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Wermelskirchen: Die 2000-er-Generation der WTV-Handballer kehrt zurück

Handball-Tag in Wermelskirchen : Klassentreffen in der Schwanenhalle

Die Akteure der 2000-er-Erfolgsgeneration zogen wieder ihre WTV-Trikots über. Das Spiel krönte einen besonderen Handball-Tag, dessen Programm zu Spitzenzeiten 200 Besucher anlockte.

Eigentlich sollte die Rückkehr an alte Wirkungsstätte bereits im vergangenen Jahr zum „20-Jährigen“ stattfinden, aber da machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Ein erneut im Mai angesetzter Termin musste aus dem selben Grund verschoben werden. Jetzt konnte der „Handball-Tag“ in der Schwanenhalle endlich über die Bühne gehen.

Mit diesem Veranstaltung feierte der Wermelskirchener Turnverein (WTV) die Wiedervereinigung des Erfolgsteams aus dem Jahr 2000. Die „Legenden“, deren Generation mit dem Aufstieg 1998 in die Handball-Regionalliga über mehrere Jahre erfolgreichen Spitzenhandball in Wermelskirchen zeigte, traten gegen die aktuelle erste Herren-Mannschaft an. Das Spiel bildete den Höhepunkt des Tages, der mit Aktionen für Kinder und Jugendliche sowie einem Spiel der WTV-Damen gegen das Team des Bergischen HC für ein Programm ganz im Zeichen des Handballsports gesorgt hatte.

Der Begriff „Legenden“ machte unter den zu Spitzenzeiten 200 Besuchern in der Schwanenhalle immer wieder die Runde. Die vor rund 20 Jahren erfolgreichen Spieler, deren Leistungen bis heute nicht nur in Wermelskirchener Handball-Kreisen in bester Erinnerung sind, mochten dieses Wort nicht so gerne hören. Zumindest bedachte Lukas Schumacher dieses Wort im Gespräch mit dieser Redaktion mit einem eher gequälten Lächeln: „Ich denke, dass wir Spieler uns selbst nicht als Legenden sehen – das klingt in unseren Ohren etwas hochtrabend.“ Aber: Die Wiedersehensfreude sei auf jeden Fall bei allen groß gewesen, berichtete Lukas Schumacher, der mit einigen der ehemaligen Teamkollegen bereits tags vor dem Spiel ein Training absolvierte: „Das ist für uns alle sehr spannend. Wir sind angesichts der sportlichen Herausforderung demütig und auf jeden Fall hochmotiviert.“ Und weiter: „Man muss ja bedenken, dass ich zum Beispiel seit zehn Jahren nichts mehr mit Handball zu tun habe.“ Für ihn sei die Zeit der 2000-er-WTV-Mannschaft der entscheidende Einstieg in seine Handball-Laufbahn gewesen, für andere Mitspieler wäre es der Höhepunkt der sportliche Karriere gewesen. „Dieses Wiedersehen ist wie eine Art Klassentreffen, natürlich rekapitulieren wir die Zeiten unserer gemeinsamen Mannschaft“, sagte Schumacher.

 Das Prellen war nur eine von vielen Übungen, die beim WTV-Handball-Camp auf dem Programm stand.
Das Prellen war nur eine von vielen Übungen, die beim WTV-Handball-Camp auf dem Programm stand. Foto: Jürgen Moll
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Aus Norddeutschland, München und sogar Tschechien reisten die ehemaligen Spieler an. Treibende Kraft dabei: Der damalige Trainer der 2000-er-WTV-Generation, Frank Lorenzet, der heute als Manager bei der Handball-Spielgemeinschaft der Bergischen Panther aktiv ist. „Der Wunsch dieser Wiedervereinigung in Verbindung mit dem Spiel kam aus der Mannschaft selbst – da waren Wunsch, Wille und Begeisterung für die Sache direkt da“, sagte Lorenzet: „Natürlich dauert es immer seine Zeit, bis eine solche Idee dann wirklich in die Tat umgesetzt wird.“ Er halte Kontakt zu seinen ehemaligen Spielern und verwies auf 16 frühere Spieler, die er für das „Legenden-Spiel“ in der Schwanenhalle zusammentrommeln konnte: „Drei der Ehemaligen sind im Moment in Urlaub. Zwei sind sogar gekommen, um zumindest als Zuschauer dabei zu sein, weil sie nicht mehr spielen können.“

Um die Organisation des „Handball-Tags“, der gleichzeitig den Schlusspunkt für ein fünftägiges Handball-Camp in den Herbstschulferien setzte, kümmerte sich der Handball-Männerwart Marc Johann nebst der WTV-Vorsitzenden Anne Ueberholz: „Für uns ist das ein erfolgreicher Tag und ein Highlight im Vereinsjahr.“ Besonders nach den Lockdown-Phasen stärke die Veranstaltung den Zusammenhalt im Verein: „Viele Spieler aus verschiedenen Mannschaften engagieren sich als Helfer.“

Einen besonderen Preis konnte die E-Jugend-Handball-Mannschaft des WTV, die Trainer Achim Schulz trainiert wird, mit nach Hause nehmen: Sie ergatterte einen Gutschein für ein Training mit einem Profi des Handball-Bundesligisten Bergischer HC im kommenden Jahr. Denn mit elf Spielern war das Nachwuchsteam bei den zehn Übungsstationen, die der WTV nachmittags für Kinder und Jugendliche in Anlehnung an den „Hannibal-Pass“ des Deutschen Handball-Bundes eingerichtet hatte, am stärksten vertreten. „Dabei haben bestimmt 60 Kinder teilgenommen. Viele davon vom WTV. Aber für den Verein ist das natürlich auch eine sehr gute Gelegenheit, Jungen und Mädchen für Handball zu begeistern“; berichtete Marc Johann.