Wermelskirchen Cellistin ist neue Vorsitzende für das Sinfonieorchester

Musikgemeinde Wermelskirchen : Cellistin ist neue Vorsitzende für das Sinfonieorchester

Mechthild Otto vor dem gentschen Felde leitet künftig die Geschicke des Sinfonieorchesters – sie übernimmt die Nachfolge von Sylvia Wimmershoff.

Wenn sich Mechthild Otto vor dem gentschen Felde in der Freitagsprobe umsieht, wenn sie hört, wie sich die Instrumente einstimmen, wenn die Dirigenten dann die Töne zusammenbringen – dann genießt sie es, ein Teil des Sinfonieorchesters zu sein. „Hier kommen Menschen ganz verschiedenen Alters, mit ganz verschiedenen Hintergründen zusammen, um gemeinsam ihrem Hobby nachzukommen“, sagt sie. In dieser Kombination sei das einzigartig: 15-Jährige spielen genauso mit wie 80-Jährige. Und die Kollegialität sei wirklich gut, sagt die 65-Jährige. Wer ihr zuhört, der erkennt schnell: Das Orchester ist ihr wichtig geworden in den vergangenen 20 Jahren, in denen sie inzwischen Cello spielt und ihren Klang dem großen Ganzen zur Verfügung stellt.

„Und genau deswegen habe ich auch nicht gezögert, das Amt der Vorsitzenden zu übernehmen“, sagt sie. Seit vergangenem Frühling sitzt Mechthild Otto vor dem gentschen Felde nun dem Vorstand des Sinfonieorchesters der Musikgemeinde Wermelskirchen vor – und hat damit die Nachfolge von Sylvia Wimmershoff übernommen. „Ich war froh, als es im Orchester Interesse an diesem Amt gab“, sagt die ehemalige Vorsitzende. Denn für sie sei es immer schwieriger geworden, die Vorstandsarbeit und ihre neue Stelle bei der Bezirksregierung unter einen Hut zu bekommen. „Aber natürlich bleibt das mein Orchester“, sagt Sylvia Wimmershoff auf Nachfrage, „hier bin ich groß geworden und ich gehöre weiter dazu.“ Sie bleibt also die Erste Geige und rückt im Vorstand in die zweite Reihe zurück – hier übernimmt sie den Bereich für digitale Kommunikation.

Auch Mechthild Otto vor dem gentschen Felde kennt die Arbeit in der zweiten Reihe des ehrenamtlichen Vorstands bereits. Zehn Jahre lang engagierte sie sich als Notenwartin – verwaltete die Noten für ihre Orchesterkollegen, sorgte dafür, dass pünktlich zu den Konzerten ausreichend Material vorlag und archivierte die Partituren. „Vorstandsarbeit ist mir nicht fremd“, fasst sie zusammen und denkt auch an ihren Einsatz für Kinderschutzbund und Unicef. Und nun also die Musik. Für die zeichnen zwar vor allem die Dirigenten David Hecker und Hamed Garschi verantwortlich. „Aber das eine funktioniert nicht ohne das andere“, sagt sie – und freut sich, dass sich auch die Zusammenarbeit mit dem neuen Dirigenten als gut und fruchtbar erwiesen habe.

Die Einstellung von Hamed Garschi gehörte zu einer der ersten Amtshandlungen, mit der die neue Vorsitzende beschäftigt war. Und welche Herausforderungen bringt die Zukunft? „Wir suchen Musiker“, sagt sie unumwunden. Vor allem Kontrabass- und Cellospieler würden gebraucht. Auch Blasinstrumente würden noch fehlen. „Als Ausbildungsorchester der Musikschule haben wir auch noch mal bei den Musikschullehrern getrommelt“, erzählt sie. Gemeinsam mit Vorstandskollege Alfred Karnowka träumt sie zuweilen von einem Mittelstufenorchester, das Jugendliche an das Sinfonieorchester heranführen könnte.

Auch wenn es um die Auswahl der Stücke geht, redet der Vorstand mit. „Da geht es dann auch um eine strategische Ausrichtung unseres Ensembles“, sagt Mechthild Otto vor dem gentschen Felde. Schließlich wolle man für das Publikum interessant bleiben, auch mal Abwechslung bieten. Die Dirigenten würden ihre Ideen einbringen, auch Orchestermitglieder formulieren zuweilen Wünsche: Die Entscheidungen fallen im Vorstand. Und dort wurde auch das große Sommerkonzert für das nächste Jahr auf den Weg gebracht: Dann nämlich will Garschi die Chorfantasie von Beethoven dirigieren – mit Orchester, Chor, Pianist und Sängern. „Das müssen die Leute hören, weil es einfach so unglaublich schön ist“, sagt der Dirigent. Und der neue Vorstand lässt sich begeistern.