1. NRW
  2. Städte
  3. Wermelskirchen

Wermelskirchen Der Purder Bach kommt raus aus dem „Korsett“

Renaturierung in Wermelskirchen : Der Purder Bach kommt raus aus dem „Korsett“

Der Wupperverband richtet einen Gewässerrandstreifen ein. Damit werden die Lebensbedingungen für Fischfauna und Kleinstlebewesen verbessert.

Seit vergangener Woche entwickelt der Wupperverband den Purder Bach im Grenzbereich zwischen Wipperfürth und Wermelskirchen ökologisch weiter. Das Grundstück in der Nähe der Ortslage Purd gehört dem Verband; es ist an einen Landwirt verpachtet. Das Gewässer mündet in die Dhünn, aus der Dhünn wiederum speist sich die Große Dhünn-Talsperre, die zahlreiche Menschen der Region mit Trinkwasser versorgt. Die Maßnahmen am Purder Bach dienen also gleichermaßen dem Trinkwasserschutz. Durch so genannte Gewässerrandstreifen werden Einträge aus der Landwirtschaft ferngehalten. Diese Randstreifen sind in ihrer Breite variabel und grenzen das Gewässer durch Umzäunung von der landwirtschaftlichen Nutzung ab. Feuchte Bereiche werden hier bevorzugt, da sie für die Landwirtschaft ohnehin nur schwer zu bewirtschaften sind.

Das Projekt erfolgt in enger Abstimmung und guter Zusammenarbeit mit dem Pächter, berichtet Ilona Weyer, Sprecherin des Wupperverbandes. Mit ihm werden auch die Standorte für Viehtränken abgestimmt. Die Kühe wiederum sorgen für die Landschaftspflege des umliegenden Geländes: Durch die Beweidung sowie Mahd werden Neophythen wie Herkulesstaude, Staudenknöterich oder Springkraut zurückgedrängt.

An einigen Stellen ist der Purder Bach verbaut. „Hier entfernt der Wupperverband das enge „Korsett“, so dass das Gewässer wieder eine natürliche Ufer- und Sohlstruktur entwickeln kann, in der auch Totholzelemente als Nahrung dienen“, sagt Weyer.

Die Maßnahmen verbessern die Lebensbedingungen für die Fischfauna und die Kleinstlebewesen. „Auch dieser Baustein trägt zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie bei, nach der alle Gewässer in einen guten Zustand versetzt werden müssen“, teilt Ilona Weyer mit.

Der Wupperverband entwickelt einen ein Kilometer langen Gewässerabschnitt. Das Projekt dauert vier Wochen.

(tei.-)