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Wermelskirchen: Die Kümmerer von „Apollo Alaaf“

Jecke Zick : Die Kümmerer von „Apollo Alaaf“

Der Karnevalsabend in Grunewald ist wieder restlos ausverkauft. Ein Team aus der Katholischen Gemeinde von St. Michael und Apollinaris und bewahrt das einzigartige, heimelige Flair.

Seit 2003 erschallt ein Mal im Jahr „Apollo Alaaf“ lautstark durch das Pfarrheim in Grunewald. Der kleine Saal platzt dann förmlich aus allen Nähten – das einzigartige, heimelige Flair sorgt dafür, dass die Eintrittskarten für die 112 verfügbaren Sitzplätze so schnell vergriffen sind, wie sonst die Tickets eines „Metallica“-Konzerts in Köln.

Für den natürlich ausverkauften „Apollo“-Abend am morgigen Samstag, 16. Februar, gingen letztlich nur 20 Tickets in den öffentlichen Verkauf. Die übrigen wurden über die auftretenden Gruppen und Akteure, die stets ein „Vorkaufsrecht“ haben, an den Mann und die Frau gebracht. Um das Drum-und-Dran dieser Erfolgsveranstaltung kümmert sich ein Karnevalskomitée, das die Fäden in der Hand hält und sich aus dem Ortsausschuss St. Apollinaris des Pfarrgemeinderates der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael und Apollinaris gebildet hat.

„Wir kümmern uns eigentlich alle um alles“, sagt Angelika Richter die dem Karnevalsteam federführend vorsteht. „Das Ganze geht im Lauf des Abends im Rotationsprinzip, denn teilweise treten wir ja auch mit den einzelnen Gruppen auf“, beschreibt Peter Spieß das Hand-in-Hand-Geschehen. „Beim Auf- und Abbau helfen die Mitglieder der einzelnen, auftretenden Gruppen mit – so hat es immer schnell funktioniert.“ Beim „Apollo“-Abend sind „hinter den Kulissen“ 20 Helfer aktiv. Dazu kommen noch zehn Paar fleißige Hände aus den Reihen der Messdiener, die sicherstellen, dass keine Kehle in den eng besetzten Reihen des närrischen Publikums trocken bleibt, sowie Klaus Wasserfuhr, der sich als DJ um Ton und Licht kümmert.

Das Zusammenspiel der einzelnen Gruppen aus der Gemeinde, die sich eigens für den jecken Abend einen Auftritt einfallen lassen und im Voreld emsig proben, mache das Flair von „Apollo“ aus, sind sich die Organisatoren sicher. „Das komplette Programm wird aus den eigenen Reihen bestritten. Thematisch dreht sich viel um die Pfarrei und das Geschehen am Ort.“ Die heimelige, vertraute Atmosphäre macht sich ebenso an einem anderen Punkt fest, erzählt Angelika Richter: „Wir kennen jeden und wissen, wo jeder sitzt – wir brauchen keine Eintrittskarten kontrollieren, ein Fremder fällt sofort auf.“

Dass die Tanzgarden der grün-weißen Grunewalder im Pfarrheim ein Heimspiel haben, versteht sich von selbst. Das Dawerkuser Dreigestirn schaut genauso stets vorbei. Mit Heinz Schmitz als Redner in der Bütt, den Auftritten der Frauengruppe der sogenannten „Dienstags-Runde“, der Apollinaris-Männerrunde, des Kirchenchors oder des Pastoratteams kommt das „Apollo“-Programm auf stattliche fünf Stunden Dauer.

„Langeweile kommt da nicht auf, es geht Schlag auf Schlag“, sagt Frank Rehbold, der in 2002/03 mit Heiner Büngen sowie Frank Reif das Dabringhausener Dreigestirn bildete und aus deren Regentschaft die Idee zum „Apollo“-Abend geboren wurde. Den jecken Vorläufer der heutigen Samstagabend-Veranstaltung bildete das Altweiber-Treiben der „Uhu-Damen“ von St. Apollinaris, die jedoch ihr Engagement reduzieren mussten.

Die „Uhu-Damen“ existieren allerdings immer noch. Eine davon ist Ulrike Eggers, die zum „Apollo“-Organisationskreis gehört und gemeinsam mit ihrer Schwester für den „legendären“, selbstgemachten Kartoffelsalat sorgt, den es nebst Schnitzel in der halbstündigen Pause gibt. „Wir schälen, schneiden und verarbeiten dafür 60 Pfund Kartoffeln und dazu 130 Schnitzel“, berichtet Ulrike Eggers. Sie bestätigt, dass ein Wechsel der Rezeptur oder gar des Gerichts, zum Beispiel anstatt Kartoffel- einen Nudelsalat zu machen, undenkbar wäre: „Für das Publikum hat sich das wohl zur Tradition entwickelt. Eine Veränderung würde da wohl kaum jemand gerne sehen.“

Inzwischen leben die Organisatoren von der Erfahrung aus den Vorjahren. Zur Vorbereitung wird ab November im Vorjahr regelmäßig getagt. „Wir sehen uns sowieso ständig in der Gemeinde, verlieren uns also nie aus den Augen“, sagt Frank Rehbold. Herbert Kuschwart beschreibt: „Die Gruppen proben ab dem Herbst. Und das macht schon viel Spaß, den wir gerne weitergeben.“ Der Spaß an der Freude stände im Vordergrund: „Es geht bei uns nicht um Geld.“ So dürfen sich die „Apollo“-Besucher am Samstag über ein seltenes Phänomen freuen: Das Glas Bier gibt es für einen Euro.