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Wermelskirchen: Einzelhandel hat sich für den Advent gerüstet

Weihnachtsgeschäft in Wermelskirchen : Einzelhandel hat sich für den Advent gerüstet

Längere Öffnungszeiten, mehr Personal: Obwohl das Weihnachtsgeschäft längst angelaufen ist, startet mit dem ersten Advent die Hochsaison im Einzelhandel.

„Bitte einpacken“. Eine Kundin legt im Rumpelstilzchen Hose, Jacke und Pullover auf den Verkaufstresen, lacht Iris Lawrenz hinter der Kasse an und verkündet dann: „Das sind Weihnachtsgeschenke für meine Enkel.“ Also schneidet Iris Lawrenz fröhlich das Weihnachtspapier zurecht, beginnt einzupacken und zu kassieren. „Bei uns beginnt jetzt langsam das Weihnachtsgeschäft“, sagt sie. Während viele junge Eltern auf das Internet setzen würden, seien bei ihr vor allem die Großeltern zu Gast. „Wir freuen uns sehr, dass sie uns treu sind“, sagt sie. Und Kinderkleidung sei immer noch ein gern gesehenes Geschenk unter dem Baum.

„Jetzt hoffe ich nur, dass uns nicht ein nächster Lockdown ins Haus steht“, sagt die Händlerin und trifft damit die Sorge vieler Kollegen auf den Punkt. Schließlich sei die Adventszeit so wichtig für den Handel. Für den zweiten, dritten und vierten Adventssamstag hat Iris Lawrenz wie viele ihrer Kollegen die Öffnungszeiten bis in den Nachmittag verlängert. „Der erste Advent war bei uns immer so ruhig, dass er sich nicht gelohnt hat“, sagt sie. Viele andere Geschäfte setzen bereits ab dem heutigen Samstag auf Öffnungszeiten bis 16 Uhr.

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„So wollen wir auch den Betrieb etwas entzerren“, sagt Buchhändlerin Gabriele van Wahden. Jeden Werktag im Advent habe sie nun wieder von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet – samstags bis 16 Uhr. Freie Nachmittage sind gestrichen. Denn der Betrieb im Laden ist in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. „Es gab wieder erste Schlangen vor der Türe“, sagt die Buchhändlerin, „aber die Menschen sind sehr geduldig.“ Viele hätten schon Geschenke gekauft, andere aber Lesestoff für eigene Adventsabende. „Die Menschen kommen gezielter ins Geschäft“, sagt Gabriele van Wahden. Und dort bemüht sich das Team, trotz der besonderen Pandemie-Umstände, Weihnachtsstimmung aufkommen zu lassen. „Wir haben wieder unser Weihnachtszimmer eingerichtet“, erzählt die Buchhändlerin, „und es wird viel genutzt.“ In aller Ruhe nehmen sich Kunden Zeit, um ganz alleine im Zimmer im ersten Stock zu stöbern. „Jetzt holen wir die Weihnachtssachen mehr und mehr in den Laden“, sagt van Wahden.

Auch Wolfgang Müllenmeister im Holzwürmchen steckt mittendrin im Weihnachtsgeschäft. „Was ich vom ersten Adventssamstag erwarten kann, das weiß ich nicht“, sagt er, „dieses Jahr hat das Weihnachtsgeschäft deutlich früher begonnen, als in den Jahren vor der Pandemie.“ Am vergangenen Samstag habe Hochbetrieb im Laden geherrscht. Während sich vor 2020 die Zeiten eher immer weiter nach hinten verschoben, haben inzwischen viele Kunden die Warnungen vor Lieferschwierigkeiten ernst genommen und die Geschenke für die Kinder längst bestellt und abgeholt. „Die Nachschub-Problematik ist bei uns absolut relevant“, sagt Müllenmeister. Hinzu kommt der immer strenger werdende Wettbewerb mit dem Internet. „Wir freuen uns über jeden Kunden, der den Weg zu uns findet“, sagt er.

Das geht auch dem Team in der Parfümerie Flohr so: „Unser größter Konkurrent ist das Internet“, sagt Venerina Renda, „und wir wehren uns mit doppeltem Service und im ständigen Einsatz für den Kunden.“ Auch in der Parfümerie gelten an den Adventssamstagen längere Öffnungszeiten, mehr Personal ist im Einsatz – um zu beraten, Produkte zu organisieren, die eigentlich nicht mehr zu haben sind und sie in Geschenke zu verwandeln.

Auch der Appell des Marketingvereins ist vor dem ersten Adventswochenende deutlich: „Kauft lokal. Damit die Geschäfte nach der Krise noch da sind“, sagt Vorsitzender André Frowein. Es seien bereits mehr Zählscheine ausgegeben worden, als im Vorjahr. Das sei ein positives Indiz. „Wir hoffen jetzt auf ein richtig gutes Weihnachtsgeschäft und dass die Geschäfte so lange wie möglich geöffnet bleiben“, sagt Frowein. Der Marketingverein bemüht sich unterdessen um einen festlichen Rahmen für den Einkauf: „Die Beleuchtung ist ein großes Plus“, sagt Frowein, „und wir haben am verkaufsoffenen Sonntag auch wieder eine Nikolausüberraschung für die Kinder in den Geschäften vorbereitet.“ Der Handel sei also bereit. Jetzt komme es auf die Kunden an.