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Wermelskirchen Corona setzt den städtischen Winterdienst unter Druck

Winter in Wermelskirchen : Corona setzt Winterdienst unter Druck

Die Pandemie-Lage macht auch dem städtischen Betriebshof die Arbeit nicht leichter. Das Einhalten des Mindestabstands ist für die Mitarbeiter oberstes Gebot, im alltäglichen Ablauf jedoch nicht immer ganz einfach. Betriebshof-Leiter Volker Niemz befürchtet, dass es beim Räumen der Straßen eng werden kann, falls eine Schicht in Quarantäne müsste.

Wenn der Räumdienst des städtischen Betriebshofs ausrückt, ist „Dampf in der Bude“. So formuliert es Betriebshof-Leiter Volker Niemz. Denn: Die Straßen und Zugänge speziell zu wie Schulen oder Kindergärten sollen schnellstmöglich von Schnee oder Eis befreit sein. Manch ein Bürger hätte es am liebsten geräumt, noch bevor die erste Schneeflocke gefallen ist. Für besonderen „Druck im Kessel“ sorgt vor dem Winter nicht die Frage nach einer ausreichenden Versorgung mit Streumaterial, sondern die Pandemie-Lage. „Wir haben genug Vorrat“, sieht sich der Betriebshof nach Auskunft von Niemz gut vorbereitet: „Im  Silo am Belten lagern 190 Tonnen, in der Salz-Halle in Sonne weitere 300.“ Mehr Sorge bereitet Corona dem Betriebshof-Leiter: „Vor einem Infektionsgeschehen innerhalb der Kollegen habe ich Schiss. Fällt mir eine Schicht aus, weil die Mitarbeiter in Quarantäne sind, wird es im Räumdienst eng.“

Ständiges Mahnen, Erinnern und Hinweisen wäre deshalb sein Mittel der Wahl, um für Sicherheit zu sorgen. Er sei sich obendrein sicher, dass das Betriebshof-Team verantwortungsbewusst mit der Situation umgehe. „Natürlich sitzt unterwegs immer nur ein Fahrer auf einem Winterdienst-Fahrzeug“, sagt Volker Niemz: „Aber beim Schichtwechsel muss das Fahrerhaus gesäubert und gelüftet werden.“ Das alles geschehe stets unter Hochdruck: „Es kann zum Beispiel gut sein, dass bei der Schneeschild-Montage am Wagen die Hilfe eines Kollegen nötig ist. Das sind Dinge, an die wir uns eigentlich längst gewöhnt haben. Jetzt müssen wir aber dabei auf das Einhalten des Abstands und das Mund-Nase-Schutz-Tragen achten.“ Gleiches gelte für Reparaturen, die oft gar nicht alleine durchführbar seien. Diese Alltagsroutinen liefen „nicht in Ruhe“, sondern mit der „Zeit im Nacken“ ab.

Deshalb betont Volker Niemz: „Der vergangenen Winter war so mild, dass wir so gut wie nichts im Räumdienst zu tun hatten. Hoffentlich bleibt das im Corona-Winter so. Wir brauchen es nicht.“ Während sich Straßen NRW um die Räumung von Bundes- sowie Landstraßen und der Kreis um die Kreisstraßen kümmert, ist der Betriebshof für die übrigen Strecken in Wermelskirchen zuständig. Zuerst die Straßen der Stufe Eins: das sind die Hauptverbindungsstraßen, auf denen meist auch Buslinien verkehren – wie auf der Königstraße als Zufahrt zum Krankenhaus“, erläutert Volker Niemz. Bei einem Schichtwechsel im Winterdienst des Betriebshofs kommen vier Fahrer und lösen vier Fahrer ab. Weiterhin gehört stets ein Ersatzfahrer und ein Mitarbeiter in Bereitschaft für die Werkstatt zu jeder Schicht. Der Wermelskirchener Betriebshof arbeitet im Räumdienst mit drei Schichten: eine Früh-, eine Spätschicht und eine „Frei“-Schicht. „Die ‚Frei‘-Schicht ist angesichts unserer dünnen Personaldecke meist nur ein Wunsch“, beschreibt Volker Niemz. Durch die mit der Verabschiedung des städtischen Haushalts im Frühjahr genehmigte Stelle für den Betriebshof sei der Personalstamm für den Winterdienst nicht größer geworden: „Dadurch wurde eine befristete in eine unbefristete Stelle gewandelt, ein Auszubildender von uns ist nun Facharbeiter beim Betriebshof. Aber wir haben ja auch Abgänge.“

Würden aufgrund von Corona einige Mitarbeiter ausfallen, würde das im Winterdienst eine schwierige Lage verursachen. „Das hat ja auch mit den unterschiedlichen Führerscheinen zu tun, die die einzelnen Mitarbeiter für die diversen Fahrzeuge brauchen – nicht jeder darf jeden Wagen fahren“, sagt Volker Niemz.