Wermelskirchen: Die zweite Etage für den Erweiterungsbau der Sekundarschule am Weyersbusch wird aufgebaut.

Die unteren Jahrgänge ziehen nach den Herbstferien um : Modulbau für Sekundarschule wächst

Die zweite Etage für den Erweiterungsbau der Sekundarschule wird aufgebaut. Modul für Modul entstehen neue Klassenräume.

Das ist Millimeterarbeit: Am Haken des 200 Tonnen-Krans hängt eins der Module, die einzeln zusammengefügt den Erweiterungsbau für die Sekundarschule am Standort Weyersbusch bilden. Das 17 Tonnen schwere Bauteil richtet der Kranführer mit Unterstützung der Bauarbeiter so aus, dass es genau auf eine Ecke der ersten Etage passt, die bereits seit einigen Wochen auf einem soliden Betonfundament steht. Projektleiter Dieter Matzdorf hat währenddessen das Geschehen genau im Blick. Er kennt die zeitliche Taktung für den Aufbau der zweiten Etage genau. „Die Module sind jeweils in einer bis anderthalb Stunden aufgebaut“, sagt er, während das Eckmodul inzwischen auf dem unteren Geschoss steht. Von der Eingangsseite her betrachtet, ist bereits die Form eines sehr flachen Satteldachs zu erkennen. Die Blechfassade ist silbergrau. Am Eingangsportal werden Rampen aufgebaut, die einen barrierefreien Zugang zu der unteren Etage ermöglichen.

Zum Hintergrund: Die Module dienen als Erweiterung für die Sekundarschule am Standort Weyersbusch. Bis der Neubau auf dem ehemaligen Gelände der Realschule errichtet ist, braucht die Schule, die nun alle Jahrgänge umfasst, ausreichend Platz. Den finden sie künftig in zwei Trakten, dem oberen, der derzeit im Aufbau ist und aus 48 Einzelmodulen auf zwei Etagen besteht, und dem unteren Trakt, der aus 22 Modulen zusammengefügt ist. „Dieses Gebäude wird später, das heißt, bis Jahresende bezugsfertig sein“, sagt Hartwig Schüngel, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, auf Nachfrage dieser Redaktion.

Die Module sind demnach eine Zwischenlösung bis zum Einzug in den Neubau im Jahr 2024. Dafür investiert die Stadt vier Millionen Euro. Die Module hat sie gekauft. Steht der Neubau an der Rot-Kreuz-Straße, kann sie die Modulbauten verkaufen. „Sie sind universell einsetzbar, als Büroräume beispielsweise“, sagt Matzdorf. Für die Nutzung als Schulbau haben die Elemente eine hohe Druckfestigkeit, schließlich müssen sie das Gewicht von vielen Menschen tragen, einer ganzen Klasse plus Mobiliar in einem Raum.

Nach den Herbstferien sollen die unteren Jahrgänge aus dem Ernebau an der Rot-Kreuz-Straße zum Weyersbusch wechseln. Zuvor werden Mobiliar und Medien verpackt und in der unterrichtsfreien Zeit zum Weyersbusch transportiert. Schüngel: „Das Hin- und Her-Pendeln der Lehrer zwischen den beiden Schulstandorten hat dann ein Ende.“  Den ältesten Teil des Schulgebäude-Komplexes, den Altbau, werde die Sekundarschule frei ziehen, dort soll dann die Volkshochschule untergebracht werden.

Wenn nächste Woche, nach den Sommerferien, die Schule beginnt, wird der Innenausbau in den Modulen weiterlaufen. Der Bauzaun bleibt demnach noch stehen. Im Inneren des oberen Modulbaus sind Raumstrukturen gut zu erkennen. Die Profile für die Trockenbauwände stehen bereits teilweise. Vier Klassenräume finden auf jeder Etage Platz.

Jeweils eine Wand in den zukünftigen Klassenräumen, jene, vor dem die Lehrer stehen, wird mit zusätzlichen Platten verstärkt, „damit sie das Gewicht einer Tafel tragen können“, erläutert der Projektleiter. In Nähe der Eingangstür, die über den Schulhof erreichbar ist, steht das Gerüst für die Treppe, die ins obere Geschoss führt. Die Zwischenwände wirken zwar leicht, der Brandschutz- und der Schallschutz sei entsprechend gesetzlicher Auflagen voll gewährleistet, erklärt Matzdorf.

Mit Spezialtransportern werden die Module der Firma DM Bau aus Polen, dem Fertigungsstandort, zur Baustelle gefahren. Foto: Solveig Pudelski
Projektleiter Dieter Matzdorf steht vor dem zukünftigen Haupteingang des oberen Erweiterungsbaus. Foto: Solveig Pudelski
Das Panoramafoto zeigt die untere Etage des oberen Modulbaus für die Erweiterung der Sekundarschul. Foto: Solveig Pudelski

Sobald die Wände stehen, gehe es zügig mit dem Innenausbau weiter. „Wir arbeiten immer mit den gleichen Firmen zusammen. Die Kontakte muss man pflegen“, sagt der 66-Jährige, der seit 52 Jahren in der Baubranche arbeitet, im Hinblick auf den derzeit herrschenden Auftragsboom in der Baubranche. In den nächsten Wochen laufen verschiedene Gewerke, bis der Innenausbau schlüsselfertig für den Schulbetrieb fertig gestellt ist.

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