Wermelskirchen: Das Gerüst ist fast verschwunden

Rathaus und Bürgerzentrum : Das Gerüst ist fast verschwunden

Der größte Teil der Einrüstung ist abgebaut, die publikumswirksame Fassade in Richtung Telegrafenstraße aber noch nicht.

Fast geschafft: Erneut rückte die Firma Rombach an, um am Bürgerzentrum die Einrüstung abzubauen. Mit zwei Lkw und vier Mann schaffte das Team am Samstag in fünf Stunden viel: Nachdem in der Vorwoche der Rathaus-Haupteingang vom Gerüst befreit wurde, ist nun auch die Fassade im Bereich der ehemaligen Stadtsparkassen-Filiale nahezu gerüstfrei. Nach wie vor eingerüstet ist der publikumswirksamste Fassadenteil in Richtung Telegrafenstraße. „Der Abbau geht jetzt nach und nach weiter“, kündigte Sascha Hagenbücher, Vorarbeiter bei Rombach, an. Den genauen Zeitplan kenne er jedoch nicht, denn schließlich müssten die einzelnen Baustellen des Unternehmens koordiniert werden.

„Ich bin zufrieden. Das ist schön so“, sagte Passantin Maria Kollmann mit Blick auf die freie Sicht auf die metallisch-graue, neue Fassadenverkleidung: „Schwarz wäre überhaupt nicht gegangen – das ist aus der Zeit. Und Weiß ist viel zu schmutzempfindlich.“ Die Wermelskirchenerin lebt im Bereich des Brückenweges und spaziert daher nahezu täglich am Rathaus vorbei, um ihre Erledigungen in der Innenstadt zu machen. Augenzwinkernd stellte sie fest: „Jeder muss ja mal renovieren.“

Das war im Februar 2016: Das Rathaus komplett eingehüllt. Jetzt muss an dieser Front nur noch ein Gerüst entfernt werden. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Michael Weber passierte ebenfalls die emsig abbauenden Gerüstbauer: „Ein Gerüst ist nie ein schöner Anblick, deshalb ist es gut, wenn es weg ist. Aber mir gefiel die vorherige Marmorfassade besser, die hatte in meinen Augen die schönere Optik.“

Von drei Seiten wie hier am Brückenweg ist das Rathaus gerüstfrei. Am Samstag waren die Gerüstbauer wieder fünf Stunden im Einsatz. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Auch wenn an einem Samstagvormittag, der zudem noch in den Sommerferien liegt, mit weniger Publikum zu rechnen ist, ärgerte sich das Rombach-Team doch über den einen oder anderen Passanten: „Es gibt tatsächlich Leute, die sich zwischen Absperrgitter und Lkw hindurchquetschen. Eigentlich sehen die doch, dass hier gearbeitet wird. Anscheinend sind denen die fünf Meter mehr um den Lkw herum zu viel.“

Ein gerüstfreies Rathaus wird für die Wermelskirchener ein vollkommen unüblicher Anblick sein. Foto: Stephan Singer

Mit genauen und sicheren Handgriffen beluden die Gerüstbauer die beiden Lkw. „Das ist wichtig, denn kein Fahrzeug darf überladen sein. Und das wird von der Polizei kontrolliert“, berichtete Sascha Hagenbücher. Jedes Teil habe auf der Ladefläche seinen Platz, alles werde nach System verzurrt: „Wir laden beispielsweise maximal 120 Dielen auf einen unserer Lkw – immer 20 Stück übereinander gestapelt in sechs Reihen.“ Mit den Stahlgerüstteilen dazu würde dann das zulässige Gewicht nicht überschritten.

Da Teile des Gerüsts über ein Jahrzehnt am Rathaus verbaut und damit der Witterung ausgesetzt waren, wird die Firma verschlissene Holzdielen aussortieren. „Die stellen zwar noch kein Sicherheitsrisiko dar – wir sind ja selbst zum Abbau noch darauf gestiegen – wir wollen sie aber an anderer Stelle nicht mehr nutzen“, erläuterte Hagenbücher: „Manche der Dielen sind so voller Taubenkot, dass es schon ekelhaft ist, die abzubauen.“ Verschmutzt und verstaubt wäre das Gerüst nach all den Jahren sowieso. Ausrangierte Dielen werden in der Firma zersägt. Je nach Zustand kommen Stücke weiterhin als Unterleg-Elemente zum Einsatz.

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