Wermelskirchen: Das Herz der Dhünn-Talsperre entdeckt

Entdeckerwoche Aqualon : Das Herz der Dhünn-Talsperre erforscht

Die Teilnehmer der Aqualon Entdeckerwochen blickten hinter die Kulissen des Talsperrenbetriebs – und entdeckten, welchen Weg ihr Trinkwasser nimmt.

Während die Temperaturen weiter Richtung Rekordpunkt steigen, ziehen sich Max und Elly die Fleecejacken über. Auch die Erwachsenen greifen zum warmen Pullover. Dann öffnet Patrizia Apostolides die schwere Tür und weist noch kurz auf die große Gruppe von Weberknechten hin, die es sich an der Decke bequem gemacht hat. Und während Max noch rätselt, wie Spinnen eigentlich damit klarkommen, auf acht Beinen zu laufen, setzt sich die Gruppe in Bewegung. 300 Stufen bergab liegen vor den 25 Erwachsenen und Kindern, die sich am Dienstag auf Einladung des Vereins „Bergische Wasserkompetenzregion Aqualon“ auf den Weg zum Herzen der Dhünn-Talsperre machen. Und mit jeder Stufe wird es kälter.

„Jetzt sind wir mitten in der Sperrmauer“, sagt Patrizia Apostolides. Rechts befinde sich das Wasser, links die Luft und weit über den Köpfen der Asphalt. „Und wie kommt das Wasser hier rein?“ fragt Elly und deutet erst auf das Kondenswasser an der Decke und schließlich auf einen kleinen Wasserlauf am Rand. „Keine Sorge“, erklärt die Fachfrau des Naturguts Ophoven, „es gibt zwar neben dem Kondenswasser auch Sickerwasser, aber deren Menge werde ständig kontrolliert.“ Nach 300 Stufen öffnet Patrizia Apostolides die nächste Tür, und Tageslicht fällt in den schmalen Gang. „Puh, jetzt ist es auch wieder warm“, stellen die Kinder fest und schauen sich dann verblüfft nach der Mauer um. Die ist vom Fuße des Bauwerks gar nicht zu sehen – stattdessen treffen sie hier Schafe und hören ein leises Rauschen. Gemeinsam macht sich die Gruppe der Aqualon-Entdeckerwochen auf die Spur des Geräuschs: „Von hier aus wird das Rohwasser in die Wasserwerke gepumpt“, erklärt die Fachfrau und deutet auf die beiden großen Rohre, die aus dem Berg kommen. Der Blick der Kinder folgt dem Wasser, und schnell finden sie heraus: Hier findet ein Teil des Wassers auch seinen Weg in die Dhünn.

Für die Kinder ist es an diesem Vormittag die letzte Station des Wasserweges, auf dessen Spur sie sich zwei Stunden zuvor begeben haben. Mit dem Maskottchen Wuppi hatten sie erst den weltweiten Wasserverbrauch erkundet und festgestellt, dass jeder Mensch 124 Liter Wasser am Tag verbraucht und dass die größte Menge fürs Baden, Duschen, die Toilette und Körperpflege verwendet wird. „Für die Herstellung eines T-Shirts werden 3000 Liter Wasser verbraucht“, hatte Patrizia Apostolides während der Begrüßung ergänzt und erklärt, es sei ihr wichtig, die Kinder für den Wasserverbrauch und die Folgen von Wasserverschwendung zu sensibilisieren.

Und während die Gastgeber und die Gästegruppe noch über Einsparungsmöglichkeiten berieten, war Ellys Blick schon Richtung Entnahmeturm gewandert. Dort schließlich sollte der Weg Richtung Wasserhahn beginnen. Erst hatten sie den riesigen Trichter unter die Lupe genommen, der überfließendes Wasser aufnehmen kann – bevor sie den Thermorüssel kennengelernt hatten. „Weil das Wasser für die Dhünn und die Trinkwasserzubereitung immer aus den tiefsten Schichten der Talsperre genommen wurde, war es früher sehr kalt“, erklärte Fachfrau Susanne Reinold. Dadurch hätten Fische in der Dhünn immer das Gefühl gehabt, es sei Winter. Die unerwünschte Folge: Die Fische legten keinen Laich ab, das Leben in der Dhünn ging zurück. Dann kam der Thermorüssel ins Spiel: Durch seine Beweglichkeit entnimmt er seit dem Wasser dort, wo es die richtige Temperatur hat. Das Ergebnis: „Wir beobachten, dass die Dhünn vor Leben nur so sprudelt.“

Nach der letzten Station am Pumpwerk nimmt die Gruppe den Aufstieg zurück zur Sperrmauer. „Das ist also unser Trinkwasser“, erklärt Elly noch – und deutet auf die Idylle an der Dhünn-Talsperre.