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Wermelskirchen: Der Bergische Wanderbus fährt auf Erfolgsspur

Viele Haltepunkte in Wermelskirchen : Wanderbus ist ein Tourismus-Motor

Tausende Wanderer nutzen jedes Jahr das Infrastruktur-Angebot. Auch die Gastronomie profitiert davon. Der Bus hält an vielen Punkten, von wo aus ausgeschilderte Wanderwege erreichbar sind. Auch Hunde können mitfahren.

Wanderer lieben Rundwege, doch nicht jede Landschaft bietet sich dafür an. Manche Wanderwege lassen sich nicht so leicht zu einem Kreis schließen – wie etwa das Eifgental. Damit die Tour nicht auf gleichen Pfaden zurückgelegt werden muss, gibt es eine Alternative: den Bergischen Wanderbus, der dieses Jahr Zehnjähriges feiert. Er schafft für viele Menschen eine Verbindung zurück zum Ausgangspunkt, nimmt ermattete Wanderer auf, eröffnet die Möglichkeit für einen Stopp in einem Ausflugslokal, und er erweitert unterm Strich so den Aktionsradius der Wanderer, weil sie weit in eine Richtung gehen können. Der Bus bringt sie bequem zurück. Und der Bus bringt sie ebenso zu einem Startpunkt für die Wanderung.

Kein Wunder, dass der Wanderbus zu einer Erfolgsgeschichte wurde. „Der Bergische Wanderbus ist ein wichtiger Baustein in der touristischen Infrastruktur. Die Fahrgastzahlen steigen von Jahr zu Jahr“, sagt Alexander Schiele, Sprecher des Rheinisch-Bergischen Kreises. Die Bilanz dieser Saison steht noch aus, der Wanderbus verkehrt noch bis zum 3. November.

Das Streckennetz dieses ÖPNV-Angebots hat Anschluss an eine Vielzahl von Wanderwegen im „Bergischen Wanderland“: an den Bergischen Panoramasteig, den bergischen Weg, an die sogenannten Streifzüge, also Themenwanderwege, und an die Dhünntalfläche. Auch die gastronomischen Betriebe entlang der Wege wie die „Neuemühle“ profitieren von diesem Angebot. „Wir sehen den Wanderbus als Wirtschaftsförderung“, sagt Schiele. Der Bergische Wanderbus fährt in der Saison samstags, sonntags und feiertags nach Fahrplan und stoppt an bestimmten Haltestellen – neuerdings werden auch Brückentage mit eingebunden.

Der Bergische Wanderbus verzeichnet steigende Fahrgastzahlen, erfreut sich bei Wanderern immer größerer Beliebtheit. Foto: RBK

Für Wermelskirchen und Odenthal sei diese touristische Ergänzung zum regulären ÖPNV in der Region eine großartige Sache, sagt Florian Leßke von der Wirtschafts- und Tourismusförderung der Stadt Wermelskirchen. „Für die touristische Entwicklung in Wermelskirchen ist der bergische Wanderbus ein großer Gewinn, ein Anschubgeber.“ Wandern sei Trend, diesem Hobby gehen hier Einheimische wie auch Auswärtige aus der Rheinschiene nach.

Das lasse sich auch an den Autokennzeichen auf den Wanderparkplätzen wie beispielsweise im Eifgen ablesen, wo der Wanderbus hält. An schönen Wochenenden werde dort der Parkraum knapp. Denn insbesondere der Weg durchs Eifgental sei der schönste im gesamten bergischen Raum, schwärmt Leßke.

2012/2013 seien die Wanderwege sozusagen neu sortiert worden. Nutzungen wurden gebündelt, einige Wege sogar eingezogen, erinnert Leßke. Die Wege wurden neu markiert und beworben – mit Erfolg. „Der Wanderbus ist zur richtigen Zeit eingeführt worden. Denn jetzt sieht man auch an den Wochenenden Wanderer in der Stadt. Sie machen hier Pause, nutzen die Gastronomie“, berichtet Leßke. Ohne den Wanderbus wäre der touristische Effekt der Wanderwege nicht so groß, ist er sich sicher. „Der Bus verdoppelt die mögliche Tourenlänge.“

Zu den beliebtesten Strecken zählt der Weg vom Wanderparkplatz Eifgen zum Schöllerhof in Nähe des Altenberger Doms oder die umgekehrte Richtung. Orientieren können sich die Wanderer anhand eines Flyers, der den Fahrplan und eine Karte mit Haltepunkten und den Wanderstrecken enthält. Die Fahrgäste zahlen den Fahrpreis des VRR-Tarifs.

Hunde können gratis mitgenommen werden, einen Anspruch darauf habe man als Hundebesitzer jedoch nicht. „Wenn der Bus sehr voll ist, kann es sein, dass Hund und Herrchen oder Frauchen nicht mitfahren können“, sagt Schiele.