Wermelskirchen: Cheap Tequila spielt im Haus Eifgen

Konzert : Dortmunder Kult-Band fasziniert mit heißem Bluesrock

Eine im wahrsten Wortsinn gestandene Bande altgedienter Bluesrocker hatte sich für den Mittwochabend im Haus Eifgen angesagt. Die Dortmunder Combo „Cheap Tequila“ um Sänger Bernd Rödiger und Gitarristen Matthias Schaaf wurde bereits 1979 gegründet, konnte also in diesem Jahr auf 40 Jahre Live-Erfahrung zurückblicken – und war entsprechend auf ihrer 40th-Anniversary-Tour unterwegs.

Benannt war das Quintett, bei dem neben dem ausgiebig solierenden Gitarristen und dem Sänger mit der kratzig-rauen Stimme noch Thomas Buchmann die Harmonika blies, Rolle Ruhland den Bass pumpen ließ, und Wolfram Schaaf die Kessel rührte, nach einem alten Johnny-Winter-Song. Und musikalisch wurde den rund 40 Besuchern dann auch sehr passend eine quicklebendige Mixtur aus Blues-Rock garniert mit verschiedenen Einsprengseln aus altem Rock‘n‘Roll geboten.

In 40 Jahren ununterbrochener Aktivität auf den Bühnen in NRW hatte sich beim Quintett aus dem Ruhrpott natürlich ein umfangreiches Repertoire aus eigenen Songs und Klassikern der Großen der Blues- und Rock‘n‘Roll-Szene angesammelt. Am Mittwochabend wurden etwa zwei Dutzend davon zu Gehör gebracht – und das mit deutlich spürbarer Spielfreude und auch nicht zu verachtender technischer Finesse. Das bezog sich indes nicht nur auf Matthias Schaaf, der etwa bei der grandiosen Ballade „Soulshine“ des US-Blues-Rockers Warren Haynes eine ganze Menge an echten Stadion-Gitarrensoli im Cinemascope-Format aus seiner Gibson Les Pauls zauberte, bei „Cold Day In Hell“ des zu früh verstorbenen Gary Moore den Blues heftig krachen ließ oder bei „Fire“ ganz den ruppig-virtuosen Jimi Hendrix gab.

Nein, auch seine Mitspieler brillierten als bestens eingespieltes Blues-Kollektiv. Etwa beim Ray-Charles-Gassenhauer „Hallelujah I Love Her So“ oder dem furiosen Rory-Gallagher-Song „They Don‘t Make Them Like You Anymore“, der mit seinem cool durchlaufenden Walking Bass und dem großartigen Harmonika-Solo völlig zu recht begeisterten Applaus des Publikums bekam, ehe sich der schmächtige Gitarrist in einem abschließenden Solo gänzlich in andere Sphären spielte. Das machte nicht nur den Musikern im Publikum Spaß. Denn der Faszination von untereinander perfekt harmonierenden Musikern konnten sich auch normale Konsumenten nur schwer entziehen. Nicht zuletzt waren es die Intensität und die Energie, die von der Bühne ihren Weg direkt ins Publikum fanden, und die den Auftritt des Blues-Quintetts aus Dortmund zu einem echten Erlebnis werden ließen.

Neben den wirklich abgebrüht und doch leidenschaftlich heruntergezockten Coverversionen kamen aber auch Eigenkompositionen der Band zu ihrem ausgiebig beklatschten Einsatz. Und auch da konnte das Quintett aus dem Vollen schöpfen. Schließlich hatten die Ruhrpottler bereits drei Studio-Alben und eine Live-LP veröffentlicht. So war etwa „The Blues Came In At Midnight“ ein wunderbares Beispiel dafür, dass auch im Blues eben noch lange nicht alles bereits von den Großen der Szene gesagt wurde und es auch auf regionaler Ebene noch viel zu entdecken gab. Und, wie man aus dem Band-Umfeld Vernehmen konnte, es auch in Zukunft noch geben werde. Denn mit „Cheap Tequila“ solle es nach 40 Jahren keineswegs vorbei sein...

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