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Wermelskirchen: Eine von zwei Sirenen fällt aus

Warntag in Wermelskirchen : Eine von zwei Sirenen fällt aus

Warntag: Ordnungsamt will flächendeckende Sirenenversorgung. Die Sirenen sollen im Katastrophenfall ausgelöst werden – von Naturkatastrophen bis Großbränden.

Um Punkt 11 Uhr legte Bettina Heider-Kamm am Schwanenplatz den Schalter um: Über das Stadtviertel  klang der laute Sirenenton. „Im Ernstfall würden wir durch die Straßen fahren und entsprechende Durchsagen machen“, erklärte die Ordnungsamts-Mitarbeiterin. Beim bundesweiten Warntag verzichteten die Ordnungsämter der Kommunen auf diesen Aufwand und stellten sich samt Sirenen an zentralen Punkten auf – in Wermelskirchen machten die mobilen Sirenen auf den Fahrzeugen des Ordnungsamts auf dem Schwanenplatz und hinter der alten Polizeiwache Halt.

Am Standort mitten in der Stadt spielte allerdings die Technik nicht mit. „Auf allen Steckdosen unseres Fahrzeugs gab es keinen Strom“, erklärte Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann nach dem Einsatz. So sei zwar nicht alles so gelaufen, wie man sich das vorgestellt habe. „Erfolgreich war es trotzdem“, erklärte er, „wir haben technische Mängel bemerkt und schon einen Termin zur Reparatur vereinbart.“

Zum einen nämlich ist der Warntag, der am Donnerstag zum ersten Mal bundesweit stattfand, eine Übung für Technik und Personal. Zum anderen soll die Bevölkerung mit den Signaltönen vertrauter werden, die im Katastrophenfall ausgelöst würden – von Naturkatastrophen bis zu Großbränden.

Auf einen langen Ton um Punkt 11 Uhr folgte am Donnerstag der klassische heulende Sirenenton. Der Warntag endete um 11.20 Uhr mit der Entwarnung, die wiederum durch einen langen Ton gegeben wurde. Die Öffentlichkeit sei über die Medien über den bundesweiten Warntag informiert worden, erinnerte Tanja Haenel vom Ordnungsamt, die am Schwanenplatz im Einsatz war. Sie habe den Eindruck, dass eine gewisse Sensibilität für die Sirenentöne entstehe.

Hans-Hermann Göhausen saß währenddessen vor dem Rathaus und genoss die Sonne. „Ich habe nichts gehört“, erklärte er um kurz vor halb 12. Hätte er den Sirenenton allerdings vernommen, hätte er ihn auch einzuordnen gewusst. „Ich habe früher bei der Feuerwehr gearbeitet“, erzählte Göhausen. Also hätte er auch mit Erklärungen aushelfen können.

Arne Feldmann schloss am Mittag eine positive Bilanz. „Allerdings ist es kein Geheimnis, dass wir uns als Ordnungsamt langfristig auch eine flächendeckende Versorgung mit fest installierten Sirenen wünschen“, erklärte Feldmann. Er erinnerte an den Brandschutzbedarfsplan, der gerade entsteht. Darin werde es auch ein Konzept für feste Sirenen geben. Bis dahin allerdings sei es wichtig, mit den mobilen Sirenen an Warntagen teilzunehmen. Bereits vor zwei Jahren hatte das Ordnungsamt beim ersten landesweiten Warntag die Sirenen getestet. Im Einsatz waren sie seitdem nicht.