Wermelskirchen: Bürgermeister Rainer Bleek kritisiert Kommunkation der RFH über Campus-Entscheidung

Rainer Bleek nimmt zu Vorwürfen des CDU-Vorsitzenden Stellung : Bleek enttäuscht über RFH-Entscheidung

„Die Hochschule erklärte gegenüber der Stadt, die Entscheidung für einen Standort ist noch offen“, so Bürgermeister Rainer Bleek. Er weist Kritik des CDU-Vorsitzenden Christian Klicki als „Wahlkampfgeschwätz“ zurück.

Gab es Kommunikationsprobleme? Oder wurde bei den Verhandlungen von Seiten der Rheinischen Fachhochschule (RFH) Köln über einen Campus in Wermelskirchen nicht mit offenen Karten gespielt? In seiner am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme zur Absage der RFH zeigt Bürgermeister Rainer Bleek, der derzeit in Urlaub ist, auf, dass man hier bis zuletzt noch auf einen Zuschlag gehofft hatte. Scharf weist er die Kritik des CDU-Fraktionsvorsitzenden Christian Klicki als „durchsichtiges und haltloses Wahlkampfgeschwätz“ zurück. Er hatte Bleek Versäumnisse und mangelnde Hartnäckigkeit bei den Verhandlungen mit der Hochschule vorgeworfen.

„Die Entscheidung der Rheinischen Fachhochschule habe ich mit großem Bedauern zur Kenntnis genommen. Es wäre eine gute Entwicklungsperspektive für die Stadt gewesen und die Verwaltung und ich persönlich haben alles unternommen, was nach derzeitigem Entwicklungsstand des Standortes möglich war, um diese Chance zu nutzen“, schreibt Bleek. Man sei aber zu keinem Zeitpunkt so blauäugig gewesen, nur auf diese Lösung zu setzen. Es habe dafür noch zu viele Unwägbarkeiten gegeben – nicht zuletzt spielten die Eigentumsverhältnisse eine Rolle: Das Rhombusgelände, das als RFH-Standort dienen sollte, gehört einer Eigentümergemeinschaft. Bleek: „Wir haben stets eine alternative Entwicklungsperspektive mitgedacht.“ Das hatte auch Jutta Gruß-Rinck vom Düsseldorfer Fachbüro ASS am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung betont. Dieses hat die Federführung beim Integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept, bei dem es um die Förderung der Innenstadtentwicklung in Wermelskirchen geht.

Erst Anfang Mai habe er von Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz erfahren, dass zwischen Remscheid und RFH bereits seit geraumer Zeit Gespräche zu einer Dependance geführt worden seien und sogar kurz vor dem Abschluss stünden. Bleek: „Ich habe daraufhin die Fachhochschule mit dieser Information konfrontiert und die Frage gestellt, inwieweit die Standortfrage für Wermelskirchen noch als ergebnisoffen angesehen werden kann und wir für diese Zielsetzung weiter arbeiten können.“ Die Entscheidung sei noch offen, ließ die RFH verlautbaren. Daher habe er und die Verwaltung weiter für die Umsetzung gearbeitet. Am 28. Juni habe er zu einem Runden Tisch mit namhaften Unternehmen aus Burscheid und Wermelskirchen und der Fachhochschule eingeladen. In den Gesprächen seien alle davon ausgegangen, dass es für die Dependance weiterhin eine realistische Umsetzungschance gebe. „Selbst bei meinem Besuch am 27. Juli auf dem Campus der Fachhochschule in Köln, wo das Büro ASS und ich unsere Pläne präsentiert haben, wurde vom Präsidenten der Fachschule lediglich darauf hingewiesen, dass man zur Zeit an einem Konzept für die Bergische Region arbeitet.“ Das war die letzte Information der RFH gewesen.

„Im Rückblick drängt sich mir natürlich der Eindruck auf, dass zu diesem Zeitpunkt die Entscheidung für Remscheid schon festgestanden haben muss“, schreibt Bleek. Eine Mitteilung an die Stadt, warum sich die Fachhochschule gegen das Standortangebot in Wermelskirchenentschieden habe, gebe es bis heute nicht. Er wolle nicht spekulieren. „Fakt ist aber, dass es eine faire und offene Kommunikation der Fachhochschule an die Stadt und mich persönlich trotz der jahrelangen guten Zusammenarbeit nicht gegeben hat. Wir sind hingehalten worden, und darüber bin ich sehr enttäuscht.“

Im Übrigen habe CDU-Fraktionsvorsitzender Klicki bei Veranstaltungen der Rheinischen Fachhochschule stets durch Abwesenheit geglänzt.

Auch dessen Kritik an der Realisierung des Jugendfreizeitparks sei haltlos: Die CDU hatte seinerzeit mit beantragt, die komplette Fläche an die Autohäuser zu verkaufen. „Erst meine Gegenwehr, die Unterstützung von SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie Druck aus der Bevölkerung haben die CDU zum Einlenken gebracht.“

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