1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen: Die meisten Pendler kommen aus Remscheid

NRW-Statistik für Wermelskirchen : Immer mehr Berufspendler aus der Stadt

NRW veröffentlicht die Pendlerstatistik 2019. Es gibt immer mehr Pendler – auch in Wermelskirchen. Ein Trend, der sich seit Jahren abzeichnet. Insgesamt werden auch die Arbeitswege weiter.

Morgens als erstes das Radio anzuschalten, während der Kaffee läuft, und nach den Nachrichten genau auf den Verkehrsservice zu achten, wo gerade die dicksten Staus im Berufsverkehr lauern, gehört für die meisten Pendler, die von Wermelskirchen aus in alle Richtungen ausschwärmen, zum Tagesanfang dazu. Und nicht selten beginnt der Tag dann gleich mit einem tiefen Seufzer, weil spätestens ab 7 Uhr morgens die Knotenpunkte auf den Autobahnen schon so knüppelvoll sind, dass der Weg zur Arbeit eine Qual wird. 

Dabei dürften in diesem Jahr die Zahlen der Pendlerstatistik beinahe ein wenig lächerlich ausfallen. Denn vor allem während der Shutdowns zu Beginn der Corona-Pandemie hieß es für viele Berufstätige, dass sie besser im Homeoffice bleiben und ihre Arbeit von Zuhause aus erledigen. Folge: Die Autobahnen waren selbst im ansonsten so großen Staugebiet NRW tatsächlich einmal leer. Mittlerweile hat sich das wieder geändert, obwohl viele Angestellte coronabedingt wieder im Homeoffice bleiben, sofern ihnen das ermöglicht wird.

Doch noch im vergangenen Jahr verzeichnete das Land NRW einen großen Anstieg der Berufspendler. Ein Trend, der seit Jahren anhält: Ob in die Nachbargemeide oder die nächstgrößere Stadt, immer mehr Menschen nahmen – so die Statistik – 2019 für ihren Job eine weitere Anreise über die Grenzen ihres Wohnortes in Kauf. Auch im Bergischen ist dieser Trend längst bekannt.

Viele junge Familien wollen dem Großstadttrubel in Leverkusen, Köln oder Düsseldorf entfliehen und lieber beschaulicher und vielleicht auch im Eigenheim auf dem Land wohnen. Zur Arbeit müssen sie aber dennoch. Und das sind nicht wenige: In Wermelskirchen arbeiteten im vergangenen Jahr fast doppelt so viele Einwohner außerhalb der Stadt als innerhalb. Von 13.936 berufstätigen Wermelskirchenern gingen 4.838 Wermelskirchener innerhalb und 9.098 Wermelskirchener außerhalb der Stadt ihrem Job nach. Diese Zahlen gab das Land NRW gerade bekannt.

Auch die Zahlen der Pendler, die regelmäßig aus und in die Stadt pendeln, hat sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Während es vor sechs Jahren noch 7541 Berufstätige gab, die für ihre Arbeit nach Wermelskirchen pendelten, waren es 2019 schon 9166. Ähnlich verhält es sich bei den Pendlern, die morgens aus der Stadt heraus fahren: hier stieg die Zahl in den vergangenen sechs Jahren von 10.255 auf 11.356.

Die Einpendlerquote, also der Anteil derjeniger Berufstätiger, die von außerhalb in die Stadt kommen, um hier zu arbeiten, liegt in Wermelskirchen bei 54,3 Prozent. Kaum mehr, aber immerhin noch 59,6 Prozent der Wermelskirchener verlassen die Stadt morgens, um ihrem Job in einer anderen stadt nachzugehen.

Die meisten Pendler, die in einer anderen Stadt leben, aber in Wermelskirchen arbeiten, kommen dabei aus:

▶Remscheid (2373)

▶Köln (644)

▶Hückeswagen (625)

▶Burscheid (594) und

▶Solingen (475).

Aus Wermelskirchen machen sich morgens die meisten Menschen auf den Weg zur Arbeit nach:

▶Remscheid (3320)

▶Köln (1102)

▶Leverkusen (860)

▶Wuppertal (786) und

▶Burscheid (602).

Landesweit waren es im vergangenen Jahr 4,8 Millionen der insgesamt 9,3 Millionen Erwerbstätigen, die täglich zur Arbeit pendelten. Das ist etwa jeder zweite Arbeitnehmer. 4,47 Millionen Personen pendelten innerhalb ihrer eigenen Gemeinde in NRW. Der durchschnittliche Pendlerweg, geschätzt anhand der Luftlinienentfernung zwischen Wohn- und Arbeitsgemeinde, lag 2019 bei 19,8 Kilometer. Frauen legten mit 18,6 Kilometer eine im Schnitt zwei Kilometer kürzere Wegstrecke zurück als Männer (20,7 Kilometer).