Mehrzweckhalle Dabringhausen Herrlicher Improvisation-Klamauk mit „Clamotta“

Wermelskirchen · Das Kölner Trio war auf Einladung des Dabringhausener Vereins Dorfkultur in die Mehrzweckhalle gekommen und sorgte für jede Menge Lachtränen im Publikum.

Das Kölner Trio des Improvisationstheaters „Clamotta“ mit Markus Hahn, Eva Thiel und Stefan Thiel begeisterte in der Mehrzweckhalle Dabrinbghausen.

Das Kölner Trio des Improvisationstheaters „Clamotta“ mit Markus Hahn, Eva Thiel und Stefan Thiel begeisterte in der Mehrzweckhalle Dabrinbghausen.

Foto: clamotta

Der Applaus ist wie bei den ganz Großen. Zumindest nach dem ersten Versuch. Das bestens gelaunte Kölner Trio des Improvisationstheaters „Clamotta“, Eva Thiel, Markus Hahn und Stefan Thiel, war nebst Begleitung von Jens Niemeier am Keyboard auf Einladung des Vereins Dorfkultur ins Foyer der Mehrzweckhalle in Dabringhausen gekommen.

Aber man war nicht wirklich mit der ersten Variante der Begrüßung durch das Publikum zufrieden. „Das üben wir nochmal, kommt, wir gehen noch mal zur Seite“, sagte Eva Thiel. Das Trio ging ins Dunkel am Bühnenrand, trat wieder ins Licht der Bühnenmitte – und wurde von den rund 50 Besuchern folgsam ordentlich bejubelt. Offensichtlich hatte das Publikum richtig Lust auf einen gelungenen Abend mit viel improvisiertem Unsinn und Schabernack.

Das Konzept war natürlich von den Impro-Königen, dem Springmaus-Ensemble, das von Bill Mockridge vor einigen Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde, bereits bekannt. Es brauchte nicht viel, um viel zu schaffen: Ein paar Stichworte aus dem Publikum, dazu eine ganz grob zurechtgezimmerte Rahmenhandlung – den Rest erledigten die drei auf der Bühne. Sehr zum Amüsement des ausgelassenen Publikums. Den Auftakt gab es mit einer Szene, deren einzige Zutat ein Traumberuf aus dem Publikum war: die Prinzessin.

Dazu improvisierten Eva Thiel und Markus Hahn einen kleinen, feinen Sketch, bei dem die spontan aus dem Publikum gerufenen Gefühle den Fortgang diktierten. Mit zwei Ausnahmen: „An die Männer: Hunger und Durst sind keine Gefühle“, sagte Markus Hahn. Und schon ging es rund, mit „Wut“, „Entsetzen“, „Verwirrung“ oder auch „Begeisterung“. Und einer Geschichte zum Schießen lustig, wie sich auch am dauernden Gelächter des Publikums zeigte.

Ein anderer Sketch war musikalisch und spielte im Dabringhausener Dorfpark. Dort begegneten die beiden Herren einer jungen Dame, Gundula mit Namen und offensichtlich etwas verloren. „Sie sind von außerhalb, ja?“, fragte einer der Herren. „Ja, ich bin aus Dhünn“, sagte Gundula – zur großen Erheiterung des Publikums. Darum herum entwickelte sich dann eine herrlich lokalkolorierte Szene rund um den Dorfpark, den Friedhof und die alte Kirche, die immer wieder bei besonders prägnanten Sätzen von Jens Niemeier unterbrochen wurde. Damit die Improvisateure diese dann in unterschiedlichen musikalischen Stilrichtungen besingen konnten. Etwa „Hier ist jeder willkommen“ als Rock-Song, oder „Wie soll ich mich entscheiden?“ als Bossanova.

Schön war auch der Sketch, als Eva Thiel, als unwissend eines Verbrechens Angeklagte, irgendwie herauszufinden hatte, dass sie in einer Sporthalle mit einer Flasche Kölsch Helene Fischer gemeuchelt hatte. In der Befragung durch Markus Hahn bekam sie indes nur Hinweise von Stefan Thiel. Der wiederum kniete hinter ihr, seine Arme unter ihren hindurch nach vorne gestreckt, sodass er nur gestikulierend Hinweise auf die drei zu findenden Stichworte geben konnte.

Der Weg war ja bekanntlich das Ziel, und dieser Weg sorgte für jede Menge Lachtränen bei allen Beteiligten – und sichtliche Erschöpfung bei Hinweisgeber Stefan Thiel, der froh war, dass irgendwann klar war, dass seine Geste der um Eva Thiels Hals gedrückten Hände Helene Fischers Hit „Atemlos“ darstellen sollte, womit das Rätsel gelöst war.

Apropos Applaus: Den gab es immer wieder auch spontan, genau wie das regelmäßig hochblubbernde Gekicher. Und beides war indes nur die eine Art, mit der das Publikum seine Begeisterung über das Geschehen auf der Bühne kundtat. Eine weitere hieß Peter.

Der saß in der ersten Reihe und hatte zu Beginn des Abends eine besondere Aufgabe übertragen bekommen: Wurde sein Name gerufen, hatte eine begeisterte „La-Ola“-Welle zu erfolgen. Was auch so ausgiebig als Form der Anerkennung genutzt wurde, dass Eva Thiel das launig kommentierte: „Ist ja eine richtig sportliche Veranstaltung hier.“ Vor allem war der „Clamotta“-Auftritt allerdings fraglos eine richtig spaßige Veranstaltung.

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