt aus wird es einen Glaswindfang geben. Dahinter wird der Kunde direkt von der Theke empfangen. „Die Theke selbst bleibt die bisherige – nur an neuem Standort“, blickt Lars Röntgen aus. Dessen neuer, größerer Arbeitsplatz befindet sich auf der zum Marktplatz gerichteten Gebäudeseite – die alte Küche war schlicht viel zu klein. So befindet sich der zukünftige Thekenbereich etwa am ehemaligen Küchenstandort, im ehemaligen Thekenbereich entstehen neue Toiletten. Die bisherigen bleiben übrigens erhalten, werden teilweise zum Personal-WC.

„Der Innenbereich des ‚Löwen‘ wird sich nach der Fertigstellung mindestens zu 70 Prozent verändert haben“, kündigt Röntgen an: „Die Planungen sind in Abstimmungen mit dem Denkmalschutz erfolgt. Der hat zum Beispiel Wert darauf gelegt, dass die drei optischen Schneisen, die sich durch das Fachwerk ergeben, erhalten bleiben müssen.“ Nicht ohne Stolz zeigt der Koch die erweiterte Galerie, auf der in Zukunft mehr Gäste einen Platz finden werden. „Insgesamt werden wir bis zu 65 Plätze haben“, schätzt der 50-Jährige: „Die künftigen Tische werden flexibler zu stellen sein – für Paare oder für größere Gruppen, je nach Bedarf.“ Dazu käme ein ebenso flexibles Konzept mit indirekter, energiesparender Beleuchtung. Eigentümer Lars Röntgen kündigt zudem an, den Bereich des Marktes nach dem Umbau besser bedienen zu können.

Der Umbau eines historischen Gemäuers birgt Tücken – diese Erfahrung machte Lars Röntgen inzwischen bereits: „Pläne von Strom- oder Gasleitungen gab es nicht. Und ich habe sogar Stahlträger freigelegt, die für Statik sorgen und von denen keiner wusste, dass es sie gibt.“ Genauso wäre es gar nicht so einfach, die notwendige Lüftung gebäude- und bedarfsgerecht zu konstruieren: „Das läuft aber inzwischen und ist wichtig, denn Lüftungsanlage und Fettabscheider sind Bedingungen für eine Genehmigung.“