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Wermelskirchen: Die Krissy Matthews Band begeistert im Haus Eifgen

Konzert im Haus Eifgen in Wermelskirchen : Trio sorgt für eine satt rockende Blues-Party

Die Krissy Matthews Band begeisterte im Haus Eifgen ihr Publikum mit schneidenden Gitarrensoli, funky Beats und jeder Menge Spielfreude.

Wo das Vereinigte Königreich derzeit mit den Folgen der Brexit-Entscheidung zu kämpfen hat, zeigte sich ein Brite namens Krissy Matthews am Freitagabend im Haus Eifgen als das musikalische Gegenstück zu fehlenden Fachkräften, Lebensmittelknappheit und leeren Tankstellen.

Die in Triobesetzung angereiste „Krissy Matthews Band“ brachte das Haus Eifgen zum Kochen, sei es mit wuchtigen Schlagzeugbeats, funky Gitarrenlicks oder pumpenden Basslines. „Wir spielen bis zum Frühstück, das gibt es um halb acht“, sagte der Gitarrist nach einer dieser Nummern, die wie Blues-Rock auf Adrenalin aus den Boxen knallte. 

Die Band war so gut eingespielt, als hätten sie nicht auch gerade 18 Monate Pandemie hinter sich. Krissy Matthews konnte dabei zwischen songdienlichem Akkord-Schrubben einerseits und Solieren andererseits problemlos wechseln. Was das Zuhören und Zuschauen umso schöner machte. Denn schließlich wollte doch im Grunde niemand seelenloses Gitarristen-Ego-Geplänkel für sein Eintrittsgeld haben.

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Bei drei Songs holte das Trio sich Unterstützung an der Hammondorgel – natürlich in Form von Eifgen-Urgestein Michael Dierks. „60 Jahre musste ich warten, um mit so einer Band spielen zu dürfen…“, sagte er und haute sofort beim ersten Song „Desaster“ ordentlich in die Tasten. Der war ein wenig langsamer als die meisten der anderen Songs. Was prima funktionierte, aber dennoch lag die Stärke dieser Band beim satt rockenden Blues, etwa bei „Further On Up The Road“, bei dem der Walking Bass Meile um Meile pumpend zurücklegte, Dierks seiner Orgel die eine oder andere Solo-Eskapade entlockte und die Band sich ganz allmählich in einen weiteren Spielrausch steigerte, der in einem witzig-absurden Soloduell zwischen Orgel und Gitarre sowie gerade noch erträglicher Lautstärke kulminierte.

Improvisation gehörte zum Blues dazu wie die Texte über Herzschmerz und den Pleitegeier. Und sie ist auch wesentlich wichtiger als die Lyrik. Davon gab es im Verlauf des rund zweistündigen Abends eine ganze Menge zu hören. Wobei wieder das traumhaft sichere Zusammenspiel der Band ins Spiel kam. Denn Improvisation bedeutete auch immer, sich auf die anderen einzulassen, hinzuhören, miteinander zu spielen. Und das beherrschte das Trio wirklich perfekt. Wie sich auch am begeisterten und ausdauernden Applaus des Publikums zeigte. Das war ganz offensichtlich sehr dankbar für das Dargebotene. Die Dankbarkeit wiederum beruhte auf Gegenseitigkeit, wie der grundsympathische Gitarrist in seiner Ansage zur Blues-Ballade „Grateful“ in knuffigem Deutsch-Englisch-Mix erklärte. Er sei sehr dankbar, „from den bottom von meinem heart“.