Wermelskirchen: Das sind die Rocker des Motorradclubs MC

Wermelskirchen hat einen MC : Die Jungs vom anständigen Motorradclub

Wermelskirchen hat wieder einen MC – einen Club für Biker. Doch der „Mercenaries MC Nomads“ hat nichts mit kriminellen Rockerbanden zu tun, sondern ist offen für alle. Zum Beweis laden die Jungs zur großen Osterparty ein.

Es waren im Ausland stationierte US-Soldaten, die einst weltweit Motorrad-Clubs (MCs) gründeten. Sie fühlten sich eng verbunden mit den Chopper-Maschine von Harley-Davidson und wurden spätestens durch das freie Lebensgefühl, das der Kult-Fim „Easy Rider“ vermittelte, zum Vorbild für weitere MCs. Seit gut einem Jahr hat auch Wermelskirchen nach langer Zeit wieder einen MC, der diesem Lebensgefühl-Mix aus Motorrad-Leidenschaft, Rock-Musik-Liebe und Freiheitsgefühl anhängt. Der „Mercenaries MC Nomads“ stellt sich deutlich gegen kriminelle Machenschaften, mit denen einige MCs die „Rocker“ in ein schlechtes Licht rücken.

Mit einer Osterparty wollen die „Nomads“ jetzt zeigen, dass das Biker-Lebensgefühl auch Nicht-Motorradfahrer begeistert und mit Klischees aufräumen. „Natürlich werden wir oftmals einfach abgestempelt und schief angeschaut – aber da arbeiten wir dran“, sagt Olaf Schmitt (50 Jahre, Industrielackierer), „Secretary“ im Wermelskirchener „Mercenaries“-Vorstand. Deshalb laden die Wermelskirchener „Nomads“ am kommenden Samstag, 20. April, zur Osterparty auf das Gelände des Schäferhundevereins an der Albert-Einstein-Straße. „Die ist für jeden gedacht, der Spaß daran hat, mit uns zu feiern“, sagt Schmitt.

Fünf Gründer ergriffen die Initiative, um den „Mercenaries MC Nomads“ aus der Taufe zu heben. „Uns verbindet der Spaß am Motorrad-Fahren, am Schrauben, am Feiern und die Freude am Zusammenhalt in der Gruppe“, beschreibt „President“ Daniel Maus (47 Jahre), der seine Brötchen als Maler und Lackierer verdient. „Wir lassen uns gerne überall blicken, sind ehrlich und haben Anstand. Wir haben alle einen geregelten Beruf und sind sozial engagiert“, erklärt Maus. Und „Secretary“ Olaf Schmitt fügt hinzu: „Loyalität, Vertrauen und Zusammenhalt sind Werte, die bei uns hoch im Kurs stehen.“

Der Zusammenhalt drücke sich in den mit Aufnähern („Patches“), Clublogo und -farben („Colours“) versehenen „Kutten“ (Westen), die beim Motorradfahren oder gemeinsamen Ausgehen getragen werden, aus. Einen Kutten-Zwang kennen die „Nomads“ nicht, sagt Schmitt: „Jeder kann selbst entscheiden, wann er sie trägt.“ Genauso wenig bindet sich eine „Nomads“-Mitgliedschaft an eine bestimmte Motorradmarke: „Wer zu uns stoßen will, muss einen Motorradführerschein haben, ein Motorrad besitzen und natürlich als Typ zu uns passen.“

Teilweise kennen sich die Freunde bereits seit 35 Jahren. Doch zu den „Nomads“ sind inzwischen auch jüngere Motorrad-Fans hinzugestoßen. Dafür steht beispielsweise der 18-jährige Tom Halfmann (Industriemechaniker), der als „Sergeant at arms“ für Ordnung und Sauberkeit sorgt. Er meint mit einem Lachen: „Nach einer Party muss aufgeräumt werden und da müssen alle mit anpacken.“ Halfmann vermisst bei vielen seines Alters „Respekt und Anstand“ und schätzt, dass darauf im MC wert gelegt werde. „In der Szene ist es selten, dass sich junge Leute mit dem Clubleben identifizieren“, unterstreicht Daniel Maus.

Auch bei den „Nomads“ bleiben MC-Mitgliedschaften in Männerhand, erläutert Olaf Schmitt: „Vom Ursprung her sind MCs ein Männerding. Frauen sind bei uns dabei, können aber keine Member werden.“ Jedoch sei klar: „Frauen und Familien müssen dahinter stehen, damit es klappt.“

Beinahe poetisch fasst Frank Utrata (47 Jahre, Schreiner) die Leidenschaft für das Biker-Hobby in Worte: „Mit dem Auto bewege ich meinen Körper, mit dem Motorrad meine Seele.“ Als Road-Captain des Wermelskirchener MC ist Utrata zuständig für Touren und Routen, die gefahren werden: „Jetzt im Frühling und Sommer sind wir jedes Wochenende unterwegs.“

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