Wermelskirchen: Die Blaumann-Gruppe der Musikschule beim Konzert in der Schwanenschule

Konzert in Wermelskirchen : Die „Blaumänner“ machen „Inventour“

Die Rhythmusgruppe der Musikschule Wermelskirchen greift bei ihren Konzerten nicht auf herkömmliche Instrumente, sondern auf Tapeziertische, Besen, Eimer, Pinsel und anderes Gerät zurück.

Mit Tapeziertischen, Eimern, Pinseln, Besen, Zollstöcken, Schutzhelmen, Gießkannen und anderen Werkzeugen rückte die „Blaumann-Gruppe“ der Musikschule Wermelskirchen in der Aula der Schwanenschule an. Dabei hatte das Sextett nicht etwa Renovierungsarbeiten im Sinn, sondern spielte ein Konzert unter dem Motto „Inventour“.

Die Besetzung aus aktuell sechs Musikern in ihren namensgebenden „Blaumann“-Arbeitslatzhosen (der Name versteht sich als augenzwinkernde Anlehnung an die weltberühmte „Blue Men Group“) überraschte dabei eine Stunde lang mit immer wieder neu eingesetzten, vermeintlich banalen Alltagsgegenständen, die sich hervorragend als Schlaginstrument nutzen lassen. Heraus kamen rhythmische Musikschöpfungen, die erkennen ließen, dass ein gekonnt auf den Boden einer darunter hohlen Bühne gestoßener Besenstiel einen wunderbaren Bassdrum ähnlichen Paukenschlag erzeugt – handgemacht, nachvollziehbar und nicht aus Techno-Computer-Retorte.

Wer mit beiden Händen je einen Zollstock auf seine Oberschenkel schlägt, Plastik-Abflussrohre auf den Boden stampft oder den Griff eines Schraubendrehers an den auf dem Kopf sitzenden Kunststoffschutzhelm klackert, erzeugt ein Klangvolumen, dass diesen Gerätschaften in einem Baumarkt-Regal liegend keiner diese Fähigkeit zugewiesen hätte. Und wenn sechs Pinselstiele von drei Musikern auf einen zusammengeklappten Tapeziertisch niedersausen, entsteht „eine kleine Tischmusik“ wie das Stück von Manfred Menke heißt. und der Zuschauer hört ein atemberaubendes Rhythmusfeuerwerk. Überraschend und faszinierend ist dabei sicherlich die Auswahl der genutzten „Instrumente“, entscheidend und überzeugend der gekonnt getaktete Gleichklang der Musiker, der nicht zu einem chaotischen Scheppern, sondern zu einem Hör-Erlebnis führt.

Die „Blaumann-Gruppe“ der Wermelskirchener Musikschule besteht aktuell aus Jens Olaf „Paul“ Mayland, Thomas Kinzel, Jonas Schruba, Kilian Verhelst, Nele Janeck und Annette Voß. Diese Besetzung existiert erst seit gut zwei Monaten. Jüngstes Mitglied im Sextett ist Nele Janeck. „Eigentlich habe ich bei Thomas Kinzel regelmäßig Schlagzeug-Unterricht und der sprach mich an, ob ich nicht Lust hätte, mitzumachen. Das ist cool und mal etwas anderes“, erzählte die 14-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion von ihrem Einstand bei der „Blaumann-Gruppe“. Die wurde Anfang der 2000er Jahre von den Musikschullehrern Thomas Kinzel und Jens Olaf Mayland ins Leben gerufen. „An das genaue Gründungsjahr kann ich mich gar nicht erinnern“, sagte Mayland.

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