Wermelskirchen: Die Ausstellung „Der neue Mann“ lädt zum Diskutieren ein

In der Stadtsparkasse Wermelskirchen : Die Ausstellung „Der neue Mann“ lädt zum Diskutieren ein

Künstler aus dem Bergischen Land stellen ab morgen ihre Werke in der Sparkasse aus.

Große Leinwände sind noch in Stoffbahnen gehüllt, Skulpturen und Stelen werden vorsichtig aus dem Kofferraum gehievt. Kunst findet ihren Weg in die Ausstellung. Insgesamt 17 Künstler aus der Region bringen am Montagnachmittag ihre Werke in die Sparkasse – und werden dort von Organisator Christoph Weber empfangen. Es ist die zweite Gemeinschaftsausstellung, die der Künstler organisiert. Viele Mitglieder des Kunstvereins ziehen mit und steuern ihre Werke bei, aber auch andere Künstler der Region beteiligen sich an der Ausstellung, die am Donnerstagnachmittag in der Sparkasse eröffnet wird. Ihre Techniken und Herangehensweisen unterscheiden sich, aber im Thema haben sie sich alle an die Vorgaben des Organisators gehalten: „Der neue Mann“.

„Es ist spannend zu sehen, wie die anderen das Thema umsetzen“, sagt Roswitha Geisler und bringt vorsichtig ihre eigenen Bilder an der Stellwand an. Sie richtet sie aus und blickt dann fragend zu Gerda Schwarz, die ihr Werk gleich nebenan installiert. „Gerade?“ Die beiden Frauen sehen genau hin und nicken ihre Arbeit dann zufrieden ab. Wer dann allerdings genau hinsieht, erkennt auf dem Bild der Wermelskirchener Künstlerin Roswitha Geisler das Gesicht von Keith Richards von den Rolling Stones. Der neue Mann? „Für mich hat das nichts mit dem Alter zu tun, sondern damit, wie authentisch Männer sind“, sagt sie, „das sind neue, echte Männer.“ Und schon ist die Diskussion eröffnet – schon während des Aufbaus.

Genauso hatte sich Christoph Weber die Umsetzung des Themas gewünscht. „Es soll ein Dialog entstehen“, sagt er. Nach der Emanzipation müsse sich nun der Mann die Frage stellen, wer er ist und wer er sein will. „Männer reden viel weniger als Frauen“, hat Weber beobachtet, „wir geben ihren Themen nun in der Kunst Ausdruck.“ Hauptsächlich allerdings haben sich Frauen für die Ausstellung angemeldet, um ihren Diskussionsbeitrag zu liefern. „Spannend“, sagt Weber als er sich umsieht.

Und dann steht auch schon die nächste Künstlerin mit der nächsten Frage vor ihm: Wo findet die Stele für ihre Skulptur Platz? Gemeinsam probieren die beiden verschiedene Stellplätze, auch die Bilder werden immer mal wieder aufgehängt und umgehängt, bevor alles seinen Platz hat. Anja Halbach sieht sich am Ende ganz zufrieden um. Ihre Skulptur des „Neuen Mannes“ hat einen Platz gefunden, dazu gibt es wie zu den meisten Werken eine kleine Geschichte. Auf dem modellierten Kopf findet der Betrachter eine Barbie und einen Fußball, Technik, Schnaps und bei genauerem Hinsehen auch ein Kleinkind in Windeln. Die Diskussion beginnt von neuem.

Zum Mitreden sind Besucher ab Donnerstagnachmittag eingeladen. Die Vernissage findet um 18.30 Uhr in der Stadtsparkasse, Telegrafenstraße, statt.

Die Werke sind dann bis zum 28. Mai zu sehen.

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