Wermelskirchen: Das steckt hinter dem Geysir im Eifgenbach

Eifgenbach in Wermelskirchen : Ist das der erste „bergische Geysir“?

An einer Stelle des Eifgenbaches sprudelt und spritzt das Wasser in die Höhe. Bei Facebook vermuten Wermelskirchener, dass es sich um den ersten „bergischen Geysir“ handeln könnte. Das steckt dahinter.

Normalerweise ist der Eifgen ein ganz ruhiges Bächchen. Langsam fließt er durch die schöne bergische Natur dahin. Doch an einer Stelle kann der Eifgenbach auch ganz anders. Erleben konnte das, wer das schöne Wetter für eine Wanderung von Rausmühle Richtung Neuemühle genutzt hat. Ungefähr auf halber Strecke war es vorbei mit der Ruhe. Stattdessen sprudelte und spritzte das Wasser nur so.

Entdeckt hatte die Stelle ein Facebook-Nutzer. Er machte ein Video davon und lud es in mehrere der Wermelskirchener Facbeook-Gruppen hoch. Dort ist zu sehen, wie das Wasser in Ufernähe erst nur etwas brodelt, dann aber auf einmal in mehreren Schüben nach oben spritzt. Der Vorgang wiederholt sich immer wieder. Bei Facebook schrieb der User: „Ich war heute am Eifgenbach spazieren und habe dabei ein Video von einem ,bergischen Geysir’ gemacht.“

Auch andere Nutzer konnten sich das merkwürdige Verhalten des kleinen Baches nicht erklären. Für Wasserfontänen ist der ruhige Eifgenbach genauso wenig bekannt, wie für Stromschnellen oder Wasserfälle. Dass es sich bei dem Phänomen wirklich um einen Geysir handeln könnte, war den meisten jedoch trotzdem schnell klar. „Spaß beiseite, was ist das?“, fragte der Mann, der den „bergischen Geysir“ zuerst entdeckt hatte.

Die Erklärung gibt Günter Wasserfuhr vom Wasserversorgungsverband Rhein-Wupper. Hinter der Gischt versteckt sich nämlich ein Rohr. „Es handelt sich um eine Einleitstelle unserers gereinigten Filterrückspülwassers aus der Trinkwasseraufbereitung“, erklärt Wasserfuhr. Nachdem das Wasser durch verschiedene Verfahren vom Schmutz getrennt wurde, kann das übriggebliebene Klarwasser zurück in den Wasserkreislauf eingespeist werden. „Das ist selbstverständlich durch die Aufsichtsbehörden und den Wupperverband genehmigt und wird auch überwacht“, stellt Wasserfuhr klar. Für Flora und Fauna bestehe also keine Gefahr.

Wer den „bergischen Geysir“ selbst erleben will, muss Glück haben. Denn nicht immer wird dort Wasser eingeleitet – einen zur Veröffentlichung freigegebenen Zeitplan gibt es nicht. Der „bergische Geysir“ sprudelt also nicht immer, aber dafür kostenlos. Andere Städte hingegen lassen sich das viel Geld kosten: In Monheim sollen auf einem Kreisverkehr isländische Geysire für 415.000 Euro entstehen. Wer auf diesen Anblick inmitten eine Apshalt-Landschaft verzichten kann, der hat jetzt eine Alternative: ein Spaziergang in der bergischen Natur am Eifgenbach.

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