Wermelskirchen: Eltern machen sich von der Sekundarschule ein eigenes Bild

Tag der offenen Tür in Wermelskirchen : Eltern machen sich von der Sekundarschule ein Bild

Im Frühjahr nächsten Jahres melden Eltern ihre Viertklässler an einer weiterführenden Schule an. Die Sekundarschule präsentierte beim Tag der offenen Tür ihr Lernkonzept, die Gäste durften in den Unterricht reinschnuppern.

Cornelia Dittmann hatte viel gehört. „Die Leute reden, es gibt viele Vorurteile über die Sekundarschule“, sagt sie. Also entschieden sie und ihr Mann, sich selbst ein Bild zu machen. Schließlich steht im nächsten Jahr für ihren Sohn der Wechsel zur weiterführenden Schule an. „Diese Entscheidung können wir nur treffen, wenn wir wissen, worüber wir entscheiden“, sagt sie. Mit ihrer Familie machte sie sich am Samstag auf den Weg zum Tag der offenen Tür in der Sekundarschule.

Zwei Stunde später strahlt sie ihren Sohn an. „Ich habe ein gutes Gefühl“, erklärt sie, „im Grunde haben wir alle Vorurteile ausgehebelt.“ Die Schule sei in Ordnung, das Gebäude teilweise vielleicht etwas in die Jahre gekommen. Aber sie wünsche sich für ihn eine Schule, die ihn sowohl beim Lernen als auch bei seinen handwerklichen Fähigkeiten unterstütze, sagt Cornelia Dittmann. Nach ihrem Besuch habe sie den Eindruck, genau das könne ihr Sohn hier finden. „Vielleicht darf er hier in seinem eigenen Tempo lernen“, sagt sie, „individueller als in anderen Schulformen.“

Schulleiter Dietmar Paulig erlebt an diesem Morgen viele dieser Gespräche: Eltern seien verunsichert und unentschieden zum Tag der offenen Tür gekommen. Da habe die Schule ansetzen wollen: „Uns war es wichtig, Eltern und Schülern zu zeigen, dass wir den Kindern hier die Möglichkeit geben, wirklich anzukommen“, erklärt er. Dass Angebote und Unterrichtskonzepte so gestrickt seien, dass Vielfalt in der Schule und erfolgreiches Lernen möglich ist. Motivation und Atmosphäre seien wichtig.

Deswegen geben Lehrer und Schüler den Gästen die Möglichkeit, im Unterricht Platz zu nehmen und mitzumachen. Ältere Schüler bieten zweisprachige Führungen an, die Band tritt auf, der Hauswirtschaftskurs zaubert Köstlichkeiten, im naturwissenschaftlichen Bereich können die Gäste an Mitmach-Experimenten teilnehmen, auch die Kooperation mit dem Gymnasium für Zehntklässler wird vorgestellt. Die Gäste können sich ein Bild machen vom Lernbüro, vom selbstständigen Lernen an der Schule und von Lernlotsen. Die Eltern sehen genau hin und fragen viel.

„Ich bin sehr verunsichert“, räumt eine Mutter ein. Ihre Tochter wechsle 2020 auf die weiterführende Schule. „Natürlich bekommt man die Diskussion um die Sekundarschule mit und hat das Gefühl, es läuft noch nicht alles rund.“ Also habe sie mit ihrer Tochter hineinschnuppern wollen. „Für mich ist das Wichtigste, dass ich auf die gleiche Schule gehe wie meinen Freundinnen“, sagt die Neunjährige.