Wermelskirchen: Der Wochenmarkt könnte vorübergehend zum Katt-Parkplatz umziehen

Marktstände könnten vorübergehend auf den Katt-Parkplatz umziehen : Neuer Schwung für den Wochenmarkt

Immer weniger Marktbeschicker kommen zum Wochenmarkt auf den Loches-Platz. Mit den Bauarbeiten steht in der zweiten Jahreshälfte der Umzug an, danach könnten neue Ideen ins Spiel kommen.

Ein Markttag im winterlichen Wermelskirchen ist schnell beschrieben: Lattners verkaufen Wurst, Niepenbergs Obst und Gemüse und Schlüters frische Äpfel und Eier. Dazu gibt es Kleidung, türkische Spezialitäten und bei gutem Wetter auch Blumen. Wer sich im Schneetreiben dann die Zeit für ein Gespräch mit den Beschickern nimmt, hört trotzdem vor allem positive Stimmen. „Wir verkaufen hier sehr gut und haben viele Stammkunden, die zum Wochenmarkt kommen“, sagt etwa Elke Lattner von der Landmetzgerei.

Und auch die Kollegen am Gemüsestand schwärmen über die Wermelskirchener Kunden: „Hier gibt es zwar kaum Laufkundschaft“, sagen Rudi und Marita Niepenberg, „aber viele Menschen kaufen ganz gezielt am Freitag auf dem Wochenmarkt ein.“ Ein Stück weiter hat Bärbel Schlüter alle Hände voll zu tun: „Wir sind hochzufrieden“, sagt sie, „manchmal müssen die Kunden richtig Schlange stehen.“ Allerdings: Mehr Stände wären gut. Darin sind sich alle einig und bringen viele Eindrücke von anderen bergischen Märkten mit. „Auch wenn wir gut zu tun haben“, sagt Elke Lattner, „die Situation hier ist schon schlimm. Es gibt ja kaum noch Stände.“

Tatsächlich hat sich die Zahl der Beschicker auf dem Wochenmarkt in den vergangenen Jahren halbiert. „Das Ambiente des Loches-Platzes ist nicht sonderlich attraktiv“, räumt der Erste Beigeordnete Stefan Görnert ein, „und die Konkurrenz mit anderen Kommunen ist groß.“ Dazu komme, dass es vor allem wegen fehlenden Nachfolgern immer weniger Beschicker gebe, ergänzt Arne Feldmann, Leiter des zuständigen Ordnungsamtes. Das Publikum werde älter und weniger. Versuche, weitere Beschicker für den Wochenmarkt in Wermelskirchen anzuwerben, seien bisher gescheitert. Allerdings müsse es dabei nicht bleiben, sind sich Görnert und Feldmann einig. „Ich stelle mir einen Wochenmarkt vor, der auch Treffpunkt ist“, sagt Görnert, „ein Ort, an dem die Menschen einkaufen und ins Gespräch kommen.“

Kurzfristig sei dieses Ziel jedoch nicht zu erreichen. Denn fürs Erste fordert der Umbau des Loches-Platzes einen vorübergehenden Umzug vom Wochenmarkt. „Wir haben den Platz am Weihnachtsbaum getestet“, sagt Feldmann, „da haben wir vor allem verkehrstechnische Bedenken.“ Auf den Schwanenplatz wollen die Beschicker nicht – weil der Platz zu weit außerhalb liege. Deswegen spiele man aktuell mit dem Gedanken, den Wochenmarkt für zwei Jahre auf dem Parkplatz der Katt unterzubringen, sagt Feldmann. „Allerdings wollen wir das eng mit allen Beteiligten abstimmen“, ergänzt Görnert. Das schließe nicht nur die Katt-Mitarbeiter, sondern auch die Berufschule und natürlich die Marktbeschicker mit ein. Eine Entscheidung sei noch nicht getroffen, der Termin des vorübergehenden Umzugs stehe noch nicht fest. „In der zweiten Hälfte des Jahres“, sagt Feldmann. Nach dem Umbau allerdings soll der Wochenmarkt auf den neuen Loches-Platz zurückkehren – dafür gibt es entsprechende Vereinbarungen mit dem Investor. Dann könnten viele Aspekte laut Feldmann noch mal auf den Prüfstand gestellte werden: der Zeitpunkt, die Zahl der Aussteller, die Atmosphäre. „Wir erhoffen uns, dass der neue Platz auch neue Beschicker zieht“, sagt der Ordnungsamtsleiter.

Stefan Görnert denkt etwa an Imbissbuden zum Mittagessen oder an die Mitwirkung des neuen Kafferösters an der Eich. Die aktuellen Beschicker träumen von Käse, Fisch und Brot. „Einzelhandel und Markt könnten dann voneinander profitieren“, sagt Görnert, „mehr Menschen auf dem Markt würden auch mehr Menschen in der Innenstadt bedeuten.

Mehr von RP ONLINE