Wermelskirchen: Büfo-Fraktionsvorsitzender Oliver Platt

Aufenthaltsqualität in der Wermelskirchener Innenstadt erhalten und steigern : Lebendigkeit der Telegrafenstraße steigern

Der Fraktionsvorsitzende des Bürgerforums wohnt in seinem Wahlbezirk und erledigt in der Innenstadt viel zu Fuß.

Oliver Platt sprüht vor Ideen, wenn es um Themen in seinem Wahlbezirk 7 geht. Für den Fraktionsvorsitzenden des Bürgerforums (Büfo) steckt dieser Bereich der Innenstadt zum einen voller aktueller und spannender Themen. Die Lebensqualität im Kern der Stadt zu erhalten und zu steigern, liege ihm sehr Herzen. Zum anderen kenne er auch die schöne und ruhige Seite des stadtnahen Wohnviertels rund um den Eickerberg. „Hier wohnt man ganz im Grünen mit Wäldern vor der Haustür, auf der anderen Seite bin ich in wenigen Minuten zu Fuß bei meinen Hausarzt, meinen Friseur und meinem Bekleidungsgeschäft“, erzählt er.  Er lässt sein Auto oft stehen und erledigt viel zu Fuß. So erkennt er viele Themen, gewinnt eine Einschätzung. Und immer wieder wird er von Bürfgern auf der Straße angesprochen.

Eine Erkenntnis auf seinen Fußwegen durch den Wahlbezirk war für ihn, dass Eingriffe auf der Telegrafenstraße vermieden werden sollten, bevor der Loches-Platz neu bebaut ist. „Wir sind gegen eine Abriegelung der Telegrafenstraße und gegen den gegenläufigen Radverkehr“, sagt er. Es sei besser, die Radfahrer über den Brückenweg zu leiten. „Dafür sollte der Radstreifen durchgängig in Rot markiert werden. Das ist sicherer und klarer.“ In den Niederlanden habe sich das bewährt. Den gegenläufigen Radverkehr halte er für einen zu massiven Eingriff, der erhebliche Nachteile für den Anlieferverkehr habe.

Oliver Platt (Büfo) vor seinem Lieblingsbaum in seinem Wahlbezirk. Foto: Solveig Pudelski

Die Telegrafenstraße sei eine funktionierende, florierende Einkaufsstraße, daher solle man Autofahrern das Halten in bestimmten Bereichen erlauben, nicht aber das Parken. „Halten ist ein kurzer Vorgang und heißt, dass ich mein Fahrzeug noch im Blick habe.“ Die Attraktivität dieser Meile hänge von der guten Erreichbarkeit ab, aber auch von der Möglichkeit des „Sehen und Gesehen werden“. Platt: „Alle, die die Außengastronomie nutzen, wenden sich in Richtung Straße, und schauen.“ Diese freundliche Form des Voyeurismus gehöre zum städtischen Leben dazu. „Wermelskirchen ist cool, hier funktioniert die Außengastronomie.“ Gift für diese Lebendigkeit wäre es, Straßennutzungsgebühren zu erheben.

Sobald der neue Einkaufschwerpunkt auf dem Loches-Platz fertiggestellt ist, werde sich der Stadtkern leicht verschieben. „Ein alter Fehler wird damit korrigiert: einen großen Supermarkt nicht in den Stadtkern zu platzieren“, erinnert Platt. Die beiden neuen Märkte auf dem Loches-Platz verändern nach seiner Einschätzung die Verkehrsströme. „Es müssen Verkehrszählungen erfolgen und ein Verkehrskonzept erstellt werden, ehe die Telegrafenstraße verändert wird.“

Um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern, wünsche er sich einen regionalen Samstag-Markt. Wie der Wochenmarkt gehöre auch dieser „dorthin, wo die Menschen sind“, auf die Telegrafenstraße. Es gebe in Wermelskirchen und Umgebung viele regionale Anbieter, wie die Straußenfarm, den Thomashof, Bäcker, Bergisch pur und Dellmann’s Bräu. Regionalität bedeute Nachhaltigkeit. Wenn das Ganze mit mehr Aufenthaltsqualität kombiniert werde, locke dies auch Kunden.

Seinen Wahlbezirk trennt die B51 in zwei ungleiche Teile. Im Westen liege die Rhombusfläche – „der schlimmste Schandfleck“, aber auch ein Terrain mit großem Entwicklungspotenzial. „Ich appelliere an die Eigentümer zu verkaufen, damit hier etwas entsteht, dass junge Menschen in Wermelskirchen hält oder hinlockt. Eine Bildungseinrichtung und Start-up-Unternehmen.“

Auf dem Rundgang führt Oliver Platt  in einen Wald gleich neben der pulsierenden Bundesstraße. Dort steht ein alter, mehrstämmiger Baum, sein Lieblingsplatz im Viertel.  Erinnerungen an früher werden wach. „Hier habe ich meine Kindheit verbracht.“ Am Buchenhang steht sein Elternhaus und das eigene Haus seiner Familie. Viele Nachbarn kennt er seit seiner Jugend. Die letzten Baulücken werden geschlossen. Oliver Platt kann sich kaum einen besseren Platz zum Wohnen vorstellen – auch wenn ihm die Lokalpolitik auf Schritt und Tritt begegnet.

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