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Wermelskirchen: Die Rathausfassade – eine unendliche Geschichte

Gerüstabbau in Wermelskirchen : Die Rathausfassade – eine unendliche Geschichte

Die Chronik der Außenverkleidung des Bürgerzentrums ist von bösen Überraschungen geprägt.

Mit immer neuen Erkenntnissen und Wendungen wartete die Chronik der Außenverkleidung des Wermelskirchener Bürgerzentrums in den vergangenen Jahren auf. Als der damalige Bürgermeister Eric Weik an einem Freitagmittag, wenn sich die meisten gedanklich schon auf das arbeitsfreie Wochenende freuen, in den Redaktionen anrief, begann eine unendliche Geschichte, die auch nicht zum Tagesgeschäft von Lokalreportern zählt. Seine Worte damals: „Ich lasse jetzt das Rathaus absperren. Die Presse sollte berichten, damit die Leute wissen, warum.“

2005 begann diese unsägliche Geschichte um die Fassade von Rathaus und Bürgerzentrum. Bei Routinearbeiten war aufgefallen, dass die Marmorplatten, die das Äußere des Gebäudes verkleideten, sich verzogen hatten und teilweise bröckelten. In Windeseile musste Schutz vor Optik gehen: Die Einrüstung des Rathauses sollte Passanten vor möglicherweise herabfallenden Platten oder Stücken davon schützen. Hier eine Nachzeichnung der wechselhaften Chronik, die über die Jahre immer wieder neue Erkenntnisse ans Tageslicht beförderte.

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Nach der Einrüstung des Bürgerzentrums nebst Rathauses sowie der Abspannung mit Netzen zur Sicherung stellten erste Gutachten 2006 fest, dass sich ein Drittel der 9746 ursprünglich aus der Ukraine stammenden Marmorplatten bis zu drei Zentimeter durchgebogen hatten. Zudem ist schnell klar: Die Phase der Gewährleistung ist nach dem Bau des 1983 eingeweihten Bürgerzentrums längst abgelaufen, die einstige Baufirma lässt sich für die Mängel nicht mehr haftbar machen.

Die Suche nach Lösungen zieht sich hin, das Gerüst „mausert“ sich zum für die Wermelskirchener gewohnten Anblick. 2011 prüft ein Gutachter, ob die Platten angeschraubt werden können, was sich als nicht gangbarer Weg herausstellt. Schließlich untersucht ein Gutachter im Jahr darauf alle Steinplatten und stellt unzählige Risse fest – bis dato bestand die „leise“ Hoffnung, dass „nur“ die Hälfte der Platten saniert werden müsse.

2013 folgt die Erkenntnis, dass eine „Flick-Werk“-Lösung keinen Sinn macht und eine gänzliche Sanierung ansteht. Nachdem die Politik eine Kassetten-Lösung beschlossen hat, erarbeitet ein Architekturbüro im Auftrag der Stadtverwaltung drei Vorschläge. Naheliegend dabei: Wenn die Fassade erneuert wird, ist eine neue Dämmung, die gleichzeitig installiert wird, nur folgerichtig.

Im Herbst 2014 kommt der „Ball“ endlich in der Praxis „ins Rollen“ – die Sanierung beginnt (BM-foto: nico hertgen/archiv) Zur „Krönung“ des Geschehens legt das Jahr 2015 eine weitere Hiobsbotschaft nach: Hinter den Marmorplatten muss eine Betonsanierung an den Wänden erfolgen. Das Material ist stellenweise derart marode, dass Verankerungen keinen Halt finden. Die dadurch entstehenden Zusatzkosten taxiert die Stadtverwaltung damals auf 700.000 Euro.

Als diese Betonsanierungs-Arbeiten abgeschlossen sind, entsteht Ende 2017 neuer Unmut. Aufmerksame Bürger wollen beobachtet haben, dass die Arbeiten am Rathaus ruhen. Ebenso ist die Stadtverwaltung unzufrieden. Sie räumt ein, dass die Arbeiten nicht so zügig vorangehen, wie gewünscht. Zwar wird auch in der „kalten“ Jahreszeit gearbeitet, jedoch gibt es Lieferengpässe bei den Alu-Blechen, für die sich die Politik nach langer Überlegung als Fassadenverkleidung entschieden hatte.

Knackpunkt zudem: Durch die verwinkelte Bauweise des Bürgerzentrums müssen gerade Eck- und Endstücke der Alu-Verkleidung zeitintensiv maßgeschneidert werden. Die Stadtverwaltung macht Druck bei den Baufirmen.

Vor einem Jahr – im Juni 2018 – kommt die erlösende Meldung: Ein Gros der Einrüstung kann verschwinden, die Fassadensanierung ist nahezu abgeschlossen.