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Wermelskirchen: Die Imker haben schon früh den ersten Honig geerntet

Bienenzuchtverein : Ein gutes Jahr für die Bienen

Die heimischen Imker haben mit dem Honigschleudern begonnen – deutlich früher als in anderen Jahren.

Wenn Erhard Scheidler in diesen Tagen seine Bienen beobachtet, dann kann er seinen Augen manchmal kaum trauen. „Die Bienen sind sehr fleißig“, sagt er, „zwischen dem Bienenstock und dem Wald herrscht Hochbetrieb.“ Und damit hat auch der Imker alle Hände voll zu tun. Zweimal hat er in diesem Jahr schon Honig geschleudert, deutlich früher als in anderen Jahren. „Das gute Wetter im Frühling sorgt dafür, dass die Tiere schon ganz früh die ersten Blüten gefunden haben“, erklärt der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Wermelskirchen. Und deswegen spricht er schon jetzt von einem „richtig guten Bienenjahr“.

Das zeichnete sich ab, kaum dass das neue Jahr begonnen hatte. Im Januar und Februar beginnen die Bienenvölker langsam zu wachsen. Leben während des Winters rund 5000 Tiere im Stock, wächst das Volk bis Ende März auf bis zu 30.000 Bienen an. Und schon bei der ersten Kontrolle nach den Wintermonaten entdeckte Scheidler: Vier seiner acht Völker kamen sehr stark und gut besetzt aus dem Winter. Mit ihnen konnte er früh auf Wanderschaft gehen, die Tiere sammelten zwei Wochen früher als sonst den Nektar. „Drei andere Völker waren zu diesem Zeitpunkt noch im Wachstum, in einem fehlte die Königin“, erzählt der Imker. Ihnen gab er noch Zeit. Inzwischen haben alle Bienen Honig eingetragen, der sich sehen lassen kann. „Die Qualität ist gut“, sagt Scheidler.

Und auch seine Bienen scheinen die neue Saison zu genießen. Bereits zweimal haben sich Schwärme gebildet. „Das passiert dann, wenn Bienen nicht mehr genug Platz haben und sie das Volk teilen wollen“, sagt Scheidler. Was die einen zu verhindern versuchen, nennt Scheidler einen „natürlichen Vorgang“. Beide Schwärme fing er ein und ließ sie neue Völker gründen, die bei Kollegen nun für Freude sorgen. „Ein Volk habe ich einem Imkerkollegen gegeben, der Verluste zu beklagten hatte, das andere an einen Anfänger, der gerade erst mit der Imkerei beginnt“, erzählt Scheidler. Währenddessen haben sich die Bienen in seinem Garten wieder an die Arbeit gemacht.

Bis Mitte Juli könnten die Tiere nun noch Nektar sammeln – an Akazien und Linden, dann bei der Apfelblüte und am Löwenzahn, der bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr blüht. Es sei noch genügend Tracht zu holen, die Tiere werden überall fündig. „Wegen der Trockenheit könnte das Problem entstehen, dass zu viele Blüten gleichzeitig blühen und die Bienen es nicht mehr schaffen, alle anzufliegen“, sagt Scheidler. Im Juli endet die Saison der Bienen in Erhard Scheidlers Garten. Dann will der Hobby-Imker die wichtige Behandlung gegen die Varroamilbe vornehmen, die die Bienen in den vergangenen Jahren bedroht hat. „Bis dahin sind die Völker stark genug, der Milbe etwas entgegenzusetzen“, sagt Scheidler. Aber wenn die Völker wieder kleiner werden, steigt die Gefahr. Deswegen will der Imker die Behandlung so früh wie möglich nach der Ernte ansetzen. „Damit die Bienen wieder gut über den Winter kommen“, sagt er. Bisher habe er in der Region auch nichts von einem Befall der Bienenstöcke mit der amerikanischen Faulbrut gehört.

Währenddessen macht das Corona-Virus den Menschen zu schaffen: Acht neue Mitglieder hatte der Bienenzuchtverein im vergangenen Jubiläumsjahr gewonnen. „Auch viele junge Leute“, freut sich Scheidler. Weil die Vereinstätigkeit aber wegen der Pandemie noch deutlich ruhiger ausfällt, sei die Unterstützung für die neuen Mitglieder nicht so intensiv, wie sich der Verein das eigentlich wünsche.