1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Erneute Sprengung in Dabringhausen

Kampfmittelräumdienst im Einsatz : Erneute Sprengung in Dabringhausen

Auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes am Asterweg hat es am Dienstagmorgen zum zweiten Mal kontrollierte Sprengungen von Granaten aus dem zweiten Weltkrieg gegeben. Alles verlief reibungslos.

Seit einigen Jahren schon wird auf dem alten Sportplatz am Asterweg kein Fußball mehr gespielt. In naher Zukunft sollen Häuser und Wohnungen auf dem Gelände und den umliegenden Wiesen entstehen.

Damit die Arbeiten für das Neubaugebiet starten können, muss der Träger das Ordnungsamt über größere Bebauungen informieren. Diese haben zur Folge, dass große Erdmassen ausgehoben werden müssen. „Ab 60 Zentimetern Tiefe oder wenn schwere Maschinen wie Bagger eingesetzt werden, müssen wir informiert werden. Wir geben diese Information an den Kampfmittelräumdienst weiter“, sagt Daniel Steiner vom Ordnungsamt. Der Kampfmittelräumdienst hat im Anschluss die Aufgabe, das Gebiet, auf dem gebaut werden soll, komplett von Munition und Sprengsätzen aus dem Zweiten Weltkrieg zu befreien. Das ist nur bei Flächen notwendig, die vorher nicht bebaut waren.

Der Kampfmittelräumdienst besorgt sich im Anschluss Luftaufnahmen des Baugebiets. Diese müssen bei den Alliierten gekauft werden, da Deutschland keine Auskunft über fremde Sprengsätze hat. Die Luftbilder geben Klarheit darüber, ob Bomben in dem umliegenden Gebiet liegen können oder ob es vor etwa 80 Jahren Stellungen in der Nähe gegeben haben könnte.

 Sprengmeister Marcel Biewald vom Kampfmittelräumdienst.
Sprengmeister Marcel Biewald vom Kampfmittelräumdienst. Foto: Peter Meuter
  • Weil so viele Mannschaften auf dem
    Bürgermonitor in Hückeswagen : Keine Chance für Bolzplatz als Sportplatz
  • Aufräumarbeiten im Inneren des Geldautomaten-Raums.
    Remscheider Polizei fahndet nach Tätern : Geldautomat gesprengt: Explosion mitten in der Nacht
  • Der Kampfmittelräumdienst musste am Franziskanerplatz eine
    Wurzeln beschädigt : Stadt Erkelenz lässt Linde an Franziskanerplatz fällen

Bereits am vergangenen Donnerstag, an dem bereits 18 Granaten kontrolliert gesprengt worden waren, hatte Sprengmeister Marcel Biewald gesagt: „Wir haben anhand alter Luftbildaufnahmen von Ende 1944 etwa 18 Verdachtsstellen identifiziert, diese Punkte vor Ort geöffnet und genauer untersucht.“ Diese wurden mit einem sogenannten Bodenradar untersucht. „Bei manchen Stellen, die im Bodenradar auffallen, handelt es sich nur um Schrott oder andere metallische Gegenstände.“ sagt Daniel Stein.

Am Dienstag wurden erneut sechs englische Granaten gefunden und gesprengt. Diese faustgroßen Sprengkörper wurden in ein ausgebuddeltes Loch gelegt und gezielt mit separatem Sprengstoff versehen. Die Sprengung erfolgte aus sicherer Entfernung. „Obwohl kaum eine Gefahr besteht, kann es sein, dass kleine Steine wie Geschosse durch die Luft fliegen“, erklärte Marcel Biewald.

Aus diesem Grund wurden Anwohnern rund um den Sportplatz im Vorhinein informiert, möglichst in ihren Häusern zu bleiben und Fenster in Richtung der ehemaligen Sportstätte mit Jalousien oder Rolladen zu schützen. Die Sprengung wurde von verschiedenen Kameras aufgezeichnet, da nur der Kampfmittelräumdienst in der Nähe der Explosion sein durfte. Ordnungsamt und Medien-Vertreter mussten einen Abstand von rund 100 Metern einhalten, um jegliche Risiken auszuschließen.

Die Sprengung wurde mit mehrfachen akustischen Signalen angekündigt. Die Explosion war akustisch kaum vom Zuschlagen einer Autotür zu unterscheiden. Nach einem weiteren Signal wenige Minuten später war klar: Die Sprengung ist erfolgreich verlaufen. Die Kameraaufnahmen zeigten, dass die Explosion deutlich größer war als noch am vergangenen Donnerstag, obwohl es sich nur um ein Drittel der Granaten gehandelt hat.

Die Sucharbeiten des Kampfmittelräumdienstes auf dem alten Sportplatz sind vorerst abgeschlossen. Die zu bebauende Fläche ist mit der Sprengung von Dienstag vollständig von Sprengkörpern und Munition befreit.