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Wermelskirchen: Erfolgreiche Stadtradler spenden ihre Preise

Stadtradeln in Wermelskirchen : Erfolgreiche Stadtradler spenden ihre Preise

Jan und Benjamin Schützke und Friedrich Schmidt haben die meisten Kilometer beim Stadtradeln gesammelt. Die Stadt zeichnete sie am Donnerstag aus – genauso wie Teams, Familien und Schulen.

Natürlich kommen sie zur Siegerehrung mit dem Rad. Um kurz vor 17 Uhr setzen Jan und Benjamin Schützke ihre Helme ab. Auch Friedrich Schmidt parkt sein Fahrrad vor dem Rathaus. Sie bekommen an diesem Nachmittag die Urkunden für die erfolgreichsten Teilnehmer des Stadtradelns. 3058 Kilometer hat Jan Schützke (39) in rund drei Wochen gesammelt – und damit 471 Kilogramm CO2 eingespart. Sein Bruder Benjamin Schützke (35) ist 2352 Kilometer gefahren. „Wir pendeln mit dem Rennrad zur Arbeit, erledigen den Einkauf mit dem Lastenrad und legen einfach die meisten Wege mit dem Rad zurück“, erklärt Jan Schützke, nachdem ihm Bürgermeisterin Marion Lück die Urkunde und den 75-Euro-Gutschein in die Hand gedrückt hat.

Viele der Kilometer haben die beiden Brüder mit dem Rennrad gesammelt – und damit auch gleichzeitig Punkte für ihre Gruppenwertung eingefahren, um am Ende Platz sieben im Ranking zu erreichen. Mit dem Auto zur Arbeit fahren, macht auch keinen Spaß“, sagt Benjamin Schützke, der in Opladen arbeitet. Stattdessen fährt er nun über die Trasse. Man bekomme so schön den Kopf frei, sagen die beiden. „Und auf dem Rad nimmt man viele Dinge auch viel bewusster wahr“, befindet Jan Schützke.

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Diese Erfahrung macht auch Friedrich Schmidt aus Dhünn: 1816 Kilometer hat er in drei Wochen auf dem Rad gesammelt und damit den dritten Platz der erfolgreichsten Stadtradler in diesem Jahr gemacht. Alle drei haben in diesem Jahr zum ersten Mal am Stadtradeln teilgenommen. „Mit dem Rad bin ich aber seit Jahrzehnten unterwegs“, erzählt Schmidt (65), der mit seinem Team „ProPhysio Wermelskirchen“ auf Platz fünf gelandet ist. Und alle drei Gewinner des Wettbewerbs haben auch entdeckt: Die Ränder an der Trasse könnten besser geschnitten werden. Die Brombeeren hätten schon manchmal schmerzhafte Spuren hinterlassen.

Bürgermeisterin Marion Lück freut sich zur Siegerehrung über den großen Einsatz der Radler. „Wir sind noch erfolgreicher als im vergangenen Jahr“, resümiert sie. Fast habe man gemeinsam zwei Runden um die Weltkugel geschafft. „Es wäre schön, wenn wir diese Marke im nächsten Jahr knacken“, sagt sie augenzwinkernd. Einen Rekord haben die Wermelskirchener in diesem Jahr schon geholt: Kein Radfahrer im Rheinisch-Bergischen Kreis hat eine längere Strecke beim Stadtradeln zurückgelegt als Jan Schützke.

Alle drei Gewinner der Einzelwertung behalten ihr Preisgeld übrigens nicht. Sie haben sich für eine Spende entschieden – und lassen die 150 Euro dem Kinderhospiz Burgholz zukommen. „Wenn man das Fahrrad erstmal in seinen Alltag integriert hat, dann hat man schon so viel gewonnen, dass man genug entlohnt ist“, sagt Jan Schützke.

Unterdessen zeichnet Yvonne Kuhl vom Amt für Stadtentwicklung die erfolgreichsten Teams, Familien und Schulen mit Urkunden aus: 17 Radfahrer sammelten für das Team „Radtour mit Freunden“ insgesamt 9360 Kilometer und kommen zur Siegerehrung in einer großen, heiteren Gruppe. Den zweiten Platz macht das „Offene Team Wermelskirchen“ mit 18 aktiven Radlern und 8831 Kilometern, den dritten Platz erreichen die Radler der Stadtverwaltung mit 30 Teilnehmenden und 7458 Kilometern.

Familie Meller nimmt am Freitagnachmittag die Urkunde für die erfolgreichste Familie entgegen: „Wir waren im Urlaub an der Müritz“, erzählt Udo Meller, „da hatten wir viel Gelegenheit zum Fahrradfahren.“ Platz zwei belegt Familie Menzel mit 697 Kilometern, Platz drei Familie Rossow mit 312 Kilometern. Als erfolgreichste und einzige Schule zeichnet Bürgermeisterin Marion Lück am Freitag das Gymnasium aus – 28 Schüler haben insgesamt 3684 Kilometer gesammelt.

Bevor sich die erfolgreichen Stadtradler nach der Siegerehrung auf den Heimweg machen, kommt Jan Schützke noch mit Yvonne Kuhl ins Gespräch. In welchem Zeitraum das Stadtradeln denn im nächsten Jahr stattfinde, fragt er. Womöglich falle ja sein Urlaub wieder in diese Zeit – und damit die Möglichkeit, besonders viele Kilometer zu sammeln.