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Wermelskirchen Die Zeichen stehen auf Wachstum

Feierabendmarkt-Premiere in Wermelskirchen : Die Zeichen stehen auf Wachstum

Klönen und genießen: Trotz Hitze lockte der erste Feierabendmarkt viele Besucher. Etliche trugen keine Masken. Kontrolliert wurde nicht. Aus Sicht von WiW wird der Reigen der Stände beim zweiten Markt größer werden.

Ein geglückter Startschuss, der den Weg für weitere Entwicklungen offen hält: Selbst die Hitze des bislang heißesten Tages des Jahres schreckte zahlreiche Besucher nicht ab, sich auf dem ersten Bergischen Feierabendmarkt auf der Telegrafenstraße um die Steh-Tische zu ringen oder sich einen schattigen Platz zu suchen. Motto: ein Klön da, eine Plauderei dort und noch ein Schnack beim Rundgang vorbei an Ständen. Vielfach ohne Maske. Was nicht überall gut ankam. Aber es gab keine Kontrolle. Untermalt wurde das Geschehen von Akkustik-Klängen von „Das dynamische Duo“ Oliver Henrich und Jens Rösel.

 Viele Besucher beim Feierabendmarkt, es könnte aber in Zukunft noch mehr Stände geben. Die Maskenträger waren in der Unterzahl.
Viele Besucher beim Feierabendmarkt, es könnte aber in Zukunft noch mehr Stände geben. Die Maskenträger waren in der Unterzahl. Foto: Kathrin Kellermann

Diese Kombination lobten die Freundinnen Saskia Schmidt, Josefin Venn und Sina Ajez: „Die Live-Musik ist super – aber eben nicht so laut, dass man sich nicht mehr unterhalten kann.“ Das Damentrio freute sich, +„endlich einmal wieder unter Menschen“ zu sein, gestand aber auch ein: „Anfangs waren wir kurzzeitig überfordert, man ist es ja nicht mehr gewohnt, so viele Leute ohne Maske im Gesicht zu sehen.“ So einen Markt könne man doch jedes Wochenende machen, meinten Saskia Schmidt, Josefin Venn und Sina Ajez und zeigten sich angesichts der Information, dass der Feierabendmarkt in Wermelskirchen bis Oktober monatlich stattfinden soll, überrascht. „Ich habe erst gestern von einer Kundin davon erfahren. Mehr Werbung könnte nicht schaden, vielleicht sind deshalb auch nicht so viele junge Leute hier“, sagte Sina Ajez, die genau wie ihre Freundinnen 30 Jahre alt ist. Alle zeigten sich einig: „Wir wollen solche Aktionen unterstützen, genauso den örtlichen Handel und die hiesige Gastronomie – wir kommen beim nächsten Mal wieder.“ Dann prosteten sich die Freundinnen mit einem coolen Slush-Ice-Cocktail zu, in dem Hochprozentiges nicht fehlen durfte.

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Voller Elan präsentierten sich gut 25 Gymnasiasten, die im Frühjahr 2022 ihr Abitur machen wollen: Sie verkauften frisch-gebackene Waffeln und sammelten Spenden zur Finanzierung ihres Abiballs. „Das ist das erste Mal, dass wir einen Stand machen – wir wollen auf jeden Mal bei den nächsten Feierabendmärkten wieder dabei sein“, berichtete die 17-jährige Laya Scharrenbroich, die mit einer selbstgemalten Werbetafel für den Waffelverkauf um die Hüften geschlungen durch die Reihen lief: „Naja, der Waffelabsatz hält sich in Grenzen – dafür ist es den Leuten einfach zu warm. Aber sie spenden gerne, um uns zu unterstützen.“ Und reichlich Lob für ihr Engagement durften die angehenden Abiturienten genauso mit nach Hause nehmen.

 Bürgermeister und Stellvertreter (v.l.): Anne Loth, Norbert Galonska, Stefan Caplan, Marion Lück, Stefan Leßenich, Dietmar Persian.
Bürgermeister und Stellvertreter (v.l.): Anne Loth, Norbert Galonska, Stefan Caplan, Marion Lück, Stefan Leßenich, Dietmar Persian. Foto: Kathrin Kellermann

Mit nach Hause nehmen musste nach eigenen Angaben Marc Klute von „Klute’s Grill-Oase“ aus Hagen rund 70 Prozent seiner Ware. Entsprechend unzufrieden zeigte sich der Imbissanbieter, der Spießbraten-Brötchen und Krautsalat anbot: „Der schlechte Absatz hat nichts mit dem warmen Wetter zu tun, das weiß ich aus Erfahrung.“ Seiner Ansicht nach hätten mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen, eine Band mit „mehr Pfiff“ verpflichtet werden und die Straße für den Verkehr gesperrt werden müssen: „Der Feierabendmarkt in Hückeswagen vor einer Woche war besser. Dahin werde ich wohl wieder gehen, nach Wipperfürth wahrscheinlich auch – nach Wermelskirchen komme ich wohl nicht mehr.“

Jasmin Riemann, Geschäftsführerin des Marketingvereins „Wir in Wermelskirchen“ (WiW) als ausführender Veranstalter des Feierabendmarktes, gestand: „Es hätten sicherlich mehr Stände sein können, aber für die Premiere war es perfekt.“ Die Besucher seien „friedlich und fröhlich“ gestimmt gewesen, entsprechend ziehe sie eine „super positive“ Bilanz: „Viele Besucher und Anbieter verfahren nach dem Prinzip, dass sie erst einmal abwarten und schauen. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass der nächste Feierabendmarkt in Wermelskirchen größer wird.“ Die Idee entstand im Januar, erstmals sollte er im April stattfinden. „Wir sind froh, dass die Corona-Kennzahlen jetzt eine Durchführung endlich möglich gemacht haben“, konstatierte Jasmin Riemann. Der WiW-Vorsitzende André Frowein bleibt nach der Premiere genauso überzeugt vom Feierabendmarkt in Wermelskirchen: „Der Markt bringt auf jeden Fall die nach den Lockdowns dringend benötigte Besucherfrequenz in die Innenstadt.“