Wermelskirchen: CDU, WNKUWG, FDP und Bürgerforum stellen Antrag zum Thema Digitialisierung

CDU, WNKUWG, FDP und Bürgerforum stellen Antrag : Vier Fraktionen fragen: Wie soll die Stadt digitaler werden?

Digitalisierung ist in aller Munde. Auch eine Stadt wie Wermelskirchen sollte sich dieser Herausforderung stellen und Konzepte entwickeln. Dieser Auffassung sind die Politiker der Fraktionen CDU, WNKUWG, FDP und Bürgerforum: Sie stellen einen Antrag zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 25. Februar zum Thema „digitale Modellkommune“.

Diese gibt es bereits: Lemgo, eine 41.000-Einwohnerstadt in Ostwestfalen-Lippe, hat mit Unterstützung durch Experten die digitale Zukunft eingeleitet: Das „Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung (IOSB-INA) und das „IoT-Reallabor Lemgo Digital“ haben eine offene Innovationsplattform für die digitale Umwandlung von Mittelstädten eingerichtet. Unterstützt werden die Fraunhofer-Wissenschaftler dabei durch die Hochschule Ost-Westfalen-Lippe und weiteren Partnern sowie durch das Land NRW. Die Infrastruktur wird von Unternehmen, Startups, Kommunen und Forschungseinrichtungen genutzt, um gemeinsam mit Bürgern als „Alltagsexperten“ innovative Produkte und datenbasierte Dienste in den Handlungsfeldern Mobilität, Einzelhandel und Umwelt umzusetzen.

Vernetzte Stadtbusse, die sich gegenseitig orten können und anzeigen, ob Gäste die Anschlussbusse erreichen – das ist eine Idee. Eine andere hat einen Mehrwert für viele: die digitale Parkplatzsuche ist im Testlauf. Dabei werden nach Angaben des Fraunhofer Instituts intelligente Sensoren auf den Parkplätzen angebracht. Sie erkennen mittels elektromagnetischer Messung, ob diese besetzt sind und funken den Status in Echtzeit in die offene Software von Lemgo Digital. In dieser werden die Daten gesammelt sowie verarbeitet und können über eine offene Schnittstelle direkt mit Plattformanbietern geteilt werden. Von der schnelleren Suche nach Parkplätzen können auch Betreiber von Supermärkten, Kliniken oder städtischen Unternehmen profitieren.

„Angesichts der hohen Dynamik, Vielfalt und Reichweite der globalen Digitalisierung stellt sich uns die Frage, wie die Strategie und Handlungsfelder der Verwaltung für die nahe Zukunft aussehen. Sind wir auf dem Weg zu einer ganzheitlichen digitalen Stadt (smart city) wie Lemgo?“, fragen die vier Fraktionen Sie beantragen die Entwicklung und Umsetzung einer „Digitalisierungsstrategie Wermelskirchen“. Zur nachhaltigen Finanzierung der Digitalisierung sollen im städtischen Haushalt die notwendigen finanziellen Mittel abgebildet werden und Fördergelder in Anspruch genommen werden. Die Verwaltung möge auch das Voranschreiten der Digitalisierung im örtlichen Handel unter Einbeziehung der WiW unterstützen.

Handlungsbedarf bestehe, weil die Attraktivität Wermelskirchens zunehmend von einer gut entwickelten digitalen Infrastruktur abhänge. Dabei sei die Digitalisierung eine permanente Weiterentwicklung. Dem zunehmenden Kostendruck sowie dem Fachkräftemangel könne man mit einer eigenen Digitalisierungsstrategie begegnen. Dabei gehe es nicht nur darum, zukünftig immer mehr Dienstleistungen auch digital abwickeln zu können. Die Weiterentwicklung des digitalen Anfrage- und Antragsmanagements, open data und Apps, smart City oder die Überprüfung vorbildlicher Digitalisierungsmodelle anderer Kommunen seien Themen, der sich auch kleinere Kommunen stellen sollten.

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