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Wermelskirchen: Das Neue Rheinische Streichquartett will in der Stadtkirche spielen

Kirchenmusik in Wermelskirchen : Kammerkonzert in Corona-Zeiten

Das Neue Rheinische Streichquartett will am 15. November in der Stadtkirche spielen. Stefanie Schüller, Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen, hofft, dass die Veranstaltung stattfinden kann. Der Eintritt ist frei.

Für Konzertveranstalter ist diese Zeit von Unsicherheit geprägt. Kann die Veranstaltung stattfinden? Wenn ja, wie? Dennoch ist Optimismus angesagt. Das sieht auch Stefanie Schüller, Presbyterin in der Evangelischen Kirchengemeinde Wermelskirchen, so. „Wir sind guter Hoffnung, dass unser Konzert mit dem Neuen Rheinischen Streichquartett am Sonntag, 15 November, um 17 Uhr in der Stadtkirche stattfinden kann“, sagt sie.

Das Streichquartett, das sich aus den Musikern Albert Rundel (Violine), Gudrun Höbold (Violine), Chiho Takata (Viola) und Martin Burkhardt (Cello) zusammensetzt, wird beim Kammerkonzert unter dem Motto „Lieber Ludwig…“ Werke nicht nur von Ludwig van Beethoven spielen, sondern auch von Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn und Arvo Pärt.

Analog zu den Vorgaben der Evangelischen Landeskirche hält sich auch die Kirchengemeinde an die strengen Hygienevorschriften und Auflagen. „Wir bitten unsere Besucher, den Mund-Nase-Schutz auch am Sitzplatz aufzubehalten. Außerdem haben wir in der Stadtkirche Platz für rund 50 Gäste geschaffen, so dass genug Abstand eingehalten werden kann“, sagt Stefanie Schüller. Eine Voranmeldung über www.wuppertal-live.de sei wünschenswert, aber nicht Voraussetzung. „Wenn zu Konzertbeginn noch Plätze frei sind, können auch spontane Besucher kommen“, ergänzt die Presbyterin. Der Eintritt ist frei, es wird nach dem Konzert um Spenden für die Kirchenmusik gebeten.

Insgesamt sei die Kirchenmusik in der Evangelischen Kirchengemeinde durch die Corona-Pandemie stark eingeschränkt worden. „Von März bis zu den Sommerferien fanden in der Kantorei keine Proben statt. Danach haben wir zaghaft wieder angefangen“, sagt Stefanie Schüller. Und zwar mit einer etwas anderen Herangehensweise, wie die Presbyterin ausführt. „Wir haben monatliche Projektchöre gebildet: Jeweils einen kleinen Chor für den September, den Oktober, den November und den Dezember. Am Ende stand die Hoffnung, dass wir Ende des jeweiligen Monats einen Gottesdienst mit Chorgesang begleiten könnten.“ Davon habe man allerdings dann doch lieber abgesehen. „Es war uns zu gefährlich. Aber es gibt momentan die Regel, dass wir sonntags mit maximal drei Chorsängern eine Strophe singen – im Wechsel mit der Gemeinde, die ihrerseits eine Strophe vorliest“, sagt Stefanie Schüller.

Man versuche sich in dieser schwierigen Situation eben mit anderen Mitteln zu helfen, sagt sie. Auch der Kammerchor mit seinen knapp 20 Sängerinnen und Sängern trifft sich mittlerweile wieder alle 14 Tage mittwochs zur Probe. „Allerdings in der Kirche, weil wir da mehr Platz haben“, sagt Stefanie Schüller. Im Moment sei der Plan, zum Reformationstag am 31. Oktober einen Abendgottesdienst vom Kammerchor gestalten zu lassen. „Das soll dann in Form eines Evensongs geschehen, es wäre der erste Auftritt seit vielen Monaten. Aber wir sind sehr vorsichtig, wollen nicht riskieren, dass bei uns etwas passiert“, sagt die Presbyterin.

Der Gottesdienst solle Hoffnung ausdrücken, daher auch so überschrieben werden: „Reformationstag – Ein Grund zu danken.“ Dennoch sei es schwer, in der momentanen Situation nicht die Hoffnung zu verlieren. „An große Konzerte ist im Moment ja nicht zu denken. Ich glaube auch nicht, dass es im kommenden Jahr soweit sein wird. Gerade ein Laienchor braucht viel Zeit, um sich vorzubereiten“, sagt Stefanie Schüller.

Das gelte auch für das traditionelle Adventskonzert am dritten Adventssonntag. „Da wissen wir noch nicht wirklich, ob und wie es stattfinden kann“, sagt Stefanie Schüller. Dennoch bleibe sie positiv gestimmt. „Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt“, sagt sie schmunzelnd.