Wermelskirchen: Doppelgeburtstag für Kirmes-Schausteller Traber

Jubiläum und Geburtstag am Traber-Ausschank auf der Kirmes : Doppelgeburtstag für Kirmes-Schausteller

Seit einem halben Jahrhundert kommt die Familie Traber mit ihrem Ausschank auf die Herbstkirmes. Angestammter Standort ist der obere Loches-Platz. Kevin Traber kam vor 39 Jahren im Wermelskirchener Krankenhaus zur Welt.

Geburtstag hin, Jubiläum her. Kevin Traber baut mit seinem Team gerade eifrig an seinem mobilen Getränke-Ausschank im Stil eines Irish Pubs auf dem Loches Platz. Dorthin kommt die Schausteller-Familie, deren Tradition auf Kevin Trabers Vater – einem einst berühmten Hochseil-Artisten – zurückgeht, zur diesjährigen Kirmes seit 50 Jahren. Kevin Traber erblickte im Laufe dieses halben Jahrhunderts das Licht der Welt: Gestern auf den Tag genau vor 39 Jahren im Wermelskirchener Krankenhaus.

„Ich bin genau in der Aufbauphase unseres Standes zur Welt gekommen. Meine Mutter arbeitete noch hochschwanger mit, dann kamen die Wehen“, erinnert Kevin Traber im Gespräch mit unserer Zeitung die Erzählungen seiner Eltern, von denen lediglich seine Mutter noch lebt: „Eigentlich sollte ich in Düsseldorf auf die Welt kommen, so war es ganz plötzlich Wermelskirchen – ich bin gebürtiger Wermelskirchener.“

Trotz des Aufbaus zur Kirmes, die am morgigen Freitag, 23. August, um 16 Uhr mit dem Fassanstich offiziell beginnt, fand Kevin Traber zumindest etwas Zeit für eine kleine Geburtstagsfeier: Mit seiner Frau Diana, die ebenfalls aus einer Schausteller-Familie stammt, und den beiden Töchtern Betty (14) sowie Leny (zwölf) und den drei festen, mitreisenden Mitarbeitern gab es am Nachmittag Kaffee und Kuchen. „Meine Frau und ich gönnen uns ein gemeinsames Geburtstags-Abendessen im Restaurant, während die Kinder auf der Gamescom in Köln sind“, erzählt Kevin Traber.

In der 50-jährigen Geschichte, die die Familie Traber mit Wermelskirchen und der Herbstkirmes verbindet, gab es für Kevin Traber noch andere unvergessliche Ereignisse: Er wurde nämlich auch in der Stadt eingeschult, weil der Rummel naturgemäß häufig in die Zeit des Beginns des neuen Schuljahrs fällt. „So war ich genau einen Tag in Wermelskirchen auf der Schule“, erzählt Kevin Traber. Das war damals die Katholische Grundschule St. Michael. „Kinder von reisenden Familien gehen dort zu Schule, wo wir gerade sind. In einem Schul-Tagebuch wird per Stempel die Anwesenheit registriert – das war damals bei mir so und ist heute bei meinen Töchtern so“, erläutert das „Geburtstagskind“. Nur am Tag der Reise von einem Schauplatz zum nächsten seien die Kinder stets entschuldigt. Und die ersten Baby-Fotos von ihm wären auch in Wermelskirchen gemacht worden, weiß Kevin Traber zu berichten: „In einem Fotostudio an der Eich.“

„Für meine Mutter und auch uns sind diese Erlebnisse eigentlich ganz normal – wir kennen das nicht anders“, betont Kevin Traber, der heuer nach 15 Jahren erstmals wieder bei der Wermelskirchener Kirmes zugegen ist: „In den vergangenen Jahren hat sich mein Bruder Philip um den Stand gekümmert. Der hat aber das Reisen aufgegeben, um für sein Café in Bocholt da zu sein“, sagt er.

Mit Fug und Recht könne die Familie Traber behaupten, der Ausschank mit der größten Getränkeauswahl auf der Wermelskirchener Kirmes zu sein: „Das war schon das Konzept unseres Papas, etwas exklusiver zu sein. Zu meines Vaters Zeiten ging es um Spirituosen, die der Renner waren – Fernet Branca oder Aquavit. Heutezutage sind es mehr die Longdrinks, die gefragt sind“, beschreibt Kevin Traber.

Aktuell wären er und seine Familie „Wermelskirchener auf Zeit“ – und das gerne, betont Traber: „Die Kirmes ist familiär, wir kennen viele unserer Gäste und die Ansprechpartner vor Ort. Für uns ist die Kirmes ein attraktives Event – das hat sicherlich mit dem Faktor zu tun, dass wir bekannt und bewährt sind.“ Deshalb verfolgt Kevin Traber genau die Entwicklungen der Loches-Platz-Bebauung: „Das sehen wir schon mit Sorge, dass wir dann einen neuen Standort auf der Kirmes brauchen – das lässt uns nicht kalt. Aber wir stehen im engen Kontakt mit den Verantwortlichen und hoffen das Beste.“

Für die kommenden Kirmes-Tage wünscht sich Kevin Traber vor allem „Wetter, Wetter, Wetter“: „Für die Wermelskirchener ist die Herbstkirmes die fünfte Jahreszeit und die lassen sich das von schlechtem Wetter nicht vermiesen. Dennoch wäre es toll, wenn die Vorhersagen stimmen und es keinen Regen gibt und nicht allzu heiß wird.“