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Wermelskirchen: Die Seniorengruppe des WTV trifft sich wieder zum Sport

Seniorensport im WTV : Mit Desinfektion immer am Ball

Erste Gruppen und Kurse wagen sich wieder in die Sporthallen, deren Nutzung nach dem Corona-Lockdown unter Auflagen wieder möglich ist. Die Senioren der WTV-„Krabbelgruppe“ trafen sich nach zwei Monate wieder.

Gleich am Eingang in die Städtische Sporthalle an der Stockhauser Straße begrüßt Benno Klinke seine Kumpel von der „Krabbelgruppe“ nicht nur mit einem freundlichen „Hallo“, sondern auch mit einem „Schluck aus der Pulle“: nicht etwa ein Willkommens-Trunk, sondern eine knappe Handfläche voll Desinfektionsmittel zum Einreiben der Hände.

Dies ist nur eine Maßnahme, die der Übungsleiter der Senioren-Sportler des Wermelskirchener Turnvereins, die liebevoll den Spitznamen „Krabbelgruppe“ tragen, beim Neustart des Hallensports durchhalten muss. Als eine der ersten Gruppe wagten die Herren den Neubeginn ihres wöchentlichen Treffens nach dem Corona-Lockdown, nachdem die Behörden die Nutzung der Sporthallen unter Auflagen und Hygienevorschriften wieder freigegeben hatten.

Gut gelaunt und mit freudigem Glanz in den Augen angesichts des Wiedersehens mit den Sport-Freunden nach zwei Monaten treffen die Senioren ein – tragen allesamt diszipliniert einen Mund-Nase-Schutz und nehmen besagten „Schluck aus der Pulle“ bereitwillig entgegen. Sie wissen genau, dass sie als „ältere Semester“ zur Risikogruppe in Sachen Covid-19-Erkrankung gehören.

„Muss ich das Ding denn auflassen“, wird vor Beginn in die Runde gerufen. Das kann Benno Klinke verneinen: „In der Halle beim Sport können die Masken abgenommen werden, wir halten alle Abstand zueinander.“ Der 72-jährige Übungsleiter war bereits eine gut halbe Stunde vor Kursbeginn vor Ort, desinfizierte Türgriffe, Toilette und Umkleideraum, die wieder genutzt werden dürfen. Duschen oder Waschräume sind hingegen noch geschlossen.

„Die Informationen, wie sich zu verhalten ist, habe ich aus der Presse entnommen und auch vom Verein bekommen“, berichtet Benno Klinke, der seit über 20 Jahren Übungsleiter ist und sich gut informiert fühlt: „Die Anweisungen und Hinweise sind klar und deutlich.“ Natürlich sei das eine oder andere während des Sports hinderlich, aber daran müsse sich jetzt jeder zum Wohle aller gewöhnen. So sprüht Klinke den für Tennis-Fußball gespielten Ball gleich nach der Nutzung mit Desinfektion ein. Die ansonsten übliche Nutzung von Sportmatten spart er sich dieses Mal: „Die müsste ich auch nach Gebrauch reinigen.“ Stattdessen hat er sich im Vorfeld weitere Gymnastik-Übungen überlegt, die ohne weiteres Gerät durchführbar sind.

Das Einhalten des Sicherheitsabstands von mindestens 1,50 Metern fällt den Senioren nicht schwer – die „Krabbelgruppe“ hat zehn Mitglieder, bei dem ersten Treffen nach dem Lockdown sind neun anwesend. Für solch eine Anzahl an Sportlern ist die WTV-Halle problemlos groß genug. Und, so sagt Benno Klinke: „Kontakt-Sport machen wir eh nicht mehr, dafür sind wir zu alt.“ Die Gruppe sei jedoch an den Sport in der Halle gewöhnt, ein Ausweichen nach draußen sei nicht in Frage gekommen, erläutern Klinke und seine Sportler: „Wir brauchen auch die Möglichkeit, dass sich der eine oder andere mal zwischenzeitlich spontan setzen kann.“

Die „Krabbelgruppen“-Mitglieder Dietrich Korittky (85 Jahre) und Franz-Josef „Jo“ Hatke sind sich einig: „Wir haben unseren Sport-Abend vermisst. Wir wollen uns fit halten und etwas für die Gesundheit tun.“ Ferdinand Hammann (86) fügt an: „Turnen zu Hause geht irgendwie auch, macht aber keinen Spaß.“ Ähnlich sieht das auch der 78-jährige Bouarfa Elamiri: „Ich habe die regelmäßigen Treffen vermisst. Die Bewegung hat gefehlt, die Knochen rosten ohne doch ein.“ Er blickt auf die mit Abstand lachende und humorige Sprüche klopfende Runde: „Genau das meine ich – das hat uns zwei Monate lang gefehlt.“

Beim Tennis-Fußball geht es manch einem der Sportler zu behäbig zu und. „Wir spielen hier wohl Billard“, heißt es. Übungsleiter Benno Klinke beruhigt die „Heiß-Sporne“: „Das ist jetzt die Eingewöhnungsphase mit dem Ball – nach den zehn Wochen des Corona-Lockdowns erinnert ihr euch doch gar nicht mehr daran, dass der nicht eckig ist.“