1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen Erstaunen über die neue „Gassi gehen“-Regeln

In Wermelskirchen : Erstaunen über die neue „Gassi gehen“-Regeln

Hundebesitzer zucken nur mit den Schultern ob der von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner geforderten Pflicht, mit Vierbeiner Gassi zu gehen.

Da hat der eine oder andere Hundebesitzer in dieser Woche sicher erstmal erstaunt nachgefragt, ob er sich nicht vielleicht verhört hat: Die Bundesregierung plant strengere Auflagen für Hundehalter. Und unter anderem soll es, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, auch eine „Gassi gehen“-Pflicht geben. „Einem Hund ist mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu gewähren“, heißt es in dem Papier. Sprich: Wer keinen eigenen Garten hat, muss künftig spazieren gehen mit dem Vierbeiner. Außerdem sollen Hunde nicht mehr den ganzen Tag alleine gelassen werden.

„Das ist ein sehr ungewöhnlicher Vorstoß“, sagt Jochen Schneider augenzwinkernd. Zuerst habe er vermutet, dass es an der Sommerhitze gelegen haben müsse. Denn: „99 Prozent aller Hundebesitzer lieben ihr Tier wirklich sehr“, sagt er. „Für die ist es doch selbstverständlich, dass sie mit dem Hund laufen gehen, mit ihm spielen und sich mit ihm beschäftigen. Ich kenne niemanden, der seinen Hund alleine lässt oder sich nicht um ihn kümmert.“ Schneider ist Revierpächter in Pohlhausen und außerdem im Vorstand des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger, von denen alle Jagdhunde mit sich führen.

Andere Hundebesitzer zucken ebenfalls die Schultern ob der „Gassi gehen“-Regeln: „Wenn mein Hund nur eine Stunde am Tag draußen laufen könnte, wäre das für ihn eine Strafe“, sagt die Besitzerin eines Schäferhundes. Dass künftig verboten wird, Hunde an einer Kette oder Leine zu halten, begrüßen Hundeliebhaber jedoch ebenso, wie das Verbot von Ausstellungen mit überzüchteten Hunden, die sich nicht mehr artgerecht verhalten können. Oder denen Körperteile wie Ohren und Rute „tierschutzwidrig vollständig oder teilweise amputiert“ wurden.

Auch Rindern, Schweinen und Geflügel soll es etwas besser gehen: Bisher dürfen sie bis zu acht Stunden lang zum Schlachthof gefahren werden. Laut neuer Verodnung reduziert sich die Zeit auf viereinhalb Stunden, „wenn nicht sichergestellt ist, dass zu jedem Zeitpunkt während der Beförderung eine Temperatur von nicht mehr als 30 Grad herrscht“.